Verkatert…

So. Jetzt ist es passiert.

Schwarze Katze Nr. 4 ist in der Nachbarschaft eingezogen. Mit unserem Kater streunen nun fünf zum Verwechseln ähnliche Viecher durch die Gärten.

Sicher,  diese Fünflings-Sache hat ihre guten Seiten. Kackt eine schwarze Katze irgendwo ins Blumenbeet, wird es schwierig, mit dem Finger auf den richtigen Besitzer zu zeigen und mit Anwälten zu drohen. Und auch die pausenlos alles anpinkelnden Kater sind nicht mehr so leicht als Müllers oder Schuberts Besitz zu identifizieren.

Andererseits galoppieren jetzt auch immer mindestens 2 Katzen herbei, wenn man abends am Gartentor steht und nach der Mieze ruft. Mit nachlassender Sehkraft wird es so schwierig, den richtigen Vierbeiner auszusuchen.

Auch Doppelfütterungem passieren immer wieder. Denn das liebevoll angerichtete Mittagsschälchen wird schon mal von fremden Katzen geleert, die sich rotzfrech durch die Katzenklappe schleichen und gnadenlos ausnutzen, dass sie von Weitem wie Müllers vierbeiniger Mitbewohner aussehen.

Schön aber sind die abendlichen Zusammenkünfte im Garten. Da treffen sich dann 5 schwarze Katzen und der taube Weiße mit dem blauen und dem grünen Auge, schweigen sich lange an und gehen irgendwann wieder ihrer Wege.

Womit eindeutig die Vorteile überwiegen.

Und mir fällt ein: Das Katzenfutter ist schon wieder alle…

Ferien: Jetzt…

Jetzt haben sie endgültig angefangen: Die Sommerferien.

Nachdem auch der Kindergarten offiziell seine Tore geschlossen hat und der Urlaub genehmigt wurde, bereiten wir uns seelisch auf die nächsten drei Wochen vor.

Kind 1, denn die Schulferien in Bayern sind längst im Gange, ist bereits seit einer Woche bei den Großeltern. Und ist dort schon im Zoo gewesen, im Vogelpark, auf dem Bauernhof, am Strand, beim Hundeausführen, Hühner füttern, Kuchen backen, Museumsbesuch, Uroma besuchen und überhaupt. Die Oma verfügt über Elan, das merkt man schon. Wir spielen mit dem Gedanken, auch Kind 2 zu den Großeltern zu schicken und so schnell zu rennen, wie wir nur können. Denn Oma weiß offensichtlich, was sie tut.

Aber wir wollen uns nicht ums Erbe bringen. Und haben überdies versprochen, Kind 1 nach spätestens zwei Wochen wieder einzusammeln und selbst zu bespaßen.

Nun also hat unser Urlaub begonnen. Und mit ihm eine geplante Reise an die Ostsee. Die Planung sieht vor, Kind 1 bei der Oma abzuholen, wieder einmal einen Haustausch abzuhalten und auf nettes Wetter zu hoffen. Nach dem 40 Grad Celsius Sommer des letzten Jahres bin ich für die gemäßigten Temperaturen dieser Saison sehr dankbar. Bleibt die bange Frage, wie sich 2 Kinder drei Wochen lang betüddeln lassen, ohne dass am Ende alle weinen oder nie wieder miteinander sprechen wollen. Oder und.

Bücher sind schon mal eingepackt. Neue Buntstifte gekauft. USB-Sticks mit Hörspielen bestückt. Frisbee-Scheibe und Badminton-Schläger aufgestöbert. Und für ein iPad ist selbstverständlich auch gesorgt. Badeanzug und -hose passen, obwohl die Ostsee arschkalt ist. Und der Muscheleimer aus dem letzten Jahr ist selbstverständlich auch wieder dabei.

Wir wünschen einen frohen Restsommer und melden uns sicher nach dem einen oder anderen Urlaubstag.

40 Wochen oder so…

40wo_bindernagelAuch Männer werden schwanger. Das ist althergebrachtes Kulturgut. 40 Wochen lang schauen sie der Frau, die sie lieben, bei der Verrundung zu und entwickeln dabei mitunter selbst das eine oder andere Symptom. Und es ist kein Wunder: Der Mann von heute ist schließlich umfänglich eingebunden in die Schwangerschaft und alles, was damit zu tun hat. Es beginnt mit „Heute Eisprung!“, geht übers fast gemeinsame Pinkeln auf Stäbchen und führt sich Monat um Monat fort: Mit Arztbesuchen, bei denen mann nichts anderes zu tun hat als rumzusitzen, Händchen zu halten und undeutbaren Krims auf Monitoren zu betrachten. Mit 12-wöchiger Schweigepflicht, den „Umstand“ betreffend“. Mit einem Zustand, der allgemein als „kotzschlecht“ zu bezeichnen ist. Mit seltsamen Gelüsten die Nahrungsaufnahme betreffend. Dann das Kinderzimmer! Ein Roman für sich. Überhaupt: Schwanger sein kann schnell schwierig werden…

Thomas Bindernagel, seines Zeichens sowohl Vater als auch Werdender, schreibt anschaulich über seine ganz eigenen 40 Wochen. Über alle Freuden, Sorgen, Ängste – und über Toffifee. Ein Buch für Eltern, Werdende und solche, die sich noch nicht ganz sicher sind.

„40 Wochen oder so“ Thomas Bindernagel

Nichtkatzen…

Die Babykätzchen schreien infernalisch. Jede Nacht. Sie müssen irgendwo in der Nähe des Hauses im Gebüsch hocken. Eine Mutter spürt so etwas. Und sie haben Hunger. Dem Gebrüll nach zu urteilen, ist ihre Katzenmama äußerst nachlässig und kommt nur etwa alle 18 Stunden einmal zur Versorgung vorbei. Die armen, armen Babykatzen. Ich muss sie retten.

Ich bin mit äußerst lebhafter Fantasie geschlagen. Ich schreibe absichtlich geschlagen, weil Fantasie nicht immer nur was Schönes ist. Ganz im Gegenteil, man kann sich mit ihr auch alle furchtbaren Dinge imaginieren, wie man sie so im wahren Leben nie auch nur ansprechen würde. Leidende und hungernde Katzenbabys gehören absolut dazu.

„Die Kätzchen sterben!“ weine ich eines Abends, da liegen Herr Müller und ich schon im Bett. Bereits seit Sonnenuntergang schreit es draußen. Der Versuch, die Fenster zu schließen, um den Lärm draußen zu lassen, bringt den Kopf nicht zur Ruhe. Ich wälze mich hin und her. „Die Katzenbabys!“ versuche ich es erneut. „Die haben Hunger!“ Herr Müller klappt die Augen auf. Kurz schaut er mich an. Denkt nach. Dann schwingt er sich aus den Federn. Und geht. Wortlos. Die Tür klappt, das Gartentor schwingt. Die Katzenbabys schreien.

Im Haus tigere ich auf und ab. Und male mir aus, wo die Kätzchen wohnen werden, wenn Herr Müller gleich mit einem Arm voller Fellknäueln wieder auftauchen wird. Zehn Minuten später dann klingelt endlich das Telefon. Herr Müller ist dran. Da wo er ist, das höre ich, schreit es.

„Und?“ frage ich, ganz bang.
„Deine Kätzchen,“ sagt er, „die sitzen sechs Meter über mir in den Bäumen.“ Herr Müller klärt auf. Er steht im Wäldchen, das sich direkt an die Siedlung, in der wir wohnen, anschließt. Und es rufen mitnichten Feline: Unsere Babykatzen sind junge Waldohreulen. Die rufen des nachts ganz ähnlich wie junge Katzen. Nur viel lauter.

Und die Fantasie, die lebhafte, ist beruhigt.

Bart…

Zlatan Ibrahimovic hat einen schönen Bart. Opa auch. Papas Bart: Schön. Kind 2 liebt Bärte. Seit die Hipster-Bewegung ihren Höhepunkt erreicht hat und Gesichtsbehaarung wieder en vouge ist, sieht unser Sohn jeden Tag schöne Bärte. Und scheut sich nicht, seiner Bewunderung Ausdruck zu verleihen.

„Du hast einen schönen Bart!“ verkündet Kind 2 letztens dem Paketboten. Der ist erst irritiert, freut sich dann aber doch.  Auch der Typ, der beim Rewe das Bier ins Regal räumt, wird wortreich gelobt. Denn der Bart ist gigantisch. Als hätte ein Biber ein Gesicht gefressen. Hier kommt die Bewunderung mit großen Gesten einher. Und mit einleitendem „Oooooooh!“ wie es sich für solch ein Monster an Haar gehört. Alle müssen lachen. Aber das Kind meint das todernst.  Und grinst mit Ausdruck purer Verzückung.

Einziges Manko: Ein eigener Bart will dem Kind nicht wachsen. Auch nicht nach eingehendem Studium des eigenen Spiegelbildes und viel Gezupfe an Kinn und Wange. Das ist doof.

Und Mama? Die hat auch keinen Bart: „Willst du keinen?“
„Nein.“
„Bartse sind doch sooooo schön!“
„Ja, aber Frauen haben keine. Und sie wollen auch keine.“
„Auch nicht, wenn sie schön sind?“

Na ja…