Der blaue Elch…

Was macht man am vorvorletzten Tag seines Urlaubs? Richtig: Man lässt sich durch den blau-gelben Möbelelch treiben. Uns fehlen ja immer noch passable Wohnzimmerschränke – Sie erinnern sich vielleicht.

 Mitblogger Doktor Peh hat uns seinerzeit in den Kommentaren auf die Idee zur richtigen Einrichtung gebracht und ärgert freut sich jetzt vielleicht, dass wir uns die von ihm ursprünglich anvisierte Kombi in Kürze unter den Nagel reißen werden…

Aber von Anfang an: Was macht man, wenn man den blauen Kubus einmal betreten hat? Richtig: Man sucht das Bordrestaurant. Dort lässt man sich Dinge servieren, die zwar so aussehen wie das, was nach der Rinderkastration übrig bleibt, aber wahrscheinlich trotzdem nur aus Fett, Sägemehl und Glutamat bestehen. Ist ja ein Renner auf der Karte, muss man also einmal mitgenommen haben. Frisch gestärkt kann man dann seinen Rundgang beginnen.

Zum Glück stehen die Haben-will-Möbel ziemlich nahe am Eingang. Während unsere Brut nun mit dem überall herumliegenden Spielzeug (super Taktik, vielen Dank dafür) beschäftigt ist, können wir uns Maße, Farben und das ganze andere Blabla von Schränken und Regalen notieren und darüber philosophieren, wie toll sich Billy mittlerweile gemacht hat. Zu meiner Studentenbudenzeit sah das mit den Regalen nämlich noch ganz anders aus. Außerdem fällt uns auf, dass mehr Leute heimlich in IKEA-Möbeln wohnen, als wir bisher angenommen haben. An jeder zweiten Ecke sehe ich nämlich Vertrautes, das genau so bei Uschi und Heiner steht, oder bei den Schmidts von nebenan. Und sogar bei Tante Hedwig…

Eine Stunde später hat unser Nachwuchs eine französische Bulldogge adoptiert und wir haben alles, was wir wissen wollen. Wir können nun also auf der Suche nach dem Ausgang alle Abkürzungen des langen Möbelweges durch die Elch-Gedärme nehmen und finden uns schließlich in der sogenannten Markthalle wieder. Dieser Ort ist magnetisch. Nicht nur, dass Unmengen von Menschen hier unten durch die Gänge mäandern, die mitgeführten Taschen füllen sich auch auf magische Weise. Weil man nämlich dringend einen Fusselroller braucht… und Korkimitat-Untersetzer, ach und dieses lustige Dingens und och guck mal, ist das süüüüß… nicht zu vergessen Servietten und Teelichter (die Herrn Möbelelch angeblich zum Trizigllionär gemacht haben)…

Wenn Sie dann denken, Sie hätten es geschafft, steht Ihnen noch ein letzter Weg bevor: Die Minen von Moria Katakomben des Möbellagers. Hier reihen sich auf hochhaushohen Regalwänden ungezählte Pakete, die sich mittels Zauberinbus zu Möbeln transformieren lassen. Hier irren arme Seelen mit vollbepackten Wagen und kleinen Zettel mit Nummern drauf durch die Gänge und murmeln wirr „fünfundsechzig drei sieben beh – zwei Pakete„. Ein paar einsame halbbeladene Wagen stehen herum, deren Besitzer wahrscheinlich in den Tiefen der Katakomben elend verhungert sind…

Wir erreichen schließlich, um einen Kindertisch und zwei Stühle, einen Hund und eine vollbepackte gelbe Tüte reicher, nach drei Stunden den Ausgang. Wir müssen uns nun noch über das Wieviel und das Was-Wohin unterhalten, was sicher auch noch die eine oder andere… ach lassen wir das… wir haben einen weiteren Möbelgiganten überstanden… und sind nur auf ganz wenige Schnupperangebote und Mitnehmartikel reingefallen…

Ach ja: Wir durften ungestraft Fotos machen.

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15 Kommentare zu “Der blaue Elch…

  1. Anna sagt:

    Hej Frau Müller! 🙂
    Wie lange hast du denn an der Kasse gestanden? Denn so sehr ich ich die Blaugelben liebe, DAS ist für mich der Horror schlechthin!

    (Verzeihen Sie mir das vertrauliche Du, aber in Schweden ist das nun mal so. Da kann ich nix für!)

  2. Doktor Peh sagt:

    Wer im Durchschnitt noch für 60 Euro Teelichter, Bettwäsche, Vasen, Gläser und kleine Teppiche zusätzlich mitnimmt (nicht zu vergessen die Hot Dogs im Ausgangsbereich), der darf dafür schonmal Fotos machen.

    Hier in der Familie gibt es die verschärfte Version: Frau Pé hat eine Family Card. Und einen Hang für Sonderangebote…

    • Frau Müller sagt:

      Die FamilyCard konnten wir gerade noch abwehren – aber man war uns verdammt hartnäckig auf den Fersen damit…

      • Anna sagt:

        Ich bekenne mich schuldig:

        zur FamilyCard
        zu den Sonderangeboten
        und zu den Hot Dogs

        ach herrje…

        PS: Wie schaffen Sie es, Herrn Müller zum Mitkommen zu bewegen??? Daran scheitere ich bei meinem LAG immer kläglich … 😦

        • Frau Müller sagt:

          Na ja, es gibt 2 Möglichkeiten: Ich entscheide mich möglicherweise für etwas, mit dem er dann leben muss oder wir suchen gemeinsam aus und treffen uns in der Mitte.
          Aber eigentlich ist Herr Müller durchaus ein Gerne-Shopper.

  3. sabine sagt:

    Sie haben die Falle am Ausgang vergessen. Den Ort der Verdammten. Das Grab der benutzten Dinge. Wo die verschrammelten, angestoßenen, leicht beschädigten Sonderangebote auf den heroischen Retter warten.

    Meiner ist da wie Odysseus. Kaum wähnt man sich schon fast auf dem Heimweg, da vergisst er alles – Weib, Zuhause, den Marsch durch die Elcheingeweide, den Horror der Klim-Bim-Abteilung – und wühlt sich gefühlte 7 Jahre durch Abfall äh Schnäppchen.

    Naja, einmal haben wir ein Billy recht günstig und so…
    Aber meistens ist es sinnlose Zeitverschwendung! (im Gegensatz zum zielführenden und befriedigenden Aufenthalt in der Markthalle, natürlich 😉 )

    • Frau Müller sagt:

      Ja ja… obwohl… bei uns bin wohl ich die Retterin… Vielleicht könnten ich und Ihr Mann… während Sie und Herr Müller uns abfällig mustern und sich wissend und resigniert zunicken…
      Aber Markthalle schlägt alles: Die haben Servietten in 15 Farben und 4 Größen! Stellen Sie sich das mal vor: VIER Größen!

  4. Exilbayerin sagt:

    Ich und Göga beim Elch = keine Hackbällchen, keine Markthalle (außer ich hechte zielgerichtet nach links oder rechts), Taschenverbot = einmal durch + Hotdog (für mich) in unter 15 Minuten.
    Billys und ähnliches werden vorher im Netz/Katalog angeschaut, kurz in echt geprüft, aus dem Warenlager geholt und das war’s. Und natürlich möglichst unter der Woche, wegen der leeren Kassen.
    Hmmm, macht echt keinen Spaß so und außerdem hab ich nie mehr als eine Sorte Servietten im Haus. 😦

  5. Tanni sagt:

    gut das der Elch bei mir 1Std weit wegwohnt …. falls ich aber doch mal dort bin tendiere ich zum zielstrebigen shoppen finde aber auch immer noch dies und das und jenes *grummel* ist schon mal wem aufgefallen das Billy total teuer geworden ist? von Studentenpreisen nix mehr übrig –schade das — und Kötbullar mag ich net *iiih* dafür aber den Hotdog *mampf* 🙂

  6. Frau Müller sagt:

    Was haben Sie alle mit den Hotdogs? War ich in einem Paralleluniversums-Elch, in dem es keine Hotdogs gibt? Wo kriegt man die? Muss ich jetzt extra nochmal hinfahren, um Hotdogs zu essen? Und bin ich dann wieder um einen Sack Zeug reicher und viel Geld ärmer?

    @ Exilbayerin: Wir haben ja zum Glück auch vorher das I-Net bemüht… sonst hätte es womöglich 6 Stunden gedauert…

    Ach ja @ Tanni: Eine Stunde auch bei uns. Oder… na ja 40 min.
    Ja und Billy ist nicht nur schicker sondern auch teurer geworden. Hey, neuerdings gibts den mit Glastüren! Ich fall vom Glauben ab…

    • Tanni sagt:

      Hotdogs gibts am Ausgang 🙂 wenn man vollbepackt ist und davon eilt leicht zu übersehen, also da wo es auch die Kekse und Schokolade gibt *über-tastatur-sabber* tschuldigung!!! WAAAAAS Billy mit Glastüren? Ja wo kommen wir denn da hin… ich sags ja nix mehr für Studenten.. ich besitze nur 2 Kommoden vom Elch und sonst nix mehr weil es mir irgendwie zu teuer wurde. Ok ich gebe zu eine Kuschelratte aber die is nu auch schon 5 Jahre oder so *hihi* 40min??? viiiiiiel zu kurz aber falls sie wieder vor mir dort sind ich bräuchte dringend mal ein paar billige Gläser…danke!!!

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