Jetzt aber…

Zugzwangwetter nennt man das. Am Wochenende waren die Temperaturen offenbar milde genug, um die ersten Gärtner auf den Plan zu rufen. Ein Spaziergang durchs Rentnerviertel brachte sie ans Tageslicht: Gummibestiefelte unkrautjätende, sträucherschneidende Mitmenschen. Meist fängt ja am frühen Vormittag einer damit an und löst damit dominosteingleich eine Kettenreaktion aus. Nur bei uns im Garten war nix los. Weil ich nämlich gar keine Lust hatte und ja eh den Ball flach halten muss.

Für eine Inspektion hat es zumindest gereicht. Die hat mich aber schon genug geärgert, so dass ich Gartenarbeit nicht auch noch gebraucht hätte. Eines unserer drei Teichlein, mit denen ich seinerzeit auf kleinem Raum die Mecklenburger Seenplatte nachzustellen versuchte, ist nämlich trockengelaufen. Da war der Winter auf den letzten Metern offensichtlich doch knackig genug, um die plastikgepresste Teichwanne zu sprengen.

Ich für meinen Teil könnte mich jetzt auf die Suche nach dem Leck machen und alles brav reparieren. Aber ich habe beschlossen, den Trockentümpel als Wink zur Umgestaltung zu verstehen. Dann muss ich auch gleich weniger Garten gegen unbefugtes Betreten absperren. Bislang ist die Seenplatte nämlich eingezäunt, damit kein eigenes oder fremdes Kind ein unfreiwilliges Bad nimmt oder sich versehentlich ersäuft. Und mit nur noch zwei statt drei Teichen hätte ich auch wieder Grund zum planen und werkeln. (Letzteres freilich erst nach dem Wurftermin.)

Vielleicht findet sich ja auch der eine oder andere Nachbar, der mir beim Werkeln hilft. Denn eines ist am Wochenende wieder einmal aufgefallen: Nach getaner Gartenarbeit stellt man sich gern an den Zaun und missbilligt den Zustand des Nachbargrundstücks…

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4 Kommentare zu “Jetzt aber…

  1. Lilly sagt:

    Oh ja, hier waren sie auch am WoEnde unterwegs. Die Biotonne hinter sich herzerrend durch den Garten schlurfend und die Gartenschere schwingend. Und so betont fröhlich. 😦 Unsereiner spielt ja lieber mit dem Hund im Garten, was zu vereinzelten „tzzz“ und höhnische Blicken anstachelt. Amüsementieren, wenn die Gartenfuzzis rackern. Meuterei!!!

  2. Silberdistel sagt:

    Frau Müller, es ist unheimlich ansteckend, wenn Sie keine Lust zur Gartenarbeit haben. Und auch das mit dem Teichlein muss von Ihrem auf unseren Garten übergesprungen sein, denn auch bei uns hat die Mecklenburger Seenplatte an einer Stelle einen Weg zum Mittelpunkt der Erde gefunden.

  3. Gnihihi … „den Ball flach halten“ dürfte mittlerweile aber recht schwerfallen, nicht wahr?

    Auf irgendeinem Blog fiel mal die Bezeichnung „Gartenn@zis“, von der ich mich zwar empört distanziere, deren Entstehung ich aber durchaus nachvollziehen kann …

  4. rebhuhn sagt:

    wie schön – endlich mal eine mutter, die auch ‚werfen‘ verwendet. *g ich dachte schon, das gäb’s gar nich…

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