Hannes…

Hannes ist wieder da. Meist sitzt er im Bad in einer Ecke und tut so, als wäre er unsichtbar. Das macht er seit Jahren so. Manchmal schleicht er sich auch ins Schlafzimmer und ganz selten kann man ihn im Wohnzimmer entdecken.

Hannes macht nicht viel. Er hängt rum. Den lieben langen Tag. Und ist dabei außerordentlich leise und unauffällig. Nur manchmal, wenn man ihn aus Versehen in seiner Ecke entdeckt, kriegt man einen Schreck. Aber eigentlich passiert das nur Menschen, die zu Besuch da sind. Die zeigen dann auf Hannes und verziehen das Gesicht.

Hannes möchte nicht ausziehen. Es geht ihm gut bei uns. Das können wir daran erkennen, dass er, besonders im Sommer, richtig fett wird. Winters hält er immer ein wenig Diät. Da ist er auch weniger umtriebig und geht kaum einmal weg aus seiner Ecke. Im Winter ist Hannes genügsam.

In regelmäßigen Abständen wollen wir trotzdem, dass Hannes auszieht. Dann setzen wir ihn einfach vor die Tür. Meist geht er dann seiner Wege und wir sind sicher, dass er sich nun endlich eine eigene Bleibe sucht. Oft sitzt Hannes aber am nächsten Morgen wieder in seiner Ecke und tut, als wäre nichts gewesen. Wir seufzen dann schwer und schauen Hannes strafend an. Dann winkt er mit einem seiner acht Beine, zwinkert uns zu und fasst eine unsichtbare Fliege ins Auge. Hannes, unsere große Zitterspinne… (das Bild googlen Sie bitte selbst, ich will ja niemanden verscheuchen).

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22 Kommentare zu “Hannes…

  1. Inch sagt:

    Jaja, Heimtiere sind wichtig. Vor allem Kinder können lernene, Verantwortung zu übernehmen. Oder so…

  2. Silberdistel sagt:

    Unser Hannes ist ein Mädchen und heißt Arachne. Sie ist eine große schwarze Kellerspinne. Da wir keinen Keller haben, meint sie, mit uns gemeinsam die Wohnräume bewohnen zu müssen. Rausetzen an die frische Luft nützt gar nichts. Wahrscheinlich ist sie schneller wieder drin als wir.

  3. Doktor Peh sagt:

    Ist Hannes nicht auch neulich bei Ihnen im Auto mitgefahren, Frau Müller?

  4. Lisbeth sagt:

    Hm, da lande ich beim Umherstreifen zufällig auf diesem Blog und ich muss sagen: mir gefällts hier. 🙂 Es macht Spaß, die Beiträge zu lesen. Hier schaue ich jetzt öfter mal vorbei. Viele Grüße, Lisbeth

  5. Anja sagt:

    Hatten wir auch, so einen Hannes. Haben ihn ebenso geduldig immer mal wieder vor die Tuer gesetzt. War dann wie ein Spiel, wer als erstes wieder drinnen ist. Und obwohl unser Hannes niemals die Kraft hatte, die Haustuer zuzuschlagen, hat er meistens gewonnen. Gelegentlich mussten wir Besucher davon abhalten, ihn in die ewigen Jagdgruende zu befoerdern (besonders [Schwieger-]Muetter). Erst seitdem wir weit weggezogen sind, ist er nicht mehr bei uns, dafuer andere stille Mitbewohner. Ich sag mal so: Unser Hannes war mir lieber…

  6. der_emil sagt:

    Meine Flur-Thekla würde ich niemals hinaussetzen. Wir alle wissen doch, was mit ausgesetzten Haustieren geschieht und wie überlastet und überbelegt die Tierheime sowieso schon sind.

  7. sanetes sagt:

    Vielen Dank, dass Sie auf ein Bild in diesem Post verzichtet haben. 🙂

    Bei mir gibt es eine einfache Regel: Hausflurtheklas und Rollladenkästenbaumler dürfen bleiben. Wer sich über Schwelle oder Fensterrahmen bewegt, hat leider Pech gehabt.

    Meine 8beinphobie ist nicht mehr so schlimm, dass ich ernsthaft in Erwägung ziehe, einen Streifenwagen anzuhalten wenn ich mich wegen so eines Viechs aus meiner Wohnung geflüchtet habe. Größeren Exemplaren könnte es dennoch wieder passieren, dass ihnen ein Vogelsandsack auf Kopf und alle 8 Beine fällt.

    Die kleineren erlegt der Staubsauger.

    • Frau Müller sagt:

      Seit wir den Garten haben, hat sich meine Achtbeinophobie merklich entspannt. Da hüpft einfach zu viel Zeugs rum. Das therapiert. Auch wenn es eine Weile dauert.

    • Anna sagt:

      Oh, da bin ich voll und ganz bei Ihnen liebe Sanetes !!!

      Alles mit mehr als 4 Beinen hat in meiner Wohnung nichts verloren – und bei 8 hört jede Toleranz auf.
      Auch ich habe einen Jagd-Staubsauger, der mir treu zur Seite steht. Wenn sie dafür zu groß sind, bin ich sowieso sofort mindestens zwei geschlossene Türen weiter und brülle um Hilfe.

      Lieben Dank für Bild-Nicht-Posten Frau Müller!

  8. Tanni sagt:

    Spinnen vermehren sich überaus rasch… evtl ist es schon Hannes Jr. der sie da bergrüßt und vor allem sind Spinnen heutzutage auch nicht dohv, die haben auch schon Navi’s damit sie ihre Ecke wiederfinden 😉
    … ich mag Spinnen und Spinner (glaub-ich)

  9. engelchenfiona sagt:

    hannes hat eindeutig mehrere wohnräume, hier hängt er gern mal über der schlafstubentür

  10. der Muger sagt:

    … scheint eindeutig ein Frauenthema zu sein!

    Wir Kerle haben mit dem Wohnungs-Viehzeug kein Problem, solange es nicht über den Bildschirm marschiert. Oder uns das Essen streitig macht.

    liebe Grüsse vom Muger

  11. Benedikt sagt:

    @Murger: Das meinst Du…
    Ich habe schon Freunde angerufen, damit sie, die am Strand lagen, sich ins Auto setzen und 30 Minuten fahren, weil eine Spinne im Wohnzimmer im Ferienhaus war.
    Die Tatsache, dass meine Freunde das auch noch machten zeigt vielleicht, wie ernst so ein Notruf für mich ist.

    In meiner Wohnung rede ich mit den evtl. versteckten Spinnen. Ich wünsche ihnen ein wunderbares Leben und empfehle den Auszug aus meiner Wohnung und drohe mit Ermordung, wenn sie sich blicken lassen. 2 Tage später kommt die große Spraydose von Bayer und sprüht alle Tür- und Fensterrahmen ein. Damit sollte eigentlich klar sein, wer auf welcher Seite wohnt.

    Und wer das dann nicht versteht… *FLAPP!* Bei so viel Dummheit muss ich Darwin dann mal zur Hand gehen.

    • Stef sagt:

      Ich habe schon Freunde angerufen, damit sie, die am Strand lagen, sich ins Auto setzen und 30 Minuten fahren, weil eine Spinne im Wohnzimmer im Ferienhaus war.

      Ich glaube, es waren nur 15 Minuten Fahrweg, die 15 Minuten davor hatten wir gebraucht um den Kopf zu schütteln… 😉

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