Stoffkatze…

Ich habe genäht wie ein Weltmeister. Die Hormone schwappen immer noch sehr häuslich und mein verwirrtes Hirn will jetzt Überdecken fürs Bett nähen. Stoff habe ich vor einer ganzen Zeit bereits erstanden, als der Pegel mal ähnlich hoch stand. Und am Wochenende war es dann so weit: Mama hat gepatchworkt. Heißt: 100 Quadrate zurechtschneiden, zu Mustern legen, anheften, umheften, nochmal umheften. Dann zusammennähen. Alles auf dem Boden ausbreiten… begutach… Katzen wegscheuchen.

Ist Ihnen bei der Gelegenheit eigentlich schon mal aufgefallen, dass Katzen immer da sind, wo sie gerade nicht gebraucht werden? Auf der frisch zusammengefalteten Wäsche zum Beispiel? Oder der Morgenzeitung? Oder der Tasssssssssssssttttttaturrrrrrrrrrrrrrrrrr des Laptops? Auch, wenn Ihnen aus Versehen mal ein Taschentuch herunterfällt, dauert es in der Regel nur etwa fünf Sekunden, bis sich eine Katze darauflegt.

Am Wochenende also, um mal zum Thema zurückzukommen: Patchworkeinzelteile auf dem Boden ausgelegt, schwarze Katze verscheucht, Patchwork geordnet, getigerte Katze verscheucht, Patchwork geordnet, schwarze Katze… und so weiter. Katzen sind da unglaublich ausdauernd. Und es macht ihnen auch Spaß, denn jedesmal, wenn Sie das Tier hochnehmen, um es an einem sicheren Platz wieder abzusetzen, hangelt Miez noch schnell ein besonders schönes Stück aus der Mitte des Stoffarrangement und stopft es sich ins Maul. Dann versucht es, in der Luft hängend, zu flüchten, bekommt dabei aus Versehen Sie zwischen die Krallen, weshalb Sie die Katze fallenlassen und zwar genau auf Ihren geretteten Stoff. Der fliegt nun in alle Himmelsrichtungen davon, weil das Tier ja schnellstmöglich fliehen muss.

Wenn Sie jetzt denken, Sie haben Ruhe, weil beide Katzen in entgegengesetzte Richtungen abgebraust sind, haben Sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn Miez hat verstanden, dass Sie ein lustiges Spiel mit ihr spielen und wird, kaum dass Sie das Chaos geordnet haben, mit sportlichem Dreisprung wieder auf der Bildfläche erscheinen. Dann macht sie einen Buckel und Sie wissen, was als nächstes kommt: Die Katze wird sich, wie eine Hausfrau beim Winterschlussverkauf, mit vollem Körpereinsatz in die Auslage werfen und dabei alles mitnehmen, was man mit vier Beinen und einem Maul erwischen kann. Katze zwei wird das (Stichwort: Rudelverhalten) stehenden Fußes nachmachen, nur in die andere Richtung.

Bis zum Abend werden Sie dann damit beschäftigt sein, aus allen Ecken des Zimmers Zerrupftes zu klauben und zu schauen, was davon man noch retten kann. Die Katzen schlafen derweil gemäldegleich auf der Fensterbank… die hatten ja heute genug Beschäftigung…

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20 Kommentare zu “Stoffkatze…

  1. Lilly sagt:

    Ich finde es wirklich sehr schön, wie Sie um das geistige und körperliche Wohl Ihrer Miezen bemüht sind. Engelsgleich legen Sie immer wieder das pädagogisch wertvolle Spiel für Ihre Katzen aus und sorgen auch noch für deren körperliche Ertüchtigung. Ganz toll!!! Ist die Decke fertig? 🙂

  2. menzeline sagt:

    Liebe Frau Müller, ich habe ja schon oft im Fernsehen gesehen, wie man Zootiere beschäftigen kann, aber sie sind in dieser Richtung wirklich einmalig. Was sie alles für ihre Katzen tun, die Katzen sind echt zu beneiden, dass sie bei ihnen wohnen dürfen.
    Meine Hochachtung geht an Sie, liebe Frau Müller.

  3. der_emil sagt:

    Und ich hatte mich auf eine idiotensichere Nähanleitung für eine Stoffkatze gefreut 😉

  4. Hmm…und ist noch was aus der Decke geworden oder hat es nur noch zu einem Patchworkhandtuch gereicht? 😉

  5. féizào sagt:

    Und wieder einmal frage ich mich, was an Katzen so toll sein soll…

  6. Hmm, Tür zumachen? Ich weiß, ich weiß, danach sind die Biester mind. eine Woche beleidigt und schauen einen nicht mit dem Ar… an; aber der Stoff wäre noch heil.

  7. rumgeblogt sagt:

    deshalb haben wir einene Hund *ätschibätschi* aber sonst wäre ihnen sicherlich mörderrisch Laaaaaaaangweilig und der Katze ebenso…… ABM Maßnahme ?!

    • Frau Müller sagt:

      Man muss ja fit bleiben, auch mit steigendem Alter, gelle? Bestes Trimmgerät: Haustier. 😉
      Aber mal ehrlich, machen Hunde sowas nicht auch? Wenigstens ab und zu? Sagen Sie bitte Ja!

  8. Silberdistel sagt:

    Kenne ich nur zu gut. Ich hab‘ auch einmal für uns, nein, wohl eigentlich für unseren Kater, gepatchworkt. Kaum war ein Teil fertig, das ich am Boden ausbreitete, um zu sehen, wie groß mein Gesamtwerk sein müsste, das dann später dekorativ vor einem Schrank herumliegen sollte, lag der Kater drauf. Je mehr Teile es wurden, um so mehr streckte sich auch der Kater aus, um möglichst viel von „seinem“ neuen Teppich zu bedecken. Später hatten wir als Gesamtkunstwerk dort immer einen Teppich mit Kater drauf zu liegen, wobei dieses Gesamtkunstwerk durchaus einen leicht künstkerischen Touch hatte – so wie „Kater auf gelbem Kissen“.

  9. […] die ausführliche Entstehungsgeschichte, gibt es auf dem Müllerschen Nachbarblog. Share this:TwitterFacebookGefällt mir:Gefällt mirSei der Erste, dem dieser post gefällt. […]

  10. […] Ach übrigens, die Patchworkdecke ist fertig – Sie erinnern sich vielleicht… da gab es mal eine Story mit einer nähenden Demnächsthausfrau und Katzen. […]

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