Aaaaufwacheeeeen…

Unser Kind braucht keinen Schlaf. Nicht nur, dass es oft bis spät in die Nacht hinein in seinem Zimmer vor sich hin plappert und den Teddys und Puppen Lieder vorsingt oder Geschichten erzählt. Die Brut ist auch meist schon lange vor dem Aufstehen wieder wach und geistert durchs Haus.

Wird das langweilig (und das wird es schnell), schleicht sie an unser Bett, um uns vorsichtig aufzuwecken. Eine zeitlang passierte das durch zartes Ankuscheln und den Satz: „Ich hab schon Pipi gemacht.“ Dann freute man sich über das brave, stubenreine, schmusige Kind und alles war schön.

Dann ging unsere Brut dazu über, an der Tür Anlauf zu nehmen und mit Karacho ins Bett zu springen. Meist erwischte es dabei die väterliche Instanz, denn die liegt nunmal der Tür am nächsten. Hier waren alle sofort hellwach und mäßig erfreut. Holte man zu einem Belehrungsmonolog aus, guckte das Kind unschuldig und sagte: „Aber ich bin eine Katze!“

Dann folgte wieder eine Phase des eher ruhigen Aufweckens: Der Nachwuchs schlich sich ans elterliche Bett und begann, sacht ins Gesicht zu pusten. Erst in die Augen, dann die Nase. Spätestens hier werden Sie wach, glauben Sie mir. Öffnete man dann die Augen, ging sofort das den ganzen Tag nicht abstellbare Geplapper los und der Tag hatte begonnen.

Ich habe die Küsschen-Phase vergessen: Da wurden Mama und Papa morgens liebevoll mit einem „Bussi“ geweckt. Die Phase währte allerdings nur sehr kurz und ist vernachlässigbar.

Derzeit sind wir in der „Ich kann nimmer schlafen weil alle sind zu laut“ Phase. Die beginnt damit, dass das Kind ins Zimmer getapert kommt, sich an Mamas oder Papas Bettseite aufbaut und: „Ich kann nimmer schlafen.“ sagt. Weil unsereiner sehr wohl noch schlafen kann und auch fleißig so tut, als wäre das noch so, wird nun an der Decke oder am Kissen gezupft, verbunden mit so etwas wie: „Es hat gedonnert!“ oder „Der Tiger war ganz laut.“ oder „Da is was vom Himmel geflogen und das war ganz laut und dann….“

Schauen wir mal,  was die nächste Phase bereithält. Vielleicht kommt ja irgendwann einmal die Periode, in der wir unser Kind wecken dürfen… und das dann sagt „Ich bin noch müde, lass mich weiterschlafen…“

Ach… das wäre schön…

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14 Kommentare zu “Aaaaufwacheeeeen…

  1. Schäfchen sagt:

    Diese Phase wird kommen. Mit kleiner werdenden Unterbrechungen. Aber sie wird kommen. Und Sie werden dann wieder ein Posting verfassen. Das eine merkwürdig verkehrte Ähnlichkeit mit diesem hier aufweisen wird 🙂

    Grinsegrüße vom Schäfchen

  2. mama007 sagt:

    Ich freu mich schon auf die umgekehrte Phase….. momentan sagt unser Kleine Mann nämlich entschuldigend zu allem: „Ich bin ein Kleiner Hund!“. Auch wenn er morgens am Bett kratzt.
    Es wäre so schön, einfach mal wieder morgens von ALLEINE aufzuwachen. Kann sich ja nur noch um Jahre handeln.
    Liebe Grüße: Mama007

  3. Tanni sagt:

    hihi… na dann würde ich überall Katzenspielzeug und Leckerlies verteilen ?! und die „lass mich schlafen“ Phase kommt… 1000% ist ja so schön noch etwas zu schlafen wenn man eigentlich in die Schule soll… *zzz* :o) bis dahin viel Glück 😉

  4. Doktor Peh sagt:

    Zwei Uhr fünfundvierzig. Kinderzimmer. Das Gebrüll startet. Beide Bruterzeuger stellen sich taub und schlafend. Machen jeweils nur ein Auge halb auf und starren sich seufzend im Dunklen an.
    Drei Uhr. Es gibt 26 verschiedene Arten, auf sich aufmerksam zu machen. Lautes Weinen, leises Weinen, brüllen mit angedeutetem Übergeben, eingeleitet durch Husten. Austesten des ersten verständlichen Wortes „Maamiiiiiiiii…“. Dazwischen zeitweise etwa 5 Sekunden Stille, um die Reaktionen zu testen.
    Drei Uhr acht. Das Kind verlässt das Bett, immer noch weinend, kommt über den Gang ins Elternschlafzimmer ans Bett und stellt sich glücklicherweise auf Mamas Seite weinend hin.
    Drei Uhr neun. Das Kind wurde von Mama ins Bett gezerrt, liegt auf ihr drauf und ist still.
    Drei Uhr zehn. Das Kind entscheidet sich, von Mama vor sich hinbrabbelnd runterzurollen. Das Ödland zwischen Mama und Papa ist breit genug, um mehrere Kinder aufzunehmen. Eines reicht allerdings vollkommen. Der Körper wird um 90 Grad um die Hochachse gedreht. So kann man mit dem Kopf und den Händen Mama erreichen und am Schlaf hindern. Gleichzeitig werden Papas Rippenbögen einer Festigkeitsprüfung per Fußtritten unterzogen.
    Drei Uhr elf. Mama reicht ein Fläschchen. Die Frequenz der Tritte nimmt ab, kommt allerdings nicht zum Erliegen.
    Drei Uhr achtunddreißig. Das Kind schläft. Endlich. Wenn auch nur kurz.
    Vier Uhr zweiundzwanzig. Das Kind nimmt den Ausdruck „Frühsport“ irgendwie zu wörtlich. Papas Rippenfell leiert langsam aus, die Färbung wird sich bis in den beginnenden Winter halten.
    Vier Uhr achtundzwanzig. Zweites Fläschchen. Halb geleert hilft es dem Kind, wach genug zum Erzählen zu sein. Mamas Rücken lässt sich gut als Kletterturm verwenden.
    Vier Uhr zweiunddreißig. Dem Kind fällt wieder ein, dass da am Kopfende des Bettes ein Lichtschalter ist. Dieser funktioniert sogar. An – aus – an – aus – an – aus – an. Etwas anderes erregt seine Aufmerksamkeit, jetzt, da es ja hell genug ist. Gebrüll, als Mama und Papa die optische Erkundung durch Löschen des Lichts unnötig erschweren.
    Vier Uhr fünfundfünfzig. Draußen beginnen die Hähne der Nachbarn (auch in einer Großstadt gibt es landwirtschaftliche Minibetriebe) beginnen aufzuwachen.
    Fünf Uhr dreiundvierzig. Das Kind schläft, glücklich bespielt, wieder ein.
    Sechs Uhr dreißig. Der Wecker klingelt für Papa. Mutter und Kind hören nichts.

    • Frau Müller sagt:

      Jaja, Herr Doktor, kein Kind der Welt macht sowas, Sie übertreiben maaaaaaßlos! Fehlt nur noch, dass Sie jetzt behaupten, ich hätte das alles verdrängt und bei uns wäre es genauso gewesen, als unsere Brut noch kleiner war…

  5. sucherin sagt:

    Diese Phase kommt mit Sicherheit (weiß ich aus Erfahrung) und dann geht es anders herum. Steh auf, sonst kommst Du zu spät zur Schule ……..

  6. ichnuwieder sagt:

    verehrte frau müller—
    ich werde nie den kleinen morgendlichen finger im auge vergessen, der mit dem ewig gleichen satz „mama- schläfst du noch???“ einher ging..

    zur schlafprognose:
    kinder schlafen genau ab dann länger, wenn sie aufstehen sollen/müssen….
    sprich: ab schulzeit…
    sie werden die zeiten herbeisehnen, als die lieben kleinen noch von selbst wach wurden…..

  7. persephone sagt:

    boah wie grausam, sowas nenn ich Folter, Schlafentzug, körperliche Misshandlung und seelische Grausamkeit oO

    Danke Gott, danke Göttin, danke an sämtliche alten, ehemaligen, aktuellen und zukünftigen Götter sämtlicher Völker, Mythen, Länder, Kontinente, Stämme… danke an alle Geister und Loas, Engel und Teufel, Erzengel und Erzteufel, Heiligen und Unheiligen…ich hoffe, dass ich jetzt nix und niemand vergessen habe… Danke, dass ich KEINE Kinder habe, und ich schlafen gehen kann, wann ich will auf meine Verantwortung und aufstehen kann, wann ich zur Arbeit muss bzw. am Wochenende, wann ich will, ohne Vorzeitig geweckt zu werden… und wenn, dann ist das nur Vogelgezwitscher und Froschgequake vorm Fenster und kein auf mir rumhüpfendes Kind zu nachtschlafener Zeit *tief durchatme, noch mal ein ergebenes „Danke“ flüster und die Jahre bis zur durchschnittlichen Menopause zähl*

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