Die Zeit läuft…

Jetzt aber hopp! In drei Wochen ist Ende Gelände! Da liege ich auf dem Sofa und mache nichts mehr außer Prekariatsfernsehen zu schauen und Chips zu essen. Wird Zeit, dass man mal die Vertretung für meine „Auszeit“ organisiert. Bislang bleibt es aber lediglich bei eMails, die mir wohl zeigen sollen, dass man sich kümmert.

Bereits am Rest des letzten Jahres habe ich mehrmals darauf hingewiesen, dass ich meinen Schreibtisch zum Ende des ersten Quartals räumen werde. Aber da hatte man ja noch soooo viel Zeit, gelle. Stellenausschreibungen waren da noch nicht so wichtig. Da würde sich schon was finden. Nur mal keine Hektik, Frau Müller… Dann ging der Januar ins Land, und plötzlich war auch der Februar vorbei. Und jetzt stehen wir da und das Finale ist quasi in Sichtweite.

Nein, ich werde sicher nicht in meiner freien Zeit in die Firma watscheln und Leute einarbeiten. Seht zu, dass ihr die in den nächsten drei Wochen auftreibt oder macht euren Scheiß allein. Oder in diesem Falle meinen Scheiß. Denn ich habe vor, Strampler zu bügeln und das zukünftige Kinderzimmer in gendertypischen Farben anzumalen. Aber eins werde ich sicher nicht: Arbeiten.

Zeit läuft…

Advertisements

9 Kommentare zu “Die Zeit läuft…

  1. Caramellita sagt:

    Bei meinem ersten Kind hatte ich kaum gesagt, dass ich schwanger bin, da war die Stelle auch schon ausgeschrieben. Was nicht heißt, dass es nicht trotzdem noch über drei Monate dauerte, bis tatsächlich (intern) jemand zum Einarbeiten da war. Aber wenn man so schnell ersetzt wird, ist auch nix 🙂

    • Frau Müller sagt:

      Schon bei Kind 1 kleckerte das alles so vor sich hin. Da habe ich zwar rechtzeitig jemanden einarbeiten können, aber die Person war dann plötzlich der Meinung, sie kann das nicht machen und so stand ich wieder allein da… Einarbeitung von Nr. 2 passierte dann quasi einen Tag vor Mutterschutz.

  2. Inch sagt:

    Arrgh, da treffen Sie einen wunden Punkt.
    Als meine Kollegin sich erdreistete, schwanger zu werden, sind wir sofort mit einem Plan zum Chef. Wegen Einarbeitung und so.
    Dann tat sich nichts.
    Und immer noch nichts.
    Die Vertretung erschien schließlich genau am ersten Tag des Mutterschutzes.
    Einarbeitung? Pustekuchen. Ich habe ihr erst mal eine Woche zu lesen gegeben. Gesetze, Vorschriften, laufende Projekte, allgemeine Berschreibungen unseres speziellen Arbeitsgebietes. Dazui habe ich ihr Vorträge über Genetik, Dokiumetation und spezielle Arbeitsabläufe gehalten. Die Arme. Ich hatte schon Angst, die „Neue“ kommt nach dem Wochenende nicht wieder. Tat sie aber. In die praktischen Sachen muss sie sich nun selber einarbeiten. Weil das haben wir uns hier immer geteilt; und davon habe ich wirklich keine Ahnung. Auf meinem Gebiet kann ich sie freilich einarbeiten; aber damit wird sie im nächsten JAhr kaum zu tun haben…

  3. CeKaDo sagt:

    Also ist es auch anderswo so, wie bei mir „auf Arbeit“. Da wird eine Kollegin in wichtiger Stellung schwanger. Also in wichtiger Arbeitsposition, Sie verstehen. Nicht das andere, wenn Sie das dachten.

    Wie das so ist mit der Schwangerschaft, teilt man das dem Arbeitgeber baldigst nach bekanntwerden mit. Was den Sinn haben soll, rechtzeitig für Ersatzpersonal zu suchen. Zumal unser Betrieb Verträge mit unserer Auftraggeberin geschlossen hat, die genaue Vorgaben an die einzusetzende Zahl des Personals und dessen Qualifikation beinhalten. Bei Zuwiderhandlungen drohen Auftragsentzug oder mindestens hohe Vertragsstrafen. Soweit dies.

    Wann also wird über Ersatz gesprochen? Richtig, am Tag der Verabschiedung vor Beginn des Mutterschutzes! Und wann gibt es den ersten bösen Vorwurf der Auftraggeberin? Richtig, genau an jenem Tag, als ich die Vertretung der Vertretung übernehmen durfte, weil niemand auch nur eine der drei Schlüsselpositionen besetzen konnte. Weil eine schwanger, eine seit Monaten krank und die andere seit Monaten in Teilzeit und an jenem Tagen nicht da.

    Wie gut, dass es mich gibt. Harharhar …

  4. Anne sagt:

    Frau Müller,

    ich bin verwirrt. Nun lese ich schon seit einer Weile still bei Ihnen mit, und da ich in ähnlichen Umständen bin, haben mich Ihre Bericht natürlich sehr angesprochen. Mir bleiben noch 4 Wochen, bis die Noch-Volontärin ihre Chance ergreift und mich vertreten wird. Aber aus Ihren älteren Postings hätte ich eher auf einen ET im Sommer und nicht Mitte des Wonnemonats geschlossen. Oder nehmen Sie etwa den gesamten Urlaub noch vorneweg? Haben Sie’s gut!

    Mit Bitte um Aufklärung,
    Frau Keese

  5. Manu sagt:

    Ist das nicht normal? Ich kenne das nicht anders. 😉

    Aber Strampler bügeln?? Das ist doch nicht ihr ernst Frau Müller?!

    LG

  6. Ich kenne das auch nicht anders. Meine Vertretung kam erst, als meine Tochter schon geboren war, einarbeiten mussten sie andere. Bei meinem Ex-Arbeitgeber habe ich 5 Monate vorher Bescheid gesagt, dass ich kündige (3 Monate Kündigungsfrist) – mein Nachfolger kam als ich 3 Monate weg war … auch bei anderen Kollegen, die in Rente gehen o.ä. läuft es genau so.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.