Katze im Bett…

Dürfen die Katzen bei Ihnen auch ins Bett? Oder ist das bäh, wegen der ganzen Haare und der generellen Unhygiene und überhaupt?

Unsere Katzen dürfen. Die putzen sich vorher brav die Füße ab und dann dürfen sie auch bei uns schlafen.

Meist läuft das Ganze so ab, dass beide Katzen bereits vor Ort sind, wenn ich abends das Schlafzimmer betrete. Sie liegt – so breitgewalzt, wie es ihr nur irgend möglich ist – quer über der ganzen Decke. Er hat sich, zu einer winzigen schwarzen Kugel zusammengerollt, am Kopfende zwischen die Kissen gelegt.

Um jetzt überhaupt erst ins Bett zu kommen, muss man sich zuerst einmal mit Katze 1 um das eigene Schlaflager streiten. Gute Argumente („Husch, weg da!“) nützen wenig. Auf dem Ohr ist die Katze taub. Will man sie wegrollen, krallt sie sich mit allen Vieren an der Decke fest und erstarrt zur Salzsäule. Und dann versuchen Sie mal, eine alte dicke katatonische Katze… Letztendlich hilft es nur, die Decke zusammen mit der Katze auf der Bettseite des Ehegatten auszuschütteln. Ist Miez abgefallen, schnell rein ins Bett, denn die Katze ist in Windeseile wieder an ihrem Ausgangsort. Oft sogar schneller als Sie.

Wenn Sie Glück haben und erfolgreich unter der Decke verschwunden sind, sollten Sie sich übrigens bis zum Ende der Nacht absolut still verhalten. Katze 1 fängt nämlich alles, was sich bewegt. Auch Herrchen und Frauchen unter Bettdecken. (Achtung: Akute REM-Schlaf-Verletzungsgefahr!) Die Katzen liegen wahrscheinlich auch deshalb so gern bei mir, weil ich es schaffe, morgens beim Weckerklingeln noch genauso dazuliegen, wie ich mich abends hingelegt habe. Aus purer Angst um meine Unversehrtheit, vermutlich. Herr Müller dagegen, der sich nachts herumschmeißt wie ein Schafbock bei der Schur, kriegt keinen Besuch von unseren Felinen. Aber er bedauert das, nach eigenen Angaben, auch eher wenig.

Liege ich also erfolgreich unter der Decke – um mal zum Thema zurückzukommen – naht der Auftritt der schwarzen Fellkugel vom Kopfende. Die wird wach, stellt fest, dass es unter der Decke bestimmt schöner ist als auf dem ollen kalten Kopfkissen und verlangt Einlass. Meist geschieht das durch eine Mischung aus Schnurren (Marke: Rostiges Fahrrad), Kopfstoßen und den Versuchen, ohne passendes Werkzeug die Decke anzuheben. Eher im Halbschlaf lüpfe ich dann die Decke und Katerling kann es sich endlich gemütlich machen.

Haben Sie übrigens gewusst – und da muss ich noch mal vom Thema abweichen – wie eiskalt Katzenfüße sein können? Und wussten Sie auch, dass Katzen keine Scheu haben, die eigenen Füße am Bauchfett ihrer Besitzerin zu wärmen? Während man also langsam wach wird, weil vier Eiswürfelchen in der Magengegend schmelzen, stellt der Kater auch schon fest, dass er viel zu wenig Platz hat. Überhaupt ist es eine Frechheit, dass da noch jemand im Bett liegt… Kater fängt nun also an zu treten und zu schieben und schafft es tatsächlich, dass Sie sich binnen kurzer Zeit am Bettrand wiederfinden. Da, wo schon die Decke zuende ist, es steil berab geht und wo es außerdem kalt ist und zugig. Wollen Sie wieder zurück in die Mitte, wie es sich für Sie eigentlich gehört… vergessen Sie´s…

Katze 2 macht es sich derweil auf Ihren Füßen bequem. Das ist zwar schön warm, irgendwann aber auch schön schwer. Aber machen Sie sich keine Sorgen: Wenn die Beine erstmal eingeschlafen sind, merken Sie nichts mehr.

Sie erwarten nun, während es Ihre Lieben bequem und warm haben, am kalten Bettrand mit dem letzten Deckenfitzel, den Sie noch kriegen konnten und zwei Zentnern auf den absterbenden Füßen, den Morgen. Noch bevor der Wecker klingelt, steht erst Katze 1, dann Katze 2 auf. Es ist Frühstückszeit. Das heißt: Sie haben eine Aufgabe! Für den Fall, dass Sie das nicht so sehen, haben Ihre Katzen die geeigneten Argumente. Darauf können Sie sich verlassen.

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19 Kommentare zu “Katze im Bett…

  1. Maracaya sagt:

    Ich hatte ja schon fast vergessen, wie das ist, so mit Katze im Bett. Meine Katze hat schon vor Jahren beschlossen, aus einem Urlaub im Garten meiner Eltern nicht mehr in die Grosstadt zurueckzukehren, sondern fortan dort im Gruenen zu wohnen. Verstaendlich.

    Zum Glueck habe ich ja nun ein Blag, welches darauf besteht, in meinem Bet zu schlafen. Und siehe da: Es ist ganz genau so wie frueher! (Bettdecke klauen, ins Gesicht atmen, nachts auf einem rumklettern, an den Bettrand draengeln….)
    Nur ganz so pelzig isses nicht.
    Hachja.

    • Frau Müller sagt:

      Das bringt mich doch jetzt zum Nachdenken. Unser Kind muss ins eigene Bett, aber die Katzen dürfen bei uns schlafen…

      • Wolfram sagt:

        Bei uns ist es umgekehrt, aber das Ergebnis ist in etwa das gleiche. Jedenfalls für mich, denn die Pfarrfrau liegt bestenfalls mitten im Bett, während daneben ein Dreikäsehoch 80cm Bettbreite für sich beansprucht. Und wer fällt raus? Eben.

        Daß der Kater (Ex-Kater, aber so pingelig sind wir ja nicht) nicht ins Bett darf, wenn wir drin schlafen, hat schon Burgfriedensgründe: wie sollte man dem Hund erklären, daß der Kater ins Bett darf, der Hund (Airedale-Terrier) aber nicht? Und die 45 Pfund Lebendgewicht des Hundes wollte ich nun wirklich nicht auf den Beinen haben…

  2. Gertje sagt:

    Oh ja, da kommen Erinnerungen auf! Nur einmal hatte ich eine Katze, die sich erziehen ließ. Also fast. Ein bißchen.
    Jetzt haben wir Ratten, die schlafen nicht im Bett, sondern in ihrem Käfig. Sind aber ansonsten auch recht kuschlig und kriechen, da sie ja bis zur Schlafenszeit draußen rumhopsen dürfen, auch gern unter (Sofa)Decken. Ja und nachts… naja, man sollte tagsüber schon ordentlich mit ihnen rumtoben, damit sie wenigsten die halbe Nacht erschöpft genug sind, um zu schlafen. Denn Ratten, die nachts ihren Käfig neu einrichten sind fast so unerträglich wie schnurrende Ratten.

  3. kalesco sagt:

    Na die Beschreibung hier reicht ja wohl völlig für eine Argumentation des Katzenverbots im Schlafzimmer… Plus, ich mag wirklich nicht wenn ich auch im Schlaf noch dauernd Katzenhaare im Mund/Gesicht habe.
    Meine zwei dürfen nur bei Krankheit und Bettlägerigkeit zu mir kuscheln – ansonsten wird außerhalb des Schlafgemachs gekuschelt.

  4. Nadine sagt:

    Hmm…sie haben ja soo recht!
    Aber das Schlimme ist: Ich habe 1 Ehemann, 2 Katzen und 2 Kinder…jaja, rechnen Sie sich mal in Ruhe aus, wieviel Platz ICH noch in meinem Bett habe…

  5. Doktor Peh sagt:

    Frau Müllers Katze ist also adlig? Ihr Name lautet „Runter vom Bett“.

    Dereinst hatte ich ebenfalls zwei Katzen. Eine schlief lieber unter dem Bett, in der Mitte, wo man sie nur ganz schlecht erreichen kann. Speziell, wenn dieses Pumpgeräusch auftritt, nur Sekunden, bevor der zuvor aus dem Fell gelutschte Haarball den Katzenkörper wieder verlässt. Teppichboden. Saugt gut die Restfeuchte weg.
    Die andere Katze war auch sehr schwer. Nicht auf den Füßen, sondern bevorzugt auf meinem Brustkasten. Und da dieser sich so schön rhythmisch hob und senkte, konnte man auch prima milchtreteln. Bevorzugt im Hals oder auf dem Kinn. Und gegen Morgen, wenn der kleine Hunger dann kam, musste man den Dosenöffner ja auch irgendwie aus dem Bett bekommen. Maßnahme hier: entweder das zarte Abbeißen der Wimpern oder das Schnuppern in diesen Nasenlöchern, aus denen immer der Atem kommt. Dabei wurde dann so vorsichtig vorgegangen, wie es einem Grobmotoriker eben möglich ist. Manchmal wurde die Nase verfehlt und der Katzenschädel alternativ ins Auge gerammt.

    Und Fußzehen fangen mit ausgefahrenen Krallen, das ist auch ein schönes Spiel. Das wird alleine mit dem Tastsinn ausgeführt. Außer den Katzenvorderbein ist da nichts unter der Decke.

  6. asty sagt:

    waaah, über Doktor Pehs Katze lache ich mich ja schlapp!!!

    So lustige Erfahrungsberichte habe ich aber nicht, denn wir haben erst seit ca. 1 Woche eine Katze.

    Geplant war, ihr im Hobbyraum ihren Schlafplatz einzurichten. Sie hat dort ihr Futter und auch ihre Toilette.

    In den ersten Nächten haben wir nachts dort die Tür zu gemacht, weil wir noch nicht wussten, wie sicher sie auf die Toilette geht und was sie womöglich nachts im Haus alles anstellt. Ausserdem sollte sie „lernen“, dass das ihr Raum ist.

    Gestern haben wir über nacht dann mal alles offen gelassen, in der Erwartung, dass die Katze zwar noch ein bisschen durch’s Haus streunert, dann aber in den Hobbyraum geht zum Schlafplatz…….

    Haha, ich war noch nicht mal selber im Bett, da lag sie schon dort. Blieb die halbe Nacht (vermute ich), muss aber auch mal runter gegangen sein, denn die Toilette war am Morgen benutzt. Tja, die Tierchen suchen sich eben den Platz, den sie am liebsten haben und nicht den, den wir ihr zugedacht haben.

    Gruss
    asty

  7. Flohnmobil sagt:

    Vielen Dank für den ausführlichen Blick unter die Müllersche Bettdecke. Meine Argumentenliste GEGEN Katzen ist geradezu inflationär angewachsen. Da lobe ich mir doch meinen schnarchenden Brummbär.

  8. Stoni sagt:

    Das wäre fast eine Geschichte für Simons Cat, http://www.simonscat.com/, ich würd mich bei diesem Film
    auch kringelig lachen.

  9. Nich schlimmer ist Katze UND Freundin: Frauen sind nämlich auch nicht viel besser als Katzen.

    Unvergessen wird die Nacht bleiben, als meine Freundin zwei Drittel des Bettes für sich beanspruchte, den Kater irgendwie davon überzeugt hatte, das restliche Drittel zum Schlafen zu nutzen (ich schaffe das NIE, bei mir schläft der Kater immer auf meinem Kopf) und ich aus Platzmangel im Sitzen vor dem Bett schlafen konnte. (Nein ich konnte werder Kater noch Freundin zur Seite schieben – die wurden beide rabiat, als ich si wegschieben wollte. Übrigens Mulitaskingfähig: Schlafen und rabiat werden ging gleichzeitig).

  10. mama007 sagt:

    Unsere Katze schlief mit Vorliebe auf meinem Po. Antritt war um 23.00 Uhr, sie verschwand dann um 6 Uhr morgens um schon mal vorsorglich die Küche zu inspizieren.
    Allerdings habe auch ich mich gefragt, warum die Katzen ins Bett dürfen, das Kind aber nicht? Unser Kind hat heute wieder mal ab 5 unser Bett unsicher gemacht – ich könnte darauf verzichten. So laut gähnt sonst niemand in der Familie.

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