Achtung Überfall…

Kennen Sie das, wenn sich die Eltern zum Besuch anmelden? Die kommen immer zu früh. Meist dann, wenn man gerade noch mal schnell duscht oder den letzten Feinschliff beim Wohnungsputz erledigt. Und dann kommt der „Du bist immer so in Hektik“-Satz und die Gesichter verziehen sich unwillig, weil man dezent darauf hindeutet, dass man erst eine Stunde später verabredet war. Nun haben wir ja zum Glück das Kind, das weder nachmittags duschen noch putzen muss und daher bestens für die Unterhaltung der Wartenden sorgen kann. „Spiel mal mit Oma“ ist da ein Satz, der sowohl die Großeltern beruhigt als auch den eigenen Stress minimiert.

Das Kind hat gestern denn auch ausgezeichnet für Entertainment gesorgt: „Mal das Bild aus!“ Das ist ein Befehl, dem strikt Folge geleistet werden muss. Die Brut pflegt den Entstehungsprozess von Gemälden zudem zu beobachten und achtet streng darauf, dass Oma auch alles richtig macht. Das verschafft mir mindestens eine halbe Stunde Aufschub.

Pünktlich zum fertigen Bild kommt dann auch Herr Müller heim, womit ich endgültig aus der Verantwortung entlassen bin. Denn nun wird mit dem Sohn zunächst der Zustand der Welt diskutiert und wie furchtbar gestresst der arme Junge aussieht. Dann werden Geschenketüten herumgereicht, in die keiner von uns hineinsehen darf, weil „alles für Weihnachten!“ Ich deponiere die Tüten auf dem Schrank und hocke mich wieder aufs Sofa, wo Herr Müller in diesem Moment einen Pullover anprobieren soll, den er allerdings auch nicht sehen darf wegen s.o. Womit auch geklärt wäre, dass auch Eltern Pullis gern mal (neben Schlafanzügen) als Geht-immer-Geschenk wählen und ich gleich meinen Satz anbringen kann: Wer sich nichts wünscht, halt selber Schuld…

Heute nun mussten wir den Besuch, weil wir eben keine Rentner sind, daheim allein zurücklassen. Wenn ich Glück habe, ist bei meiner Rückkehr am Nachmittag die Wohnung geputzt. Besonders Mütter langweilen sich ja schnell mal und gehen dann als eine Art Übersprunghandlung zum Putzen über. Wenn man zudem möchte, dass etwas erledigt ist, wenn man nach Hause kommt, muss man nur dezent den Hinweis anbringen: „Lass liegen, das mache ich nach der Arbeit.“

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21 Kommentare zu “Achtung Überfall…

  1. rebhuhn sagt:

    *g sehr geschickt, Frau Müller! *g

    ach, ich lese hier ja immer wieder gern… 🙂

  2. Juliane sagt:

    Sie sind noch nicht so lange verheiratet, gell, denn Sie scheinen ja die Basic-Rules noch nicht zu kennen.
    Regel Nr. 1:
    Sei niemals mit den Schiegereltern alleine! Wenn diese unbedingt eingeladen werden müssen, dann bitte zu einer Uhrzeit, zu der deren Sohn auch anwesend ist. Notorische Zufrühkommer werden für 30 Minuten NACH garantiertem Eintreffen des Sohnes eingeladen.
    Regel Nr. 12:
    Bei SchwieEl ab 65 erübrigt sich das Putzen. Menschen in dem Alter sehehn eh kaum noch was.

    Naja, viel Glück…

  3. Anna sagt:

    Sie lassen Ihre Schwiegereltern alleine in IHRER Wohnung? Das ist ein Vertrauensbeweis erster Güte, den ich meinen Schwiegereltern nie zugestehen wollte. 😳

  4. Sollten die schwarzen Wolken imKopf zu arg werden,meditieren Sie bitte über folgenden Gedanken:

    Irgendwann einmal werden SIE Schwiegereltern im Ruhestand sein und können dann zur Unzeit bei der Brutfamilie auftauchen. Was solls, sind ja eh alle eigentlich nicht gut genug für ihre Schätzchen, also ist das durchaus gerechtfertigt.

  5. Flohnmobil sagt:

    Gehe recht in der Annahme, das die schwierigen Eltern keine Blogs lesen?

  6. Inch sagt:

    Ich finde es beneidenswert, wie Sie mit dem Putzfimmel von Müttern und Schwiegermüttern umgehen können. Ich, gebe zu, gehöre leider zu der Sorte Weibsbilder, die sich immer getadelt fühlt, wenn die Mutter oder Schwiegermutter putzt. Das ist dämlich, ich weiß. Ist aber so. Mein Bruder dagegen, alleinerziehender Dreifach-Papa, schafft es, das die Mutter jede Woche die komplette Wohnung putzt, indem er sie einfach einmal pro Woche zum Kaffeetrinken einlädt…

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