Bügeln…

Ich habe meinen Vorsatz für das Jahr 2011 eingelöst: Bügeln.

Einmal im Jahr, so groß die Abscheu auch ist, muss auch ich ran an die Bügelwäsche. Nun habe ich ja zum Glück überhaupt nichts, das gebügelt werden muss. Aber bei Herrn Müller lässt es sich berufstechnisch nicht umgehen, dass er das eine oder andere Business-Outfit im Schrank hängen hat. Und ich rede jetzt nicht nur von schicken Anzügen. Nein, zu jedem Anzug gehören mindestens 3 bis 5 farblich passende Hemden. Und die müssen (theoretisch) immer greifbar sein.

In der Praxis sieht es eher so aus, dass Herr Müller deshalb so viele schicke Hemden besitzt, weil seine Gattin sich weigert, das Bügeleisen zu schwingen. Gegen Wäschewaschen habe ich nichts, das macht sich ja quasi von allein. Muss aber etwas gebügelt werden, falte ich es in der Regel liebevoll zusammen und platziere es im Schrank ganz nach hinten – bei uns auch Bügelgrab genannt. Da werden so lange Hemden hinversteckt, bis das Fach überquillt. Dann erst muss ich mir Gedanken übers Bügeln machen. Je nach Wäscheaufkommen können so schon mal ein paar Monate ins Land gehen. Dieses Jahr genau genommen elf.

Weil der Schrank nun aber nicht mehr zuging, habe ich mir Bügelbrett und -eisen geschnappt und mich unter viel Gezeter ans Werk gemacht (Merke: Meckern gehört zum Handwerk). Unzählige  Hemden und kaum zwei bis vier Stunden später hatte ich es dann endlich geschafft.

Für nächstes Jahr kann ich mir dann wieder vornehmen, dass ich noch Bügelwäsche machen muss. Vielleicht schaffe ich es dieses Mal bis zum Dezember.

Zur Not kaufe ich einfach noch ein paar Hemden…

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34 Kommentare zu “Bügeln…

  1. tibia sagt:

    Einfach den Herrn selber bügeln lassen. Oder Wäscheservice. Hat sich bei uns bewährt.

  2. Stef sagt:

    Nachdem ich bei WikiPedia das Wort „bügeln“ nachgeschlagen habe stelle ich fest, dass Sie sich den Heldinnenorden redlich verdient haben. Also Herr Müller: Orden basteln!

  3. Schäfchen sagt:

    Wie jetzt? Sie haben nix, was zu bügeln wäre? Einmal-Kleidung? Superteure Immerglattklamotten? Ich bügele mindestens einmal pro Woche. Ich mache etwas sehr schwerwiegendes falsch!

  4. Benedikt sagt:

    Profis haben Geräte, die ratz fatz ein Hemd gebügelt haben und gewaschene Hemden abgeben und gebügelt zurück bekommen kostet wirklich nicht die Welt.
    Ich habe in der Zeit in der ich Anzüge im Job trug kein einziges Hemd gebügelt. Einfach 20 Hemden zwischen Schrank und Wäscherei rotieren lassen war die schnellste Lösung.

    Trotzdem ziehe ich natürlich den Hut vor dem sportlichen Ehrgeiz von Frau Müller…

  5. theomix sagt:

    Fünf Sterne für die Ehrlichkeit, das hier zu berichten. Vielleicht ist es nur „gefühlte“ Ehrlichkeit. Dann seien auch die Sterne nur gefühlt…

  6. Oh Frau Müller HANDSCHÜTTEL….auch ich HASSE Bügeln….aber leider…wie solls auch anders sein ?! Während Frau sich mit Bügelfreier Wäsche begnügt und auch NUR Bügelfreie Wäsche kauft, muss es beim Mann immer gleich Hemd und Bügelfaltenhose sein…..echt ÄTZEND 😉
    Leider ist unser Schrank zu klein sonst würde ich auch 365 Hemden horten und nur einmal im Jahr bügeln…so muss ich also leider alle zwei bis drei Wochen spätestens ran, und das geht dann auch nur mit ganz viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel Fernsehen und vielen kleinen Päuschen zwischendurch *gggg*

    Glückwunsch zu den nun folgenden 12 Monate Bügelfrei *beneidbeneidbeneid* 😀

  7. FrDrSeltsam sagt:

    Gibt es da nicht so wahnsinnig praktische Knitterfrei-Ware, die man nur einmal streng anguckt und dann sind die Hemdchen des Müllers wieder glatt?

  8. Manu sagt:

    Ich muss Frau Schäfchen zustimmen. Bei mir wird allerdings gleich zweimal die Woche gebügelt und ICH HASSE ES!!

    LG

  9. rebhuhn sagt:

    hin zur wäscherei, 10er karte oder vergleichbares holen, fertsch. alles andere lohnt nicht. echt.

  10. anna sagt:

    „Bügelfrei“ gehört werbelügentechnisch in die gleiche Kategorie wie „gefühlsecht“ (es sei denn, es handelt sich um BHs). Und es würde mich ebenfalls interessieren, wie man sich eine passable Garderobe zusammenstellt, die nicht gebügelt werden muss. Spontan fallen mir nur Leggings, Wollwalkzeugs, Ballonseidentrainingsanzüge, Latexklamotten, knackenge Jeans sowie Knitterlook (also der gewollte, wo man die Wäsche nass zusammenrollen muss) ein — da würde mir doch einiges fehlen. Oder fehlt mir einfach die Perspektive der Bügelhasser?

  11. der_emil sagt:

    Oh! Liegt es vielleicht … Jedenfalls bügele ich echt gerne!

  12. Flohnmobil sagt:

    Bügeln und Wäsche waschen ist im Hause Flohnmobil Männersache. Ergeben hat es sich, weil mein Mann beweisen wollte, dass das mit der Wäsche doch gar keine so grosse Sache sein könne, wie die Hausfrauen immer behaupteten. Nun ist ihm der Job geblieben. Während er bügelt, kann ich bedenkenlos am PC sitzen und bloggen. Ohne schlechtes Gewissen.

  13. Wie bitte??? Herr Müller lässt seine hochschwangere … also auf dem Weg zur Hochschwangerschaft befindliche Frau schwerste Bügelarbeit machen???

    Also … das ist ja … ich bin … ich bin …na, wie nennt man das, wenn man begeistert in die Hände klatschen möchte?

  14. Ganz ehrlich? Ich würde ihn bügeln lassen. Ich habe nichts, was ich bügeln muss (aber trotzdem eine passable Garderobe, halt ohne Stoffhöschen und -blüschen) und ich mag bügeln nicht (ich hab nichtmal ein Bügeleisen) .

    Allerdings hatte ich auch noch nie einen Partner, der geschniegelt und gebügelt auf Arbeit erscheinen muss, daher gab es darüber auch noch keine Diskussionen 🙂

  15. rotezora sagt:

    Also, wenn ich zu wählen hätte zwischen bügeln und Staub wischen, würde ich das Bügeln vorziehen. Man kann dabei fernsehen, es riecht gut…hach, ich komme da richtig ins Schwärmen (ahäm!). Allerdings, wenn ich es recht bedenke, gibt es auch noch ein paar andere Sachen, die ich n o c h lieber täte.

    • Frau Müller sagt:

      Also wenn ich wählen könnte zwischen Bügeln und Staubsaugen, würde ich Kuchenessen nehmen. 😉 Ansonsten einfach eine gesunde Kurzsichtigkeit an den Tag legen, das erleichtert die Hausarbeit ungemein.
      Obwohl ich beim Bügeln auch festgestellt habe, wie nett es danach immer duftet… aber dafür jetzt extra Arbeit aufwenden? Neeeeeeeeeeeee!

  16. Wolfram sagt:

    Es ist eine ziemlich unpraktische Gewohnheit, ungeliebte Tätigkeiten vor sich herzuschieben. Die tun nämlich nichts anderes als eine Schneeschaufel: je länger man sie vor sich herschiebt, desto unmöglicher wird es, das ganze noch mal zu stemmen und auf die Seite zu schaufeln…

  17. Hemden bügeln kann die örtliche Wäscherei viel besser als ich, es kostet nicht die Welt, spart jede Menge Zeit und Frust und stärkt die regionale Wirtschaft 😉 Seit der beste Ehemann von allen die Liebe zu Hemden entdeckt hat, sind wir auch Stammkunden in der Wäscherei.

  18. miaklaerchen sagt:

    Noch jemand, der mein Motto des Bügelns teilt. Ich mache es auch so. Liebevoll ausgeschüttelt, glatt gestrichen und im Türmchen in den Kleiderschrank…fertig…

  19. Silberdistel sagt:

    Oh, da fällt mir ein, ich muss noch Hemden … Übrigens gibt es in unserer Familie einen Fall, da bügelt der Mann jetzt seine Hemden selbst – leider konnte ich meinen Gatten noch nicht überzeugen. Bei einer ehemaligen Kollegin ist es auch so. Da hat allerdings meine Kollegin nicht sorgsam genug gebügelt. Ihr Ehegatte musste Uniformhemden tragen, die wohl nach besonderen Maßstäben gebügelt werden müssen, meinte der Mann. Nun bügelt er seine Hemden selbst. Wer halt meckert … 🙂

    • Frau Müller sagt:

      Befragen Sie den Fall in der Familie mal, wie das geklappt hat!
      Herr Müller meckert nicht… er lobt. Das ist schlecht, weil mich Meckern viel eher davon abhalten würde zu bügeln… irgendwas ist immer…

  20. blackeyed sagt:

    bei uns muss der männliche Part seine Hemden auch selber bügeln. Hat er vor dem Zusammenzug ja schließlich auch gemacht.
    Hat zur Folge, dass er a) nur die guten WIRKLICH bügelfreien Hemden kauft. und b) den Rest manchmal zum Bügeln weggibt 😉
    Ich selber bügle nur im Sommer ein paar Mal (Leinensachen!).

    • Frau Müller sagt:

      Ich habe den Fehler gemacht, Herrn Müller damals, als ich noch eine gute Hausfrau sein wollte, vom regelmäßigen Gang zur Wäscherei abzubringen. Hätte ich das mal sein lassen. Aber so bin ich leider selber schuld…

  21. […] Bügeln ist ja immer eine ganz große Geschichte bei mir. Im letzten Jahr habe ich es zumindest geschafft, den knitterigen Wäscheberg bis zum November zu verstecken. Ich kann mir jetzt also wahlweise aussuchen, ob ich mir vornehme zu bügeln oder doch lieber den Vorsatz fasse, dieses Jahr noch mehr Knitterwäsche zu sammeln als 2011. Letzteres erscheint mir sinnvoller, weil tatsächlich durchführbar. […]

  22. […] an: Es muss gebügelt werden. Wer sich im letzten Jahr hier schon herumgetrieben hat und mein Bügeldilemma kennt, darf mir gratulieren. Ich habe heuer einen Monat länger […]

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