Katze vs. Tierarzt…

Unser Viechzeug muss regelmäßig zum Tierarzt: Spritzen abholen. Wir wissen unsere Tiere bei der wilden Flora und Fauna der Nachbarschaft nämlich gern geimpft.

Zwei Katzen gleichzeitig zum Veterinär zu schaffen, will allerdings gut geplant sein…

Meistens stellen wir schon einige Tage im Vorfeld die Transportboxen ins Wohnzimmer, damit die Katzen sich schon einmal daran gewöhnen können. Die wissen nämlich genau, was die zwei Kästen da zu bedeuten haben und verstecken sich erstmal in den unendlichen Weiten unseres Häuschens. Gern auch mehrere Stunden lang. Haben sie dann entdeckt, dass niemand hinter ihnen her ist, der sie in die Boxen verfrachten möchte, lassen sie sich zumindest wieder sehen – meiden allerdings einen ausreichenden Fluchtradius um die Boxen. Auch gestreichelt werden Sie in dieser Zeit nur ungern, wenn sie wissen genau: Körperkontakt kann auch ein Vorspiel zum Fang sein.

Nach etwa zwei Tagen legt sich dieser Stress etwas und die Katzen lassen sich nun auch wieder im Wohnzimmer blicken – allerdings immer noch mit Sicherheitsabstand. Am Tag des Tierarztbesuches muss man dann einfach schnell sein. Und am Besten zu zweit. Man betritt den Raum, greift sich die nächstliegende Katze und versucht sie ohne viel Brimborium in die Transportbox zu stopfen. Merke hier: Katzen sich unglaublich wendig. Bei Aufkeimen von Gefahr besitzen sie die Fähigkeit, die Wirbelsäule an sämtlichen Wirbeln auszuklinken, womit es dem Tier möglich ist, in alle Richtungen auf einmal zu treten und zu kratzen. Das Tier kann sich gleichzeitig an der Katzenkiste abstoßen, Ihnen ins Bein beißen, das Gesicht zerkratzen und sogar noch gen Tür springen… Sind Sie ein versierter Katzenbesitzer, haben Sie das natürlich eingeplant und sind entsprechend geschützt. Merke: Topfhandschuhe sind nicht nur beim Kochen Gold wert…

Mit Katze zwei sollte das Verfrachten übrigens möglichst zeitgleich passieren, weswegen Sie ja auch Ihren Lebensabschnittsgefährten dabei haben. Das produziert für ein paar Minuten unglaublichen Lärm von Mensch und Tier, hat aber den Vorteil, dass beide Tiere zeitgleich sicher verwahrt sind und Sie sich nicht für die nächsten 2 Stunden auf die Suche nach Katze zwei machen müssen.

Haben Sie den Tasmanischen Teufel, der mal Ihre Katze war, endlich erfolgreich eingesperrt, ist diese in der Regel noch eine Weile damit beschäftigt, Sie böse anzuknurren. Zwei Katzen knurren sich auch gern gegenseitig an, wahrscheinlich deshalb, weil die eine nicht, wie abgesprochen, auf die andere aufgepasst hat. Spätestens, wenn Sie sich aber auf dem Weg zum Auto machen, wird Miez in eine katatonische Starre verfallen, sie sich erst wieder löst, wenn der Tierarzt im Behandlungszimmer die Box öffnet. Die Freiheit vor Augen wird Miez in diesem Augenblick wieder lebendig und klinkt vorsichtshalber erneut die Wirbelsäule aus. So ein Veterinär allerdings ist auf alles vorbereitet. Er packt Miez am Kragen, Spritze rein, fertig, Kiste zu. 20€ bitte.

Wieder im Warteraum lässt dann die feline Anspannung deutlich nach, was Sie auch daran erkennen, dass es Ihnen plötzlich ganz warm ums Bein wird und die Kinder mit dem kranken Kaninchen albern kichern. Die Arzthelferin kennt das schon und springt herbei, um das Katzenpipi wegzuwischen und Ihnen ein ZEWA anzureichen, damit Sie sich trocknen können. Durch die kleine Tür im Katzenkorb schaut Sie Ihr Kater finster an – Sie beide wissen: Er hat das absichtlich gemacht. Und er hat noch eine ausreichend große Ladung aufgehoben, um sie später auf den Wohnzimmerteppich zu setzen…

P.S. Es ist mir schleierhaft, wie Frau Jansen aus der Seitenstraße es immer wieder schafft, ihr „Peterle“ auf dem Arm zum Tierarzt zu tragen, ohne dass das Tier auch nur einen müden Fluchtversuch unternimmt…

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20 Kommentare zu “Katze vs. Tierarzt…

  1. Schäfchen sagt:

    Hier läuft es wie folgt ab:
    Der Kater lässt sich nur schwierig einfangen. Dann macht er sich bloß etwas steif und lässt sich ansonsten ohne Gegenwehr in die Box falten. Ähnliche Schockstarre beim Arzt. Tapfer bis in die Schnurrhaarspitzen. Und so unendlich dankbar, dass er wieder mit nach Hause darf. Ehrlich. Das bricht einem fast das Herz. Er hatte vorher (wir haben ihn aus dem Tierheim) wohl wirklich kein sehr schönes Leben…

    Die Katze liebt die Box und geht gerne rein. Mutiert dann zur wirbellosen Kampfamazone, die die Praxis zusammenkreischt, als ob man sie töten wolle. Wieder zuhause läuft sie mit gepimptem Peitsche-Schweif und ultragroßen Pupillen durch die Bude… und ist nach dem Abregen sehr schmusebedürftig.

    Ich bin immer sehr froh, wenn alles überstanden ist *seufz*

  2. Doktor Peh sagt:

    Ich vermute, Frau Jansen setzt Drogen ein.

    Oder einen Holzhammer.

  3. Mendian sagt:

    Frau Mueller, Sie haben den Ich-fahr-nur-kurz-mit-der-Katze-zum-Tierarzt-Gehoerschutz nicht erwaehnt. *anmerkt*

  4. Brossbox sagt:

    Hihi, dabei meint man es doch immer nur gut mit den kleinen Haustiegern !!

  5. asty sagt:

    sehr amüsant Ihre Geschichte.

    Hier jetzt mal eine ganz ernst gemeinte Frage dazu: Wenn die Katzen Freigänger sind und der Arzttermin beispielsweise um 16.00 Uhr oder so. Kommen die Tierchen dann ganz brav so gegen 15.30 Uhr mal rein, damit Sie nachher pünktlich beim Doktor sein können?

    Oder dürfen die dann den ganzen Tag nicht raus?

    Wir waren nur beim Tierarzt, als die Katze noch gar nicht rausdurfte (Eingewöhnungszeit) und daher frage ich mich, wie ich das beim nächsten Besuch anstellen soll……

    Liebe Grüsse
    asty

    • Frau Müller sagt:

      Eins können unsere Katzen: Auf Kommando nach Hause kommen. Das haben wir in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit „antrainiert“. Es gibt halt immer ein Goodie, wenn die Katzen reinkommen, nachdem wir sie gerufen haben. Klappt in 85% der Fälle. Immerhin.

  6. Tja, ich weiss nicht, WAS Sie bei der Erziehung falsch gemacht haben. Unsere Katzen fahren auf dem Schoss im Auto zum Tierarzt. Bis auf ein kleines Malheur, bei dem ich gelernt habe, dass sich anverdautes Katzenfutter nur schwer aus der Schalthebelritze entfernen laesst, ging das bis jetzt immer gut.

    • Frau Müller sagt:

      Nennen Sie eine Ragdoll Ihr Eigen? Mit der kann man das, habe ich gehört, machen. Mit unseren Bauernhofmiezen möchte ich nirgends auf dem Arm hinspazieren… 😉

      • Nee, wir haben auch Bauernhofmietzen. Aber das Stillhalten im Arm hab ich jahrelang trainiert, anders bekommt man Zecken, Luftgewehrkugeln (ja, genau ueber’m Auge) und abgebrochene Zaehne nicht entfernt.

  7. Michael sagt:

    Auch auf die Gefahr hin, dass dies die Chance auf künftige amüsante Beiträge verringert:

    Hier ist wohl der ultimative Trick zu sehen:

    http://www.linkfun.net/fun-videos/tierarzt_deaktiviert_katze_video-6189

    (Hoffe der Link wird nicht rausgefiltert 🙂

  8. AnGarasu sagt:

    Deswegen haben wir keinen Katzen“korb“, sondern eine Katzentransportbox. Da bleibt alles drin und die Katze gart im eigenen Sud. Geschieht ihr dann auch recht. Passiert aber selten.
    Während der Fahrt greifen aber alle drei dann gerne mal durch das Gitter und hacken kräftig in die auf dem Schaltknüppel liegende Hand. Danach wird die Box fluchend von uns umgedreht und die Katzen dürfen den Rest der Fahrt zur Strafe die Rücklehne des Sitzes anstarren.
    Beim Arzt fängt die Weiße dann an, wie wild zu schäumen und bekommt ein doppeltes Lätzchen in der Größe einer Tischdecke unter gelegt, weil sonst der gesamte Untersuchungstisch anfängt zu schwimmen. Die Rote kreischt wie der Leibhaftige und verwandelt sich in diesen, sobald man sie auch nur ansieht, während der Graue stoisch bleibt und sich in Zeitlupe wie ein Chamäleon bewegt.

  9. fieldothecat sagt:

    Aber, aber, Herr und Frau Müller, ich habe ein gewisses Verständnis für ihr …äh…“Viechzeug“ (also bitte schön!!!).
    Würde es Ihnen etwa gefallen, bei der nächsten fälligen Impfung in einen Käfig gestopft zu werden (der vorgängig notabene mehrere Tage ihr Wohnzimmer verschandelt und Ihnen die Freude am Leben vermiest hat), bloss damit man Ihnen eine Spritze in den Allerwertesten jagt? Und das für läppische zwanzig Euro?! Sowas müsste unerschwinglich sein, sag‘ ich – unerschwinglich!
    Hochachtungsvoll
    Fieldo the cat

    • Frau Müller sagt:

      Wenn Sie wüssten, Lieber Fieldo, was unsereins schon hat durchmachen müssen… Da wäre mir eine halbjährliche Spritze lieber.
      Aber das mit dem Käfig muss leider sein. Schon aus reinem Selbstschutz… Die Argumente unserer Katzen sind mir dann doch zu schmerzhaft.
      🙂

  10. S. Van Lure sagt:

    ^^ die armen beiden miezen. niemand geht gerne zum arzt;)

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