Der entspannte Abend…

Gehen Sie bloß niemals mit Ihrer besseren Hälfte und dem Wicht, der sich Ihr Kind nennt, essen… Und wenn Sie es doch tun, erwarten Sie sich bitte nichts davon.

Herr Müller und ich hatten es uns so schön vorgestellt: Wir treffen uns nach der Arbeit vor einem Restaurant unserer Wahl, essen was Schönes, schauen uns verliebt in die Augen und genießen den Abend, während der Nachwuchs kreuzbrav am Tisch sitzt, Bitte und Danke sagt und ohne zu kleckern seine Pommes mit Irgendwas verspeist. 

Soweit der Plan.

Bis zum vorschriftsmäßigen Treffen vor dem Restaurant sind wir auch gekommen. Dann lief irgendwie alles aus dem Ruder.

Zuerst schwallte unser Nachwuchs dermaßen die Bedienung voll, dass die nicht nur unsere Bestellungen durcheinanderbrachte sondern obendrein ging, ohne mich nach meinem Begehr gefragt zu haben. Ich durfte mit knapper Not ein Getränk ordern, aber als ich gerade Luft holte, um „Lachssteak mit…“ zu sagen, rauschte sie auch schon von dannen und ward nicht mehr gesehen.

Als sie schließlich 30 Minuten später mit den Bestellungen für Mann und Kind wieder an unserem Tisch eintraf, versuchte auch ich noch einmal mein Glück. Aber wahrscheinlich spreche ich zu leise, denn kaum dass die Teller auf dem Tisch standen, war unsere Tafelmaid auch schon wieder verschwunden. Herr Müller musste die fliehenden Schrittes davoneilende Dame schließlich anpfeifen und mit strengem Ton „Meine Frau hat noch nicht bestellt!“ rufen. Und was bekam er zur Antwort? „Die Küche macht gerade zu!“ Mit Vorwurf in der Stimme!

„Dann aber hopp!“ hörte ich mich sagen und einige Gäste kichern. Sonst bin ich immer ganz nett, ein Gänseblümchen sozusagen. Aber Hunger macht biestig.

Mann und Kind aßen nun fleißig ihre Teller leer. Ich wartete auf meine Bestellung, schaute der Familie beim Essen zu und nippte an meiner Apfelschorle.

Wie es der Zufall so will, kam mein Essen dann ausgerechnet in dem Moment, als der Nachwuchs feststellte, dass er dringend aufs Klo muss. Zum Glück war Herr Müller gerade mit seinem Teller fertig, so dass ich nicht mitgehen musste.

Ich für meinen Teil hatte nun 20 Minuten Stille – denn so lange blieben Mann und Kind verschwunden. Schon mal mutterseelenallein im Restaurant gesessen? Ist doof… Man wird beäugt, als sei einem gerade das Date davongelaufen. Die Familie tauchte auch erst wieder auf, als mein Teller leer war, so dass wir nur noch bezahlen mussten und endlich nach Hause konnten…

Gab es sonst noch was?

Aber sicher doch!

Frau Müller fand in ihrem parmesanähnlichen Käsegehobelten einen Fremdkörper:

Das Kind bemalte erst stundenlang liebevoll seine Sandwiches mit Ketchup und sagte am Schluss: „Aber ich mag doch gar kein Ketchup-Brot!“ verbunden mit „Ich hab Hunger und will was essen!“

Und Herr Müller starrte den ganzen Abend auf falsche Brüste:

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12 Kommentare zu “Der entspannte Abend…

  1. Tanni sagt:

    na suppa was war’n das für ne Schnepfe? gleich negativ im www beurteilen *hehe*
    da kann man fast beinahe auch zu Hause bleiben und sich den Pizzaboten kommen lassen…der bringt wenigstens allen was! 🙂

  2. Benedikt sagt:

    http://www.qype.de – und Erfahrungsbericht posten… 😉
    Wo Du eine Bewertung fürs Kind hinterlassen kannst weiß ich leider nicht.

  3. tibia sagt:

    Da würd ich jedenfalls nicht mehr einkehren …

  4. Jaja, hach ja. Aber die Brüste, die sind doch schön.

  5. Stef sagt:

    Das klingt doch nach gelungener Abendunterhaltung…

  6. the rufus sagt:

    Also von Sonnenblume zu Gänseblümchen (warst Du schon mal auf http://therufus.wordpress.com/2007/06/13/das-leben-ist-schon/ 😀 ) – in welchem Lokal ward Ihr denn bei diesen Aussichten für Deinen Mann? 😉

    • Frau Müller sagt:

      Beim italienischen Griechen mit eurasischem Einschlag. Der hat wirklich alles… das hätte uns wahrscheinlich stutzig machen sollen. 😉
      Ach und die schöne falsche Maid stand in der griechischen Ecke… oder wars die italienische? Na da eben, wo all die marmornen Nackten rumstehen.

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