Von der Frau zum Heimchen…

Ich mutiere so langsam zum Heimchen am Herd. Mit der Mutterschaft schleicht sich das nach und nach ein, fürchte ich. Es beginnt damit, dass man dem sich für Möhrchenbrei zu interessieren beginnenden Baby selbigen kocht. Nein, man kauft kein Gläschen, man kocht selbst. Und bemüht zum ersten Mal ein Mütterforum im Internet und fachsimpelt über die Zugabe von Omega3. (Später kauft man übrigens doch Gläschen, aber der Wille zählt – honorieren Sie das bitte.)

Dann fühlt man sich mit größer werdendem Kind an die ganzen Gerichte erinnert, die Mama immer kochte, als man selbst noch klein war. Und aus unerfindlicher Nostalgie beginnt man alles nachzustümpern, hat einen Flashback nach dem anderen und ist, kaum dass man wieder zu sich kommt, drin in einer Rolle, die man ja eigentlich nie einnehmen wollte. Kinder machen häuslich…

Muss so sein, oder? Kann das jemand bestätigen? Wird das noch schlimmer? Und kommt zur Köchin auch noch die Näherin? Wann fängt das denn mit der Handarbeit an? Und steht an deren Ende der kunstvoll selbstgesticknähtapplizierte Quilt, der in den Folgegenerationen stets von der Mutter an die Tochter weitergegeben wird und in 150 Jahren in einer Feuersbrunstwas? Oh Entschuldigung…

Wird es so weit kommen? Hm? Sollte ich dazu nicht wenigstens so langsam mal mit Häkeln angefangen haben? Oder reicht es, dass ich weiß, wie man Knöpfe wieder annäht?

Sagen Sie mal!

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13 Kommentare zu “Von der Frau zum Heimchen…

  1. anna sagt:

    Nö, das mit dem Handarbeiten kommt nicht zwangsläufig. Meine Mutter erwartet regelmässigen Besuch durch ihre Töchter, damit diese ihr die Klamotten flicken. Schliesslich hat sie das nie gelernt, weil ihre Mutter das immer gemacht hat, und wir haben das ordentlich in der Schule gelernt. Zur Motivation hat sie eine Superduperhighendnähmaschine, die wir gerne benutzen dürfen, aber: „Wenn du schon gerade an MEINER Nähmaschine bist, da wäre noch dieser Stapel dahinten…“ Und da auch meine Schwiegermutter keine Stricknadeln besitzt, geschweige denn anpackt, werde ich meine Brut dereinst wohl selbst besocken müssen *seufz*.

  2. Gertje sagt:

    Oh, ich kann Sie beruhigen! Das sind nur Phasen. Wenn Sie auf sich selbst achten, gehen die auch wieder vorbei. Ehrlich. Ich habe alle durch… jetzt liegt schon seit 3oder 5 Jahren die letzte selbstgestrickte Socke hier rum und wartet auf ihren (Socken)Partner. Das Kind hat sich eine Nähmaschine zu Weihnachten gewünscht, aber auch bei ihr steht die seit zwei Jahren mehr oder weniger rum. Und Kochen und Backen… nuja. Ich hab mir da ein kleines Kochbüchlein zusammengeschrieben, mit lauter schnell zuzubereiteten Rezepten, die auch noch lecker sind und nach Abwechslung aussehen. Und so mit 14-15 fangen die Mädels jedenfalls an, ihre Freunde mit Selbstgebackenen und Gekochten zu beeindrucken, wenn Sie es richtig steuern.
    Nur Mut!

    • Frau Müller sagt:

      Och, bei mir können Phasen manchmal ganz schön lang werden…
      Aber unser Kind kocht zum Beispiel schon immer fleißig mit – in drei Jahren spätestens kann ich das komplett abgeben. 😀

  3. ichnuwieder sagt:

    hahaha!
    kennen sie das hier?
    damals ein absoluter lieblingsartikel von mir:
    http://www.doraschweitzer.de/resources/Das+Mutti.pdf

    • Frau Müller sagt:

      *lacht*
      Ok, wenn das 1988 schon so war, dann MUSS das so sein. Ich erkenne mich total wieder… aber zumindest äußerlich wird aus Mutti irgendwann wieder Frau. Der sog. Mimikry-Effekt hält nicht bei allen Geschlechtsgenossinnen an….
      Danke für den Link!

  4. Schäfchen sagt:

    mmmh… wann hab ich meine Nähmaschine gekauft? Vor ca. 1,5 Jahren. Also war der Jüngste da 6,5 Jahre alt. Somit haben Sie ein Zeitfenster.

    Wobei mein Nähanfall evtl. ausgleicht, dass ich niemalsnienicht Babynahrung gekocht habe *überleg*

    Warten Sie doch einfach mal gespannt ab, was die Mama-Hormone so mit Ihnen anstellen 😀

  5. mama007 sagt:

    Grießbrei, Schmorgurken, Kartoffelsuppe, Leber mit Kartoffelbrei….. jaja. Allerdings ist es noch nicht soweit gekommen, dass ich ernsthaft putze – das hab ich erfolgreich delegiert. Aber ich erwische mich beim Daueraufräumen von Kinderklamotten. Und beim SOFORTIGEN Abwaschen dreckiger Teller nach dem Essen. Nix mehr da von wegen Stehenlassen und später dann wegmachen.
    Im Nähen war ich immer ne Niete. Das ändert sich wohl auch nicht GENETISCH, nur weil man Mama007 wird. Insofern schiebe ich diesen Gedanken weit weit von mir.
    mal schauen was aus Ihnen so wird, Frau Müller! Aber als berufstätige Mama stehen die Chancen gut, dass Sie nicht völlig zum Mutti verkommen!
    Grüße! Ihre Mama007

    • Frau Müller sagt:

      Nene, mit Putzen können Sie mich auch ärgern… obwohl ich es noch nicht geschafft habe, das zu delegieren. Haben Sie da einen Tipp für mich?
      Ich ertappe mich ständig dabei, wie ich Zeugs von A nach B räume, Zählt das? Obwohl, eigentlich ist das Unfallverhütung, damit mir keiner die Treppe runter fällt…

      • mama007 sagt:

        Mein Tipp ist etwas peinlich: putzen Sie so schlecht, dass Ihr perfektionistisch veranlagter Partner sich bemüßigt fühlt, es DANN lieber selbst zu machen…..

        • Frau Müller sagt:

          Darüber habe ich mit meiner Psychologin schon lange Gespräche geführt. Bislang ist der Versuch immer an meinem Perfektionismus gescheitert…

          • mama007 sagt:

            Ui, wenn Sie selber auch Perfektionistin sind auf dem Gebiet, dann wirds schwierig, geb ich zu. Und wenn Sie sich mit dezent gefesselten Händen im Bad einschließen solange bis es dreckig genug ist, damit Ihr Partner….?
            Naja, oder Sie drücken ihm einfach eine andere Aufgabe auf, die Ihrem Perfektionismus nicht so sehr nahe geht!?

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