Schwimmbad – Tatort Kinderbecken…

Es ist Sommer… Der war gut, was? Aber weil zumindest dem Monat nach immer noch Sommer herrschen sollte, haben wir uns endlich einmal entschlossen, etwas Sommertypisches zu tun – wir sind ins Schwimmbad gegangen. Unser Kind ist ja seit geraumer Zeit stubenrein, so dass wir es wagen können, mit der Brut die hiesigen Hallen- und Freibäder unsicher zu machen.

Nun verfügt jedes Bad, das etwas auf sich hält, über ein sogenanntes Kinderbecken. Meist werden diese Becken von Jungmüttern aufgesucht, deren Brut gerade einmal geschlüpft ist, aber dringend noch einmal die Schwerelosigkeit des Fruchtwassers nachempfinden muss, weshalb es ausgiebig im Planschbecken geschwenkt wird. Gänzlich entspannt pieselt der kleinen Racker, was das Zeug hält, aber so eine Jungmutter schaut dann lediglich maximal erfreut um sich. So süß, der kleine Springbrunnen…

Andere Mütter haben ihren Kleinen wenigstens Schwimmwindeln angezogen. Das mag ein netter Gedanke sein, aber auch eine Schwimmwindel saugt sich bei Kontakt mit Wasser innerhalb von fünf Sekunden voll und hält danach keinen Urin mehr zurück. Mit Glück kommt man lediglich nicht in Fremdkontakt mit PuhPuh, wie eine Mama es letztens liebevoll nannte.

Unser Kind, obwohl schon groß, muss nun unbedingt in dieses Pieselbecken. Weil da nämlich so schöne bunte Kacheln sind und außerdem eine Rutsche und ganz viele Kinder und ein lustiger Springbrunnen. Nach einiger fruchtloser Diskussion über fremder Kinder Pipi springt unsere Brut mit lautem Gebrüll ins Wasser und paddelt los. Weil das Becken gerade mal knietief ist und keine unmittelbare Ertrinkungsgefahr besteht, müssen wir auch nicht hinterher und können vom Rand aus alles im Auge behalten. Denken wir zumindest… Dem Kind wird nämlich schnell langweilig… Alleine rumplatschern ist doof, weshalb erst Mama, dann Papa am Arm ins Kinderbecken gezerrt werden…

Urea ist gut für die Haut. Sagen Sie sich das immer wieder, wenn der Ekel Sie zu übermannen droht. In einem SPA bezahlen Sie für eine Behandlung mit hochkonzentrierter Harnsäure viel Geld – im Kinderbecken kriegen Sie das gratis. Und schön warm ist das Wasser außerdem. Freuen Sie sich einfach auf ihre glatte reine Haut nach der Kur… und hoffen Sie, das das Kind nicht auf die Idee kommt, Sie nasszuspritzen…

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6 Kommentare zu “Schwimmbad – Tatort Kinderbecken…

  1. anna sagt:

    In meinem Hinterkopf geistert die Infomation, dass pro Schwimmbadbesucher ein Schnapsglas Urin im Becken bleibt — der Unterschied vom Plansch- zum Schwimmerbereich ist also rein graduell; und auch dieser beruht in erster Linie auf dem grösseren Wasservolumen im Erwachsenenbereich, soviel pieselt ein Knirps schliesslich auch nicht.

    Des weiteren zitiere ich immer wieder gerne meine liebe Nachbarin, eine altgediente Krankenschwester: „Brunz an sich ist steril.“ Und sollte das nicht so sein, haben die Schwimmbadbetreiber ein Arsenal an netten Chemikalien.

    Insofern: NIcht zuviel drüber nachdenken sondern rein in die Brühe. Und auf jeden Fall die Schwimmbrille weglassen — was man sonst so im Wasser sieht ist wirklich ekelhaft (Pflaster, Rotze, eitrige Ausschläge an fremden Körperteilen).

    • Frau Müller sagt:

      Per se kann man die Güte des Wassers ja am Geruch ausmachen: Je mehr es nach Chlor duftet, desto mehr Pipi ist im Wasser. Und obwohl´s alles ok ist, schüttelt es mich trotzdem immer. 😉
      Ich habe es generell nicht so mit Freibädern, aber was tut man nicht alles für den Nachwuchs. 🙂

  2. Exilbayerin sagt:

    *örks* beim Nassspritzen immer schön den Mund geschlossen halten – wegen der Chemikalien und so

  3. Doktor Peh sagt:

    Ist doch aber alles öko und so. Oder heißt das inzwischen „homöopathisch“, bei der Verdünnung?

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