Zu spät…

Heute früh haben wir verpennt. So richtig – eine Stunde zu spät…

Natürlich will keiner daran schuld sein, dass der Wecker nicht geklingelt hat. Herr Müller und ich haben zum Glück genug  Auswahlmöglichkeiten, um davon abzulenken, dass möglicherweise wir die Sachen verbockt haben. Der Kater könnte (der hat schon ganz andere Sachen gemacht) das Wecksignal ausgedrückt haben. Oder das Kind. Das denkt ohnehin, so ein Wecker ist ein iPod in anderer Form – weil es nämlich auch so schön piepst und blinkt, wenn man auf die Tasten drückt. Wir jedenfalls sind nicht schuld. Wir nicht.

Nun bedeutet eine Stunde zu spät auch, dass uns nur noch 30 Minuten bis zum Aufbruch bleiben. Dazwischen liegen Duschen, Anziehen , Kaffee kochen, Frau schminken, Kind wecken, Kind anziehen, Frühstücken. Aufgrund der Zeitknappheit einigen wir uns darauf, das Frühstück unter den Tisch fallen zu lassen (Wortwitz inklusive). Auch die morgendliche Rekonstruktion des Gesichts muss auf das Wesentliche beschränkt bleiben. Das Kind zeigt sich erstaunlich kooperativ, als es quasi noch im Bett angezogen wird. Statt Frühstückstisch gibt es eine Banane in die linke und einen Becher Milch in die rechte Hand. Auch das ist ein Riesenspaß, der gern mitgemacht wird. Frühstück im Bett – das ist für andere der Gipfel der Behaglichkeit!

Dann Schuhe an und raus zum Auto. Bedenkpause, wieder rein ins Haus, Tasche mitnehmen und Kinderrucksack nicht vergessen. Kurz vor dem erneuten Verlassen des Hauses Frühstücksbox für den Nachwuchs greifen (da sind wir faul klug genug, so etwas schon immer am Abend vorzubereiten) und im Vorbeilaufen die Kaffeemaschine ausschalten. Katzen an der Flucht aus dem Haus hindern, Tür abschließen, Familie durchzählen, fertig. Mit 15 Minuten Verspätung beim Kindergarten ankommen, Kind abladen, Bussi, Drücker, Bussi, Bussi, Tschüss bis heute Nachmittag, Bussi, noch ein Drücker und ab ins Auto. Winken, winken und wir sind auf der Straße. Aufzuholende Zeit: 25 Minuten.

Für Herrn Müller kein Problem. An einem Freitag ist statistisch gesehen mit keiner Polizeikontrolle zu rechnen, da diese bereits am Dienstag und Donnerstag an Ort und Stelle stand. Dreimal die Woche haben wir uns noch nie gestehen, also haben wir theoretisch freie Fahrt. Erstaunlich ist auch, dass die Straßen frei sind – alle Pendler sind nämlich schon durch, so dass Herr Müller testen kann, was aus dem Mini-Van herauszuholen ist.

Ankunft in der Arbeit: 30 Minuten nach Geschäftsbeginn. Wir reden uns mit Stau raus. Die Kollegen nicken mit Leidensmiene… Tarnung perfekt…

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6 Kommentare zu “Zu spät…

  1. anima sagt:

    Also nicht dass Sie jetzt denken, dass ich den Like-Button aus lauter Schadenfreude gedrückt habe, weil Sie verpennt haben… aber ich musste eben doch grinsen, als ich an die Stelle mit der Kaffemaschine kam – hatte ich doch gerade vorletzte Woche erst ein traumatisches Erlebnis mit meiner ;-D

    P.S. Wie ich sehe haben Sie begrünt. Sehr schön!

    • Frau Müller sagt:

      Mittlerweile kann man ja auch Kaffeemaschinen haben, die sich nach 2 Stunden selbst ausschalten – seeeehr praktisch. Darüber sollten wir mal nachdenken.

      • anima sagt:

        Ja… das würde einem eine große Last von der Schulter nehmen. Noch mehr sympathisiere ich allerdings mit dem Vorschlag meiner Nachbarn; einen zentralen AUS-Schalter (für alle im Betrieb befindlichen E-Geräte) direkt neben der Wohnungstür platzieren! Diesen könnte man auch gleich mit Lichtschranke und Warnsignal koppeln, damit man… bla bla bla…

  2. Hey, nicht schlecht. Ich ziehe solche Fättnäpfchen auch magisch an. Daher musste ich auch schmunzeln beim Lesen des Beitrags. Ich habe allerdings auch ein Gedächnis wie ein Sieb – in einem Moment denke ich noch dran und in der nächsten Minute ist es schon wieder konplett vergessen.

  3. Meiner Erfahrung nach ergiebt die Annahme der logischen Polizeikontrollstellenrotation spätestens nach einer Woche einen Brief mit einem sehr teuren Foto. Die Begrünung hier ist sehr gelungen. Aber sie wollen doch jetzt nicht noch Gänseblümchen züchten?! Ach nein, Sie sind ja eins. 🙂

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