Kochblog… nicht hier…

Warum schreibe ich eigentlich kein Kochblog? Gestern lief ja der Film „Julie & Julia“ im Fernsehen. Eingeschaltet habe ich rein wegen Meryl Streep und weil sonst nichts kam. Herr Müller besaß die Freundlichkeit, die erste halbe Stunde des Films neben mir auszuharren, verschwand in der Werbepause aber auf unerklärliche Weise. Und ich dachte mir die ganze Zeit: Warum mache ich sowas nicht auch (Kochbloggen, nicht Verschwinden)?

Ich könnte mir Klassiker wie das „The New York Times Cookbook“ von 1961 vornehmen, das ich besitze, und alle gefühlten zwei Millionen Gerichte nachkochen. Vielleicht alle zwei Tage mal eins. Dann bin ich schon 5.000 Jahre beschäftigt. Andererseits fehlt mir da nicht nur die Zeit sondern auch die Muße. Klar, gelegentlich komme ich gern nach der Arbeit heim und stelle mich freudestrahlend an den Herd, um für Mann und Kind Kulinarisches zu zaubern. Oft bin ich aber einfach nur froh, wenn Abends die Pommesbude noch offen hat oder das Kind nach Grießbrei verlangt.

Um zurück zum Film zu kommen: Ich habe leider auch nicht viel länger ausgehalten als Herr Müller. Wahrscheinlich muss ich mich jetzt dafür schämen. Aber selbst die grandiose Meryl Streep ging mir nach kürzester Zeit unglaublich auf die Nerven. Und warum hat Amy Adams aka Julie eigentlich nie einen kulinarischen Rückschlag. Sicher, sie kann keine Eier pochieren und kriegt einen halben Nervenzusammenbruch beim Hummerkochen. Aber trotzdem schmeckt immer alles super. Da frage ich mich doch: Ist das realistisch? Oder kann nur ich nicht vernünftig kochen?

Fragen über Fragen. Und mache ich nun ein Kochblog?

Wahrscheinlich nicht…

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19 Kommentare zu “Kochblog… nicht hier…

  1. Tanni sagt:

    Ich schliesse mich dem „Verschwinder-Clan“ an, auch ich fands am Anfang erst mal ganz nett aber spätestens als mir wieder gezeigt wurde wie schlecht ich Zwiebeln schneide und wie penetrant die Olle alles super und toll fand und überall Bon Appetite rumgelabert wurde,…. ich äh habe zu den Simpsons umgeschaltet weil = leichtere Kost 🙂 Vor allem Unsinnig sich dafür nur 1 Jahr zu geben, man hat doch auch mal was anderes vor …. und lecker war das nur im Film denn das IST unrealistisch und immer wenn man was neues Testet schmeckt es net automatisch subba lekka *rumwürz* 😉 okili dokili?

  2. Lilly sagt:

    Sie hätten ja schon ein bewährtes Rezept! Den Hackbraten! 🙂 Den können SIe doch der Welt nicht vorenthalten. Schließlich hat Herr Müller ihn doch unbeschadet überstanden. Oder?!

  3. Manu sagt:

    Ich mag den Film, das ist aber Geschmackssache. 😉 Und ein Foodblog ist mal richtig aufwändig. Auch nichts für mich. 😉

    Aber seit ich Foodblogs kenne kaufe ich keine Kochbücher und Essenszeitschriften mehr.

    LG

  4. sanetes sagt:

    Ich hab fünf Artikel über Kochen / Essen gepostet. Manu hat recht, das ist aufwändig. Es reicht nicht, sich aufs Kochen zu konzentrieren, sondern man muss ja gleichzeitig Fotos und evtl Notizen machen. Bei dem Versuch das Geschmackserlebnis einer Schokolade zu beschreiben, hab ich gleich nochmal Nachschlag gebraucht.

    Mein Rotweinbild vom Leseabend ist getürkt. Das ist Kirschsaft im Glas. Ich wollte das Foto tagsüber machen, wegen des Lichts. Den Wein habe ich ganz unfotografiert nach Sonnenuntergang getrunken. Der Rest ist auch getürkt. Die Kuscheldecke liegt auf dem Küchentisch, damit das Glas sicher steht und die Beleuchtung passt.

    Ich werde weiter ab und zu einen Kocheintrag posten, aber wenn mir das zu stressig ist, gehe ich halt wieder in irgendeine Kirche und knips Skelette. 😀

    Liebe Frau Müller, bleiben Sie lieber bei den alltäglich-wahnsinnigen Anekdoten.

    • Frau Müller sagt:

      Sie haben beschissen? Mit Kirschsaft? Schämen Sie sich. 😉
      Aber um beim Thema zu bleiben:Ich kannte mal einen Food-Designer, der mich darüber aufklärte, wie die ganzen tollen Hochglanzbilder in Kochmagazinen und -büchern zustande kommen. Da ist Kirschsaft pille-palle… 😀

      • asty sagt:

        Davon habe ich auch schon gehört. Als ich mal an einem Food-Fotoshooting war, dachten wir, wir könnten all die leckeren Sachen hinterher vertilgen……….
        tja, so kann man sich täuschen, das war alles ungeniessbar!!!

        Gruss
        asty

  5. Anna sagt:

    Den Film habe ich mir gestern auch angeschaut. Bis zum Ende und das, obwohl ich Julia nach 2 Stunden ein wenig nervig fand. Den MamS verschlug es nach ner Dreiviertelstunde ins Nebenzimmer. :mrgreen:

    Aber ein Kochblog? Och Frau Müller, bloggen se doch einfach so weiter wie bisher. Mir gefällt das gut… falls Sie das interessiert. 😛

  6. Maini sagt:

    Um Sie zu beruhigen: ein Gericht ging ja schief, da sie einschlief und den Wecker nicht hørte. Und beim nochmaligen Kochen war es wohl zu fad, da ihr Mann nachgesalzen hat. Ich fand den Film an sich ganz gut, wobei Julia schon etwas auf die Nerven ging. Was ich jedoch ueberhaupt nicht verstand, war der Anrufer gegen Ende, der zu Julie meinte, Julia fænde das nicht so toll, was Julie da so treibt, wobei unklar war, ob Julia ueberhaupt den Blog gelesen hat und was der Grund fuer ihr Missfallen war. Vielleicht kann mich da ja jemand aufklæren.

  7. sweetkoffie sagt:

    Frau Müller, nur wege ein paar Kochrezepten uns -tipps gleich ein Kochblog?
    Das könnte recht zeitaufwendig werden.

    Wenn ich ein Schnitzel essen will kaufe ich mir doch auch kein ganzes Schwein .. 😉

    Grüßle!

  8. extrafruity sagt:

    Ich habe das Buch angefangen und nach ca. einem Drittel weggelegt. Ich fand es furchtbar öde. Dabei klang die Idee ganz spannend.

    Achja, Foodblog… Ich hole mir gern Ideen, aber eher in „normalen“ Blogs, die nur ab und an mal schreiben, dass ihnen dieses oder jenes Essen besonders gut geschmeckt hat. Da weiß ich, dass sind keine Experten, die das Essen erst eine Stunde auf dem Teller arrangiert haben, bis es lecker aussieht und kalt ist, sondern die schnell einen Schnappschuss vom Teller machen, weil es gerade so lecker ist – und die alltagstaugliches Essen kochen, das man auch ohne Kochdiplom hinkriegen kann! Ein Rezept dazu ist dann auch immer nett. Selbst mache ich das ab und an… Seeeehr selten!

    Lieben Gruß!

    • Frau Müller sagt:

      Also für den Fall kann man ja auuch sowas machen wie: Die unperfekte Küche. Oder: Was alles schiefgehen kann. Das ist bestimmt auch viel unterhaltsamer als ein philosophisches Kochblog

  9. Ich glaube, der Typ der am Schluss anrief war von der Presse. Der wollte bloß ein Statement. Er hatte Frau Childs gefragt, was sie vom Blog hielte, den sie natürlich nicht kannte. So murmelte sie etwas von „respektlos“ – wahrscheinlich weil sie glaubt, der Blog würde ihr Buch plagiieren. (Dabei hat es gerade zur Xten Neuauflage und zahlreichen übersetzungen in alle Welt geführt – ich kannte das Buch jedenfalls vorher nicht)
    Oder sie meinte den Interviewer. Jedenfalls hat der nichts besseres zu tun als die Bloggerin anzurufen und ihr das „Zitat“ zum Kommentar zu präsentieren. Sie kommentiert es nicht, hat aber eine schlaflose Nacht, weil ihr großes Idol ihre tolle Aktion so abfällig kommentiert hat. Am Schluss beschließt sie, sich nichts draus zu machen.
    Presse halt

    Kochblogs lesen ist besser als Kochblogs schreiben

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