Weg damit…

Das Thema ist ja derzeit in aller Munde: Vernichtung genießbarer Lebensmittel. (Ist Ihnen übrigens der Wortwitz aufgefallen? Etwas zu plakativ?)

Diesbehuflich habe ich mich nun einmal in unseren Schränken nach „abgelaufenen“ Lebensmitteln umgesehen. Meist steht sowas ja gaaanz hinten im Kühlschrank und hat schon Raureif angesetzt. Ich habe strikte Regeln, was Fleisch, Wurst und Eier anbelangt. Darüber hinaus nehme ich es mit dem MHD nicht ganz so genau. Herr Müller ist da entschiedener. Der lehnt seinen Joghurt schon ab, wenn der einen Tag drüber ist. Dass so ein extra haltbar gemachtes Milchprodukt (und etwas anderes ist Joghurt  nicht) aufgrund einer aufgedruckten Zahl nicht von jetzt auf gleich kontaminiert, will er mir nicht so recht abkaufen. Außerdem heißt es ja Mindesthaltbarkeitsdatum, nicht wahr? Mindest sollte doch allgemein implizieren, dass nach hinten noch Luft ist, oder?

Üblicherweise reicht es auch aus, bei der Lebensmittelprüfung den eigenen Sinnen zu vertrauen: Deckel auf, Nase dran. Das klärt oft schon vieles. Wenn man dabei auch noch die Augen aufmacht, ist man eigentlich schon ziemlich gut dabei und sollte eventuelle Unregelmäßigkeiten schnell ausgemacht haben… (Wenn der Käse übrigens flauschig geworden ist und Sie anknurrt, dürfen Sie ihn in der freien Wildbahn aussetzen. Wenn Sie ihm einen Namen geben, sind Sie selbst schuld.)

Unser Kühlschrankfund bestand nun aus 3 Joghurts aus dem August und einer Mousse au Chocolat vom Juli. Und ein bisschen flitschiger Wurst, die wir dem Kater vorgeworfen haben. Der frisst bekanntlich alles, es sei denn, es ist wirklich schlecht. Vielleicht sollten wir demnächst bei Ungenauigkeiten im Zuge unserer olfaktorischen Lebensmittelprüfung einfach mal die Katze zurate ziehen: Wenn er es gefressen hat, war es gut, dann hätten wir auch noch… Und das tut dann auch dem Gewissen gut.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen: Es geht die Mär, dass jeder Haushalt über mindestens eine Konservendose verfügt, deren Inhalt bereits seit wenigstens 5 Jahren abgelaufen ist. Können Sie das bestätigen? Bei uns ist es Serbischer Bohneneintopf, offiziell abgelaufen im Jahr 2005. So etwas heben wir normalerweise für den nächsten (bestimmt anstehenden) Junggesellenabschied auf. Da machen wir dann das Etikett ab und… naja, das ist eine andere Geschichte.

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30 Kommentare zu “Weg damit…

  1. Stef sagt:

    Ha – das am längsten zurückliegende Ablaufdatum ist bei der Kartoffelsuppe verzeichnet, und das ist auch lediglich Februar – diesen Jahres! Aber das war auch schon mal anders

  2. Doktor Peh sagt:

    Hmm. Also nach dem Auszug meiner Exfrau und der Sichtung der Vorräte kam mir, das muss so 2008 gewesen sein, noch ein Mag*i-Fix Tütchen für irgendwas unter die Finger, das bis mindestens 1992 haltbar war. Hätte ich es dem Museum für ausgestorbene Tütensuppen vermachen müssen?

    Was Joghurt betrifft: ich hatte auch schon welche, die sich vor Erreichen des MHD per Pelz winterfest machten.
    Aber wie sagte meine Mutter dereinst so richtig? „Schokolade einen Monat abgelaufen? Dann kann man sie ja bald essen…“

  3. Inch sagt:

    Ha! MIR KANN SOWAS derzeit NICHT passieren! Die Küchenschränke habe ich im Rahmen der Aktion „300 Dinge, die ich nicht brauche“ nämlich schon nach Unbrauchbarem durchsucht. Wie alt die Backzutaten und die Konserven, die ich da gefunden habe, waren, sag ich nicht. Aber zusammen mit Dr. Peh’s Tütensuppe hätten wir sicher ein Museum eröffnen können. Schade eigentlich – wieder eine verpasste Geschäftsidee

  4. Manu sagt:

    Neee, bei uns gibt es soo alte Dosen nicht. Maximal drei Jahre drüber, aber doch nicht fünf…

    LG

  5. ichnuwieder sagt:

    ich biete ein glas sardellen aus meiner letzten schrank-sichtung, mit mhd 2006, deckel bereits leicht gewölbt….
    ich war einfach nur froh, daß ich es vor der explosion aus dem verkehr gezogen habe…

  6. Frau Müller DAS kann ich toppen 😀
    Als ich 2006 zu meinem Mann ins Haus zog, bei dem bis dato noch die werte ExFrau wohnte, entrümpelte ich dessen Vorratskammer. Und Ex-Schwieva war ein Mensch von selbstgemachten Eingewecktem, Marmeladen und Eingefrorenem. Und das schärftste waren eingeweckte Mirabellen von 1994….und von dem Rest möchte ich hier lieber nix erzählen 😉
    jaja die lebten schon fast und suchten verzweifelt den Weg zum Kompost ! Pfiuuuuuu….

    In unserem heutigen Hausstand hält sich das mit der Verderblichen Ware eigentlich im Rahmen denn bei zwei verfressenen Männern……was soll da schon groß schlecht werden 😀

  7. Anna sagt:

    OhOh…

    ich habe meine Wochenendpläne geändert und werde mich hochgradig motiviert mit Küchen- und Kühlschrank auseinandersetzen…

    und ich ahne jetzt schon gar Fürchterliches… 😀

    • Frau Müller sagt:

      Ich verlange einen ausführlichen Bericht! 😀

      • Anna sagt:

        Gemüsebrühe im Glas, 2007
        Quittengelee von meiner Tante, ohne Datum, gefühlte 10 Jahre alt
        Spaghetti-Fertig-Produkt (für den Notfall), 2005

        .. und im Kühlschrank eine verschlossene Plastikschüssel, die ich mich nicht zu öffnen wage… sie beult sich so verdächtig… 😀

  8. ichnuwieder sagt:

    ich überbiete mich selbst:
    grad gefunden— fliederbeersaft mit mhd ende 2000..

    moah- der ist schon… öhm…. 3x mit mir umgezogen…

  9. CeKaDo sagt:

    Seitdem mein Kind aus dem Hause ist, bin ich der absolute Herr über meine Vorräte. Keine angefangenen Packungen in 1000er Mengen mehr, keine aufgerissenen Tüten im Schrank und im Kinderzimmer, biblische Ordnung im Vorratsschrank und gähnende Leere im Kühlschrank.

    Ich besitze keine abgelaufenen Lebensmittel, keine ungeklärten Tiefkühlprodukte, einfach nichts in dieser Art, wenn es Lebensmittel betrifft. Ich Glücklicher. Ich habe aus vielen Ehe- und Erziehungsjahren gelernt.

    Aber fragen Sie mich mal, wie es in meinen Schränken mit den anderen Sachen aussieht. Bücher, Büromaterial, Gedöns, Kleidung usw. Da brauche ich wohl ein Einsatzteam.

  10. Wolfram sagt:

    Eingewecktes hält sich ewig, das ist wie Wein.
    Und Fleisch, das schon von gestern ist, wird kräftig mariniert, das haben die schon im Mittelalter so gemacht. Fisch dagegen in Zitrone eingelegt.
    (Was glauben Sie denn, warum Wild immer so sauer gebeizt wird, und warum man zum Fisch immer Zitrone gereicht bekommt? Damit’s nicht nach unserm Kater Gammelfleisch schmeckt!)

    Aber zum Joghurt hätte ich mal eine Frage an Herrn Müller: woher soll denn der Joghurt wissen, daß er schlecht werden soll? Der kann doch das Datum auf der Folie gar nicht lesen! Die H-Schlagsahne, die 14 Monate übers Datum war, die gab jedenfalls ein steifes Schlagobers, da wäre meine Oma neidisch geworden, und die hatte alle Tricks drauf!

    • Frau Müller sagt:

      Mein Magen ist nicht der Robusteste, bei mariniertem Fleisch bin ich generell misstrauisch. Obwohl… wenn ich mir da Delikatessen wie Sauerbraten anschaue – der ist ja auch erst gut, wenn´s nach dem Marinierprozess richtig mies riecht…
      Und den unwissendeedn Joghurt: Den esse ich dann.

  11. Kirsti sagt:

    Ich habe lediglich eine angebrochene Packung Knäckebrot mit MHD Januar 2010 gefunden. Davon habe ich letzte Woch noch gegessen. Und ich lebe noch. Gut, soo lecker wars nicht mehr. Den Rest hat mein Mitbewohner dann aber an die Ziegen im Wildpark verfüttert, bevor es noch wirklich antik wird.

  12. asty sagt:

    ich habe gerade eine Schlagsahne mit Ablaufdatum 6.10.11 glaube ich verarbeitet. Die ist – nach dem Schnuppertest – noch völlig in Ordnung.

    Dann bin ich an die Konserven, aber ich muss Sie enttäuschen, wirklich gar nix abgelaufen!!!!! Nicht mal ein paar Monate oder so. Hm, verstehe ich selbst nicht. Vielleicht räumt da irgendjemand anderes immer mal auf???

    Keine Ahnung.

    Liebe Grüsse
    asty

  13. anima sagt:

    Nicht, dass Sie denken, mir würde es gefallen, wenn bei Ihnen Lebensmittel schlecht werden…. das „Like“ nur ganz spontan für den pelzigen, namenlosen Käse 😀

    • Frau Müller sagt:

      Nicht wahr, so ein Erlebnis hatten Sie auch schon mal? 😛

      • anima sagt:

        Nicht wirklich. Käse ist das allerletzte, was bei uns eine Chance hat pelzig zu werden und wegzulaufen 😛 Aber ich habe schon mal ’ne Milchtüte mit so einem pelzigen Mützchen aufgegriffen. Okay… ich gestehe, es war mehr als einmal 😉

        Zum Glück hat die Milchindustrie mein stummes Flehen erhört, denn mittlerweile gibt es auch bei uns 5oo ml-Tetrapacks.

  14. Edda sagt:

    mein mich liebender Mann hat mir mal Schokolade angeboten. Das war schon sehr verdächtig, verschwindet Schokolade bei uns doch meist spurlos. Besagte Schokolade – ich habe arglos ein Stück verzehrt – schmeckte nicht nur staubig und krümelig sondern auch irgendwie erdig. Außerdem war sie merkwürdig hohl und zerfiel in drei Schichten in meiner Hand. Ich frage dann nach dem Alter der Schokolade. Konnte mir mein Liebster nicht sagen. Das Verfallsdatum war längst verblichen. Er gestand dann die Schokolade auf dem Badezimmerspiegelschrank gefunden zu haben – mit einer beträchtlichen Staubschicht. Hatte wohl mal ein längst verstorbener Osterhase dort deponiert…

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