Denken Sie drüber nach…

Ich sehe zweifellos verhuscht aus. Verhuscht und sicher auf irgendeine Art sinnsuchend. Vermutlich habe ich auch ein bisschen traurig geguckt oder nachdenklich in die Sonne geblinzelt…

Anders kann ich es mir nicht erklären, dass der Mann da im schicken Anzug und schwarzen Mantel extra die zweispurige Straße überquert und zielsicher gegen den Strom der Passanten auf mich zusteuert. Ich will ihm gerade ausweichen, als er etwas aus der Tasche nestelt und mir unter die Nase hält. „Lesen Sie das!“ sagt er mild und schüttelt eine Broschüre. „Lesen Sie über Gott!“

Ich greife verdattert nach dem Zettel und gehe weiter. Der Mann bleibt zurück. „Er hilft Ihnen. Lesen Sie! Denken Sie über Gott nach!“ höre ich ihn noch, als ich um die Ecke biege… der Wachturm, steht da auf dem Zettel… auch das noch…

… nicht nur, dass letztens die Mormonen auf ihrer Deutschland-Missionstour an unserer Tür geklingelt haben, jetzt machen auch die Zeugen Jehovas wieder mobil…

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18 Kommentare zu “Denken Sie drüber nach…

  1. Tanni sagt:

    aaaaach geht’s wieder los? Ich lebte 3 Jahre neben einem Gebäuder der Mormomen und in der Straßenbahn haben natürlich alle Brothes und Sistas ohne Punkt und Komma… ach lasse mer das …….zu einem sagte ich mal wenn es Gott gäbe, wären sie nicht hier! seitdem RUHE! 🙂 und falls sie noch ein passendes Abschüttel-Argument suchen …. sagen sie es is eh bald aus, die Maya’s sagen das und sie sind natürlich deren Anhängerin…… das sie evtl gar die Biene Maja meinen muss ja keiner wissen. *kicher*

  2. Doktor Peh sagt:

    Oh, Ihr Ende ist also näher, als SIe denken! Oder lag es an Ihrer zerrissenen Kleidung, Frau Müller? Zitat der Zeuger vom Sofa: „Das Ende ist nah, wir sind Näher!“

  3. mama007 sagt:

    Oh, IHnen passiert das auch immer? Ich krieg auch öfter mal Pamphlete in die Hand, alle Zigeunerinnen halten MIR ihre Babys unter die Nase und die Kinder mit den „Spenden Sie für krebskranke Kinder“-Spendendosen kommen auch immer zu mir.
    Gibt trotzdem nix. Aber ich denke jedesmal: Sehe ich so verzweifelt und gleichzeitig weihherzig aus?

    Viele Grüße: Mama007

  4. mama007 sagt:

    ähhh, es muss natürlich WEICHherzig heißen. Weihherzig past aber irgendwie auch.

  5. Inch sagt:

    Oh Mist. Wenn die wieder mobil machen, sind wir als Erste dran. Manchmal ist es nicht gut, zu sehr im Stadtzentrum zu wohnen.

    • Frau Müller sagt:

      Na ja, im Stadtzentrum schützt Sie der Schwarmeffekt. Da haben Sie unter Umständen Glück und fallen in der Menge nicht auf, wenn die angesprochenen Passanten wie erschrockene Tauben auseinanderflattern.
      Bei Vorortsiedlungen und Rentnerdörfern haben die Missionare alle Zeit der Welt, jede Tür einzeln abzuklingeln. Und die haben echt die Ruhe weg…

  6. katerwolf sagt:

    hm, das macht mich nachdenklich. vielleicht steht ja doch der weltuntergang bevor. könnte ein zeichen sein. *grübel*

  7. Mein Vater hat es geschafft, dass sie bei meinen Eltern immer nur 1 mal im Jahr auf einen Kaffe vorbei kamen, ohne Konvertierungsversuche. Sie haben kapiert, dass er Beratungsresistent war. (Und sie mit Sicherheit auch einfach an die Wand gelabert hat.) Aber für den Kaffee waren sie immer dankbar. Wahrscheinlich waren Sie näher dran ihren eigenen Glauben zu ändern als seinen.

  8. Wolfram sagt:

    Ich war ja schon etwas verwundert, als es bei mir vor etwa zwei Jahren an der Tür klingelte und die zwei – wirklich sehr freundlichen – Damen mit mir über Gott und die Welt diskutieren wollten. Ich hab ihnen dann mein Gartenhäuschen gezeigt, das mit den 300 Sitzplätzen und der Orgel und dem Glockenturm, was sie für einen Moment aus der Fassung gebracht hat. Und dann sagte die eine, wohl die erfahrenere von beiden: „Ah, dann dienen wir also derselben Schrift.“ Ich hab nicht widersprochen, obwohl ich keiner Schrift diene (ich bin kein Moslem), sondern einer Person…
    Vielleicht ein Dreivierteljahr später waren sie wieder da. Wir haben uns einen Moment unterhalten, keine Einigung gefunden (wenn Ihr Sohn drauf pfeift, ob man ihn Alex oder Sascha ruft – meiner besteht sogar auf den ph, die alle (deutsche) Welt f schreiben will, und dem nicht-e am Ende, und läßt einen Diminutiv garantiert nicht zu… und zu mir sagen alle möglichen Leute Herr Pastor oder auch einfach Pastor, aber genau drei sagen Papa), und dann hab ich einen Gemeindebrief gegen einen Wachtturm eingetauscht. Ich les den ja ganz gern, weil es immer ganz deutlich zeigt, wie man sich verbohren kann in einer Doktrin.
    Seitdem sind sie nicht mehr wiedergekommen. Schade eigentlich, die waren nett. Aber wahrscheinlich haben sie eingesehen, daß sie im Pfarrhaus nichts gewinnen können.

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