Weihnachtsmarkt…

Fazit: Schuhe dreckig, Zehen gefroren, Jacke vollgekleckert, blaue Flecken in Höhe anderer Leute Ellbogen, Handschuhe verloren.

Doch doch, so ein Weihnachtsmarkt-Besuch ist schon toll. Besonders an einem Sonntag Nachmittag, wenn quasi jeder auf die gleiche Idee kommt. Aber das ist etwas, was sich während eines ganzen Jahres so super vergessen lässt, dass man sich erst wieder an das Gedrängel und Geschubse erinnert, wenn man am Glühweinstand den ersten Ellbogen in den Rippen hat.

Sich ganz besinnlich auf die Vorweihnachtszeit einzulassen, ist auf einem vollen Weihnachtsmarkt durchaus etwas, das ich als schwierig bezeichnen würde. Am Fressstand für Waffeln & Co. muss ich mir dann auch erstmal fremder Leute Puderzucker von der Jacke klopfen. Das macht aber nichts, weil mir nur wenige Augenblicke später das gleiche Missgeschick bei meinem Vordermann passiert. Der kriegt das mit Glück erst zuhause mit, denn die Zuckerspur zieht sich wie Neuschnee über seinen Rücken. Und da hat man bekanntlich keine Augen.

Beim Glühwein bin ich etwas vorsichtiger und bekleckere mir nur selbst die Schuhe. Und mit heißen Maroni kann man zum Glück niemanden verletzen, es sei denn, man schmeißt damit. Währenddessen zückt Herr Müller ein Taschentuch und entfernt mir Senf vom Ellbogen.

Wo wir gerade bei Herrn Müller sind: Der hat sich aus Gründen des Kinderschutzes dafür entschieden, unsere Brut auf den Schultern zu tragen. Die Gefahr, aus dem weihnachtlichen Gewimmel mit einem fremden Kind an der Hand aufzutauchen, wird so auf ein Minimum reduziert. Allerdings muss man beim Bummeln auf die vorstehenden Dächer der Buden aufpassen oder die Mütze des Nachwuchses entsprechend polstern.

Nach zwei Stunden haben wir keine Lust mehr. Die Füße sind gefroren und zudem breitgelatscht aber zumindest hat dank der 100m Fressmeile keiner mehr Hunger…

Advertisements

18 Kommentare zu “Weihnachtsmarkt…

  1. Manu sagt:

    Wir waren gestern auch und es ging mir ähnlich. Dabei hatte ich mich sooo darauf gefreut…

    LG

  2. Alice sagt:

    An Weihnachtsmärkten fand ich schon als Kind am Tollsten, dass Papa mich auf die Schultern genommen hat 😀 Außer Frage, dass das heute nicht mehr funktioniert 😉

  3. Inch sagt:

    Ha! Meine Kinder sind ja schon groß. Deshalb sind wir zwar auch gesteren, aber erst 18.00 Uhr auf den Weihnachtsmarkt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Die Muldetaler sind schon auf dem Heimweg. Die Busladungen mit den Touristen auch. Die Leipziger trauen sich zum Sonntag kaum auf den Weihnachtsmarkt und so ab 7 sind auch alle Kinderkarussels lehr. Also nicht, dass wir damit fahren wollten….

    • Frau Müller sagt:

      Echt? 18Uhr ist bei Ihnen schon wieder Auslauf? Da geht es bei uns erst los. Ich glaube, wir kommen zu Ihnen.

      • Inch sagt:

        Nix da!!! Dann wird’s ja hier zu voll! Außerdem scheint das tatsächlich nur für den Sonntagabend zu gelten, wie mir von Menschen, die an anderen Tagen auf dem Weihnachtsmarkt waren, erzählt wurde und ich selber bei meinen zwei Stippvisiten feststellen durfte. Obwohl ich mir vorstellen könnte, das Rentnerbusse und Kindergruppen auch wochentags so zwischen 18 und 19:00 Uhr die Flocke machen. Ich werde das mal am Donnerstag testen

  4. MsPittili sagt:

    Wir waren am Samstag mittags, da war es noch relativ leer, wir hatten wirklich die Chance zu stöbern, Weihnachtsgeschenke zu kaufen und in Ruhe ein „Weißwurschtstangerl“ zu essen. Anschließend waren wir noch auf einem zweiten, kleinen Weihnachtsmarkt vom Forstamt, haben am Feuer gestanden und uns ein Wildschwein-Brötchen geteilt. Alles ganz in Ruhe. Das ist entweder der Vorteil der Provinz oder des Samstagnachmittags. Gestern bin ich nur weiträumig um den Weihnachtsmarkt drumrum gejoggt und da strömten ganz schön viele Leute hin. Der Sonntag erscheint mir suboptimal zu sein.

  5. ichnuwieder sagt:

    ich hab weihnachtsmärkte schon immer verweigert..

    laut, voll, (meistens) nass…

    nöööö…….

  6. sanetes sagt:

    Zwei Stunden Weihnachtsmarkt? So lange hab ich das noch nie ausgehalten.

    Ich geh morgen, mit Kamera. Wenn es nicht zu dolle regnet bin ich vielleicht nicht schon nach ’ner halben Stunde wieder weg. Mit den Futterbuden kann man mich nicht locken, aber mit den Kunsthandwerkerbuden. Ich betrachte immer ganz verzückt Holz- und Glaskunstwerke, die es da gibt. Sehr gut, dass vieles davon gar nicht zu meiner Einrichtung passt.

    • Inch sagt:

      Aber es gibt doch Leckerli, die es sonst GAR NICHT gibt!

      • sanetes sagt:

        In meiner Heimatstadt MUSSTE ich mich immer an einem ganz bestimmten Stand wegen der Leckerli in eine lange Warteschlange einreihen. (Ich muss gar nicht erzählen, welche Stadt und welcher Stand. Wer über den Weihnachtsmarkt geht, landet von ganz allein in genau der Schlange.)

        Hier haben wir 4 (!!!!) Weihnachtsmärkte, von denen mich 3 kulinarisch zu überhaupt nichts verführen. Einmal hatte ich Waffel mit heißen Kirschen und Sahne – nicht schlechter als bei mir zuhause.

        Hm, beim 4. Weihnachtsmarkt war ich noch nicht, ich werd mal gucken gehen…

  7. Anja sagt:

    Liebe Inch – seien Sie doch so gut, und essen Sie eine Tuete Kraeppelchen fuer mich mit! Und eine Waffel mit Vanillecreme – der echten „wie frueher“. Gibts die noch? Hach… *In Erinnerungen schwelgend* Die Kalorien gehen auch auf mich 😉 Danke!

    • Inch sagt:

      Mach ich! Mach ich! Die Kräppelchen hab ich gestern schon gegessen, am besten Kräppelchenstand. Und die Waffeln, ja die gibt es noch, die sind am Donnerstag dran. Versprochen! Und die Kalorien, die teilen wir uns 😀

  8. Ich bin noch gar nicht richtig in Weihnachtsmarktstimmung. Es ist einfach zu nass hier oben. Obwohl der Schnee am Samstag ja schon mal ein toller Anfang war . . .

  9. Tanni sagt:

    der Weihnachtsmarkt hier wird jedes Jahr döhva. Alles nur noch Fressbuden und agressive Leute die nur rumschubsen. Maroni kaufe ich mittlerweile im Spezialitäten Lädchen, und mach mir die im Ofen selbst. 1. genauso lecker 2. billiger 3. in meiner Bude isses warm und ich kann vorm Kamin rumlümmeln und geniessen….. 😀 ausserdem fehlt mir auch der Schnee dieses Jahr, mit ohne brauch ich sowiso kein Weihnachten!

  10. Anna sagt:

    Sonntagnachmittag auf den Weihnachtsmarkt? Eine ähnlich heroische Tat wie der Besuch bei Schwiegermutter oder Schwägerin – also in meinem Fall. 😛

    Das einzige Weihnachtsmarktzugpferd waren für mich bislang immer die gebrannten Mandeln. Aber die gibt’s nun auch in dem Möbelhaus, das wir gelegentlich frequentieren. Will ich lecker essen, fahre ich also ins Möbelhaus. A propos: Muss drigend zu Ike*, meine Zimtschnecken sind alle. 😯

    :mrgreen:

  11. Wolfram sagt:

    Ich habe insgesamt vier Jahre in Straßburg gelebt, der Stadt, die Ende November bis Anfang Januar zum Christkindlesmärik wird. Und… ich brauch das nicht. Ich brauch da nicht hin, ich mach sogar um unseren Kleinstadtweihnachtsmarkt einen weiten Bogen. Ohnehin, reicht das nicht, in den Hochburgen solche Weihnachtsmärkte zu haben, muß man die auch noch ohne jede Tradition auf jedem blöden Wochenmarktplatz nachmachen?

Hier Senf dazugeben:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s