Malersuche…

Ich habe einmal wieder die wunderbare Aufgabe der Handwerkergespräche vor mir: Unser Häuslein soll nächstes Jahr irgendwann gestrichen werden. Um die Preise einigermaßen human zu halten, empfiehlt sich hier ein relativ früh im Jahr vergebener Auftrag – so knapp nach den letzten Minustemperaturen. Da sind Handwerker traditionell noch nicht so gut gebucht und haben saisonal bedingt bessere Preise. Und weil ich mittlerweile weiß, dass sich Angebotseinholungen immer etwas hinziehen können, fange ich lieber jetzt schon mal an. Supermärkte räumen schließlich auch schon im September das Zeug für Weihnachten raus…

Üblicherweise machen wir es so: Wir lassen uns drei Angebote geben und nehmen dann den mit dem sauberen Hemd Billigsten. Alle Bieter wissen, dass es noch zwei andere gibt, die es zu unterbieten gilt. Was üblicherweise nichts bringt, aber einen sportiven Charakter muss das Ganze ja haben.

Letzten Monat habe ich nun Firma 1 angerufen. Eine freundliche Telefondame ließ verlauten, dass sich bereits am Nachmittag jemand bei uns einfinden würde, um das „Objekt“ zu begutachten. Besagter Jemand kam nie. Auch nicht auf nochmalige Nachfrage.

Also Firma 2 angerufen. Hier war blitzschnell jemand vor Ort, der erst das Haus kritisch in Augenschein nahm und dann sofort dazu überging, mir eine Fassaden-Wärmedämmung aufzuschwatzen. Das würde nur etwa 25 €/qm mehr kosten. Ganz preiswert also. Wärmedämmungen sind der letzte Schrei, aber wir brauchen energetisch gesehen keine. Auch dann nicht, wenn sie modern sind. Im Laufe des Gesprächs kam er immer wieder auf die Wärmedämmung zurück, so dass ich letztendlich resigniert nickte und meinte, er könne uns ja mal ein Angebot machen. Auf das Angebot warte ich übrigens noch.

Firma 3 schickte den Chef persönlich. Der vermaß das Haus, kritzelte in ein Büchlein, war alles in allem sehr wortkarg und nach 20 Minuten wieder weg. Das Angebot lag vier Tage später im Briefkasten.

Firma 4 (Firma 1 kam ja nicht) schickte Jemanden mit Azubi im Schlepptau. Beide gingen im Gänsemarsch um das Haus herum. Chef erklärte, Azubi nickte. Chef piekste mit dem Finger in die Luft, Azubi schrieb auf. Chef wedelte mit beiden Händen, Azubi lächelte. Im folgenden Smalltalk über Farbe, Ausstattung und Sonderwünsche kamen diverse Vorschläge zum Ausdruck, bei denen deutlich klar wurde, dass es sich bei meinem Gegenüber um einen verhinderten Künstler handeln musste. Hatte man doch das Haus eines Kunden einst türkis gestrichen, was zwar der Hausfrau gefallen hatte, nicht aber dem -herrn, woraufhin man doch wieder zu einem dezenten Beige wechselte. Ob ich mein Haus nicht auch etwas farbenfroher… nein? Schade… Dann ließ ich mich in die Feinheiten der Garagen-Farbtönungen einweisen, und ließ mich überzeugen, dass eine dezent dunkler gehaltene zwei Meter große Hausnummer an der Garage sicher super aussehen würde. So könnte man uns auch viel leichter finden, denn die Zahl am Briefkasten da, mit Verlaub, sei viel zu mickrig. Ich nickte, der Azubi nickte mit, wir wurden uns einig – alle drei. Das Angebot kommt bestimmt… bald…

Es ist ja noch ein bisschen hin bis nächstes Jahr…

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9 Kommentare zu “Malersuche…

  1. Benedikt sagt:

    kleiner Tip: Wenn Du einen Maler kennst, lässt sich das auch schnell als Minijob lösen. Ist oft etwas günstiger, da für den Maler kaum oder keine Abzüge anfallen. Auch größere Arbeiten passen da oft rein, wenn man über 2 oder mehr Monate streckt.

    Ansonsten ist meine Strategie immer das zweitbilligste Angebot… 😉

  2. sanetes sagt:

    Der billigste Handwerker ist kein guter Gedanke. Ich nehem definitiv den vertrauenswürdigsten. Kostet insgesamt auch nicht mehr, die Arbeit wird gleich ordentlich gemacht und das spart Nerven.

    Mir hilft eine sehr kommunikative Nachbarschaft. Installateur B würde nie jemandem aus unserer Nachbarschaft suboptimalen Service angedeihen lassen. Der umgehende Verlust einer ganzen Kundengruppe ist einfach nicht verkraftbar. Bei Elektriker Z ist es nicht anders.

    Fast überflüssig zu erwähnen, dass beide Geschäfte von Frauen gemanagt werden.

  3. Doktor Peh sagt:

    Firma 3 arbeitet nach dem Motto „Nicht lange reden, einfach machen“ und hat damit, subjektiv betrachtet, im Moment die größten Chancen.

    Beim Heizungseinbau hatten wir damals den zweitgünstigsten Anbieter genommen. War aber in dem Fall so, dass der entsprechende Geldaufschlag durch Nachbesserungsarbeiten wieder wettgemacht wurde.

  4. Magenta sagt:

    Was ist gegen Handwerker Numero 3 einzuwenden? Es sei denn, das Angebot ist Ihnen zu hoch. (Obwohl – das können Sie ja garnicht wissen, weil die anderen Herren…). Wortkargheit und solide Handwerksarbeit schließen sich ja nicht aus – eher im Gegenteil, so zumindest meine (zugegebenermaßen ziemlich beschränkte) Erfahrung.

  5. extrafruity sagt:

    Bleibt dann nur noch die Hoffnung, dass die Maler auch kommen. Meine Eltern hatten das mit ihren Dachrinnen hinter sich (diverse Leute antanzen lassen, Angebote einholen, die Hälfte kam nicht, die andere Hälfte schickte das versprochene Angebot nie zu) und als sie sich endlich für einen entschieden hatten, sagte der „Ok, wir fangen Montag um 8 an“ und ließ nie wieder was von sich hören. 😉
    Die Daumen sind gedrückt!

    • Frau Müller sagt:

      Das Pech hatten wir bislang nicht und wir haben schon einige Reparaturen durch. Aber irgendwann ist immer das erste Mal…
      Obwohl, halt: Wir wollten mal einen Auftrag vergeben und der Anführer der Truppe meinte dann, er guckt mal nach Terminen und meldet sich. Das war das letzte, das wir je von ihm gehört haben.Zählt das?

  6. Wolfram sagt:

    Ich habe nicht alle Pfannen auf dem Dach.
    Also, genauer gesagt, „mein“ Pfarrhaus. Und das seit den Stürmen letzten November. Der Dachdecker würde mich wohl eher der Belästigung verklagen als mir drei neue Firstpfannen auflegen…

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