Sammeln…

Alles, was man ein Jahr lang nicht vermisst hat, kann weg.

Der Umsetzung dieser Theorie müssen wir uns seit dem Wochenende stellen. Bereits seit dem Umzug (und der ist etliche Jahre her) stehen Kisten im Keller , die wir nie ausgepackt haben. Was drin ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Auch auf dem Dachboden haben sich bei der wochenendlichen Visite Dinge gefunden, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben. Möchte man oben angegebenem Zitat glauben, könnten wir alles, so wie es ist, komplett vor die Tür stellen. Andererseits kennen auch wir die Urbane Legende vom Schrank mit der halben Million D-Mark, die auf dem Müll gelandet ist. Oder die mit der Matraze, in die der Familienschmuck eingenäht war, die Schwiegertochter aber mit dem Sperrmüll entsorgt hat. Und weil keiner wissen kann, ob wir nicht irgendwann mal in geistiger Umnachtung beim Lotto gewonnen und den Gewinn versteckt haben, müssen wir nun alle Kisten aufmachen und inspizieren.

Eine Nintendo SNES taucht auf und macht Herrn Müller feuchte Augen. Nebst dazugehöriger Spiele (einige stellen sich als Japan-Importe heraus) verfällt Herr Müller sofort in Nostalgiestarre und muss mühsam von mir wachgerüttelt werden. Ich finde einen alten GameBoy wieder. Die Starre hält nur kurz an, weil ich das Nachfolgemodell gleich darauf entdecke. Dann unzählige Videokassetten. Die tauchen in unserem Haushalt ja durchaus öfter mal auf. Auch Musikkassetten (die Älteren unter uns werden sich erinnern) erscheinen in der Grabbelkiste. Herrn Müllers MixTapes, meine MixTapes… er hat sich mit der Gestaltung der Cover seinerzeit nicht so viel Mühe gegeben wie ich. Aufgetaucht sind auch mehrere hundert Meter an Ladekabeln. Merke: Die Handys besitzt man möglicherweise seit Jahren nicht mehr, die Ladekabel bleiben immer übrig.

Brettspiele. Behalten wir besser. Nicht zu vergessen Mitschriften aus Uni-Zeiten. Könnte man irgendwann ja noch brauchen, wenn die Antwort darauf zu finden ist, wie man die Fragestellung zur „Experimentellen Linguistik als Konzeption zum Dingeskirchen der modernen Blabla“ in den späten Neunzigern beantwortet hat. Doch, doch, irgendwann will das einer wissen und ich kann es dann beantworten!

Diverse Kisten haben wir noch vor uns. Die sind, wenn uns nichts Besseres einfällt, heute dran. Schließlich will der Dachdecker in Kürze mit der Renovierung anfangen und dann sollten die Lustigen Taschenbücher von Anno Dazumal vielleicht vom Dachboden verschwunden sein… der soll ja arbeiten, der Typ, nicht lesen…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in wir.

7 Kommentare zu “Sammeln…

  1. Silberdistel sagt:

    Ach, Dachdecker lesen? Oh *duck*, verzeiht mir diesen Ausrutscher, liebe lesefreudige Dachdecker. Soll nicht wieder vorkommen. 😉

  2. Inch sagt:

    „der soll ja arbeiten, der Typ, nicht lesen“
    Vor allem nicht „Experimentellen Linguistik als Konzeption zum Dingeskirchen der modernen Blabla“

  3. Stef sagt:

    Das Nochmalreingucken in alte Kartons kann den gesamten Vorsatz, Krams wegzuwerfen, ganz schnell torpedieren. Bewährtes Rezept: Kartons, die man seit 2 Jahren nicht mehr angefasst hat, ungeöffnet und unbesehen entsorgen. Mut zur Lücke! 😉

    • wahnsinn sagt:

      Das könnt ich jetzt also nicht…..
      ungeöffnet entsorgen? Niemals, ich Feigling ;-).

      Hier im Hause gibt es so ca. 2-3 Kisten, die vom Umzug vor ziemlich genau 8 (!!) Jahren nicht ausgeräumt wurden.
      Hm, was macht man denn mit Sachen, die man 8 Jahre nicht vermisst hat????

      Liebe Grüsse
      asty

    • tibia sagt:

      Sowas habe ich schon mal gemacht. Es waren tatsächlich ein paar Sachen drin, die ich hinterher vermisst habe …

  4. Tanni sagt:

    also das sollte man nie machen, ungeöffnet entsorgen. Denn ein paar Schätzelein bringen auf dem Flohmarkt oder bei ipei doch noch Geld! und Kleinvieh macht auch Mist und so kann man die Kosten für’s Dach dann etwas minimieren. 🙂 also eher aussortieren und dann entscheiden was weg kann.wir hatten Taschenbücher aus den 50er Jahren, die sahen aus wie neu und wir haben ne Stange Geld dafür bekommen

  5. Zora sagt:

    Ich dachte auch bei einem Umzug mit Anfang/Mitte 20 – den Inhalt dieser Kiste hast Du seit 3 Jahren nicht gebraucht, seit Du hier eingezogen bist. Also hau das Zeuch weg. Ist ein Karton weniger zu schleppen.
    3 oder 4 Wochen später liege ich beim Zahnarzt aufm Stuhl und ich will ihm erklären, wie mein Gebiss als Teenie aussah und das sich meine Zähne dem damaligen Zustand anscheinend wieder annähern wollen – 2 Jahre Zahnspange zum Trotz. Und sage zu ihm: Ich hab da noch die Zahnabdrücke vom Kieferorthopäden, die bring ich das nächste Mal….. Sch*****!!
    Tja, die waren auch in der erwähnten Kiste O_o
    Und so ein ähnliches Erlebnis hatte ein paar Jahre später nochmal – seitdem trau ich mich nix mehr wegwerfen O_o

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