Schwer: Wünsche wünschen…

Ich hätte es wissen müssen. Als das Telefon klingelte, hätte ich den Braten eigentlich riechen müssen.

„Wir brauchen eure Wunschlisten!“ höre ich eine atemlose Stimme am anderen Ende der Leitung. Kurz bin ich orientierungslos – was für Wunschlisten? Aber dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Weihnachten… schon wieder.

Jedes Jahr aufs Neue der Stress mit den Weihnachtsgeschenken. Noch dazu haben sowohl ich als auch Herr Müller ausgerechnet im letzten Quartal des Jahres Geburtstag. Da muss man sich quasi im Sommer schon über die Beschenkung Gedanken machen, damit sich für jeden in der Familie etwas ergibt.

Derzeit haben wir so ziemlich alles im Kopf, leider gehört Weihnachten nicht dazu. „Wir brauchen nichts!“ versuche ich es mit dem, was ich normalerweise von Eltern und Großeltern höre. Tatsächlich schnauft es am anderen Ende der Leitung und ich weiß: Treffer. Versenkt.

„Ne, echt!“ höre ich mich sagen. „Wir brauchen nichts. Warum schenken wir uns nicht einfach mal gar nichts?“

„Das können wir doch nicht machen!“

Doch, können wir, aber irgendwie traut sich dann jedes Jahr doch keiner.

„Was möchtet ihr denn?“ frage ich, sanft das Thema wechselnd. Beinahe höre ich „wir brauchen nichs“, aber da war ich dieses Jahr einfach schneller. Schnell füge ich ein: „Wunschlisten gibt es nur im Austausch“ hinzu. Damit haben wir sie in der Tasche… hoffe ich…

Wir verbleiben mit einem unverbindlichen: „Ich mache mir mal Gedanken.“ Das verschafft mir ungefähr eine Woche Aufschub.

Merke: Wenn gar nichts geht, Schlafanzug geht immer.

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7 Kommentare zu “Schwer: Wünsche wünschen…

  1. sanetes sagt:

    Wunschlisten und Geschenke haben bei mir häufig mit Feinkostgeschäften zu tun. 😀 Am allertollsten finde ich kleine, wirklich nützliche Geschenke.

    Einmal habe ich einer Freundin ein Verlängerungskabel für ihr Telefon geschenkt. Boah, war die enttäuscht. Bis sie es dann tatsächlich eingestöpselt hatte und erkannte, was mir schon lange klar war: es ist einfach schöner, stundenlange Telefongespräche an einem gemütlichen Plätzchen und nicht im finsteren Flur zu führen.

    Aber sowas kann man sich natürlich nicht selber wünschen.

  2. Inch sagt:

    Ich HASSE nützliche Geschenke! Sowas habe ich jahrelang von meiner Mutter gekriegt und mich dann immer gefragt, ob das neue Ofenblech jetzt irgendetwas mit dem berühmten Wink mit dem Zaunspfahl zu tun hat? Aber wenn ich mir dann ein wirklich teures Buch wünsche guckt sie mich immer so merkwürdig an…

    • sanetes sagt:

      Oh weia! Nein, die Art von nützlichen Geschenken natürlich nicht! Auch sonst keine Geschenke, die dem anderen gefallen „sollten“. Wer mir einen Liebesroman schenkt, macht sich damit ja auch unbeliebt.

  3. Manu sagt:

    Seit wir Kinder haben gibt es für uns keine Geschenke mehr, außer die übliche Flasche Prosecco, oder die Lieblingspralinen. Und im Gegenzug sieht das dann auch so aus. Ich liebe es!!

    LG

  4. Stef sagt:

    Zu Weihnachten gibt’s höchstens Kleinigkeiten, und das auch nur im gaaanz kleinen Kreise. Für Geburtstage habe ich immer ne kleine Wunschliste online – und außerdem nen sehr einfallsreichen und kreativen Freundeskreis. Wenn ich nur mal genau so einfallsreich und kreativ wäre… 😉

  5. jana sagt:

    Macht’s so wie ich…einfach nicht mehr mitmachen 🙂

  6. pitdieerste sagt:

    einfach den amazon-wunschzettel ausdrucken und überreichen*g*

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