Kirschen, Kochen, Traumata…

Man kommt zu gar nichts mehr! Bevor der verdammte Baum nicht abgeerntet ist, passiert hier nichts!

Unser Kirschbaum sieht eigentlich mickrig aus. Er ist nur knappe zwei Meter hoch und allenfalls ein Baum-Teenager. Vor sechs Jahren war er ein Geschenk der Nachbarn zum 1. Geburtstag unserer Tochter. Sechs Jahre ist er eher mäßig gewachsen, hat erst nur eine Handvoll Kirschen produziert. Mittlerweile erschlägt er uns mit Früchten. Keines der Kinder kann mehr Kirschen sehen. Herr Müller, der Dank nachlassender Allergien wieder Steinobst essen kann, kämpft mit nachlassender Motivation. Die Nachbarn winken mitleidig ab, als ich Obst anbiete und selbst die Vögel haben keine Lust mehr auf Vitamine. Ich stehe also jeden Tag vor unserem Kirsch-Teenie und überlege, was ich mit den überschweren Ästen machen soll.

Kirschen pur will keiner mehr. So toll Kirschen an sich sind – wer genug davon in sich hineingestopft hat, kann sie irgendwann nicht mehr sehen. Kirschkuchen hatten wir auch schon. Rote Grütze: Erledigt. Marmelade: Auch. Smoothies: Kommen mittlerweile nicht mehr so gut an. Bleibt also der schöne Klassiker Einkochen.

Aber eigentlich habe ich etwas gegen Kirschen im Glas. Meine Oma kochte damals nämlich stets und sehr fleißig Kirschen ein und wir aßen noch Monate später mit großen Löffeln aus großen Gläsern. Leider hatten diese Gläser ein Problem: Oma kochte die Kirschen mit Kern. Und mit Maden. Das Trauma hielt lang genug an, um mir Kirschen für lange Jahre zu verleiden.

Trotzdem mache mir nun Gedanken übers gute alte Einwecken. Gläser sind genug da. Kirschen auch. Zeit weniger. Will ich aber madenlose Kirschen haben, die besonders meinen Kindern nicht das gleiche Trauma überhelfen wie mir einst, ist besonders Zeit ein wesentlicher Faktor. Denn jede Kirsche muss entsteint und auf Untermieter gecheckt werden. Gestern Abend habe ich bereits angefangen – habe vor dem Fernseher gesessen, “The Mentalist” geguckt und Kirschen gepuhlt. Einige Marmeladengläser habe ich dann auch schon füllen können. Die großen Pötte kommen die Tage dran. Falls die Motivation lange genug anhält… Für Obstkonserven sind dann vielleicht auch die Nachbarn wieder empfänglich. Wer weiß. Alternativ kann ich das ganze tolle Obst ja auch in den Keller bringen und neben die Marmelade des letzten Jahres und das Apfelmus von 2013 stellen. Man kann nie wissen, wozu die Vorräte einst noch taugen. Merke: Im Falle einer Zombie-Apokalypse werden wir garantiert keinen Vitaminmangel erleiden!

Ein Gutes hat die ganze Sache allerdings: Der Kirschbaum mag übervoll sein. Dafür tragen dieses Jahr weder der Apfel- noch der Pflaumenbaum. Manchmal ist das Universum eben doch gerecht.

Der schlechte Film: 5 Zimmer Küche Sarg…

Vampire haben es nicht leicht. Können nur im Dunklen raus, kommen in keinen Club rein, sind zwar super sexy, können sich aber nicht im Spiegel betrachten – ach und überhaupt. Und dann dieses falsche Bild, das die Medien verbreiten. So kann es einfach nicht weitergehen.

Auf diesen Missstand will die Dokumentation “5 Zimmer Küche Sarg” hinweisen. Ein Filmteam begleitet hierzu über mehrere Monate eine Wohngemeinschaft von 4 Vampiren im neuseeländischen Wellington und lässt Einblicke in ihren Alltag zu – der übrigens viel weniger glamourös ist, als man allgemein annehmen könnte. Schon die täglich… nächtlichen Aufgaben, die jeder WG-Bewohner kennt, stellen unsere 4 Vampire vor größere Probleme. So hat seit 5 Jahren niemand das dreckige Geschirr abgewaschen. Und den Boden gefegt hat auch keiner. Dann die Gebeine im Keller… kurzum: In Vampir-WGs geht es genauso zu wie in der alten Studentenbude, in der unsereins damals gehaust hat.

“5 Zimmer, Küche, Sarg” ist eine herrlich komische, unkonventionelle und (ja) kluge “Dokumentation” über eine “stilvoll verwahrloste” WG von Vampiren. Leider ist der Film hierzulande bei seiner Kinopremiere ziemlich untergegangen. So haben sich bei der “Berlinale” zwar noch alle einen Ast gelacht, die Kritiken waren durchweg überschwänglich, aber das wars dann eigentlich. Was für ein Glück, dass der Streifen nun DVD-Premiere feiert.

Begleiten Sie also Viago, Vladislav, Deacon und Petyr durch ihren Vampiralltag. Seien Sie dabei bei Hausmusik, Fledermauskämpfen, Pöbeleien mit Werwölfen, erotischen Tänzen und WG-Treffen mit leidigen Diskussionen über Haushaltspflichten. Ach und die Zahnarztbesuche – welcher Arzt hat nachts schon Sprechzeiten…

“5 Zimmer Küche Sarg”: Aberwitzig, bescheuert, zum Schreien komisch. Angucken!

Murmeltiergrüße und anderer Kram…

Schon wieder Streik. Oder immer noch. Man kennt sich gar nicht mehr aus. Während man kurz hoffte, die Bahn käme wieder zu sich, liegt nun wieder alles darnieder. Die Kindergartentanten streiken auch noch. Und jetzt auch die Post. Wenn nun auch die Recken vom REWE ihre Arbeit niederlegen und sich die Lehrer anschließen, wird man nur noch langsam bis 30 zählen können. Dann implodiert der Planet. Ich wette mit Ihnen!

Dann stehen schon wieder Ferien an. Pfingstferien! Wir sind im Freizeitstress. Bei Omas und Tanten kann man die Kinder nicht abwerfen. Die wandern nämlich entweder auf Korfu oder stiefeln in Bergschuhen durch die Schweizer Alpen. Und können/wollen da auf keinen Fall Kinder mitnehmen. Zwei Wochen lang will Kind 1 nun bespaßt werden. Zum Glück springt rechtzeitig der Betreuungsreigen des Schulhorts an und bietet vierzehn Tage lang Wald-, Bade- und Basteltage. Die eine oder andere Mutter würde da sicher auch gern – zumal besonders die Aussicht auf Glitzerkram in Woche 2 verheißungsvoll scheint. Ich beauftrage das Kind, Armband und Kette zu basteln und ernte einen Blick, der an Fremdscham alles ausdrückt, was man mit 7 Jahren nur zustande bringen kann…

Weil das selbstverständlich noch nicht genug Spaß für die ganze Familie ist, ist der Kater krank. Magenkrank. Die letzte Maus muss wohl schlecht gewesen sein. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Kater, unabhängig von Magenfüllung, Tageszeit und Schmusebedarf derzeit unfassbar fies um sich kotzt. Gern auch ohne Vorwarnung. Zum Beispiel beim Kuscheln auf dem Sofa. In diesem Zusammenhang kann ich versichern: Lachen werden garantiert alle – nur Sie nicht. Sie haben nämlich Vorverdautes auf der Brille und müssen sich zusammenreißen, um nicht selbst spontan den Magen zu entleeren. Der Kater guckt derweil nicht im Mindesten peinlich berührt, setzt sich dafür aber auf den Teppich und fährt mit pumpendem Geräusch und passender Körperrhythmik mit der Entleerung fort.

Und dann hatten wir, weil aller guten Dinge Pech sind, noch Läuse… aber davon demnächst…

 

Elan… noch…

Im Garten bin ich dieses Jahr gut dabei – so gut, dass gleich zwei Nachbarn anfragen, ob sie nicht langsam ihr “Zeug” aus unserem Garten hinausschaffen sollen. Ich bin einigermaßen irritiert – normalerweise kenne ich das Spiel anders herum: Dass nämlich angefragt wird, was ich denn gegen den über den Zaun greifenden Wildwuchs zu tun gedenke. Diese Saison nun werde ich beim Fegen des Weges angesprochen. Die Blüten der Japanischen Zierkirsche, die auf dem Nachbargrundstück steht, liegen nämlich in einem dicken Teppich bei uns.

“Ich mache Ihnen das alles weg!” bietet sich Opa Hein schuldbewusst an. “Ist ja auch mein Baum.”
“Ne, müssen Sie nicht,” winke ich ab. Meine Ablehnung irritiert. Ebenso die Tatsache, dass ich weiter meinen Weg fege.
“Ist doch aber unser Baum,” höre ich noch einmal.
“Aber mein Garten.”
Opa Heim schlurft seiner Wege. So richtig zufrieden scheint ihn das Gespräch nicht gemacht zu haben. Er seufzt hörbar.

Ich sehe es generell so, dass alles, was über den Zaun wächst, hängt oder fliegt, mein Tanzbereich ist. Ich klingle nicht bei Nachbarn und beschwere mich darüber, dass der Südwind Laub über meinen Zaun geweht hat. Ich erwarte auch nicht, dass Nachbarn ihren Rasen wöchentlich mähen oder ihre Beete unkrautfrei halten. Und schon gar nicht gehe ich davon aus, dass Nachbarn ihr Laub aus meinem Garten sammeln. Ich habe nichts gegen Löwenzahn. Und Klee blüht auch ganz schön.

Dieses Jahr habe ich nun wieder etwas mehr Zeit für den Garten. Kind 2 kann sich, zumindest kurzzeitig, selbst beschäftigen. Und Kind 1 will ohnehin immer weniger betüddelt werden. Ich kann also den Garten wieder zum Hobby erklären und an den Wochenenden immer wieder mal raus und hier ein wenig zupfen, dort mähen und da Zweige knipsen. Gepflanzt und gesät habe ich auch schon ganz viel und im Frühbeet gedeit junges Gemüse. Alles sieht gut aus. Nicht perfekt, aber gut. Und die Ecken, die noch nicht gut aussehen, sind später mal dran. Laufen ja nicht weg…

Ob sich der Garten-Elan die ganze Saison über halten wird, weiß kein Mensch. Am wenigsten ich selbst. Spätestens die sommerlich stetige Wasserknappheit wird zuverlässig dafür sorgen, dass zumindest die Wiese dahin geht. Und ob die Beete, die im Frühjahr eigentlich immer hübsch sind, im August oder September immer noch gut aussehen, ist auch eine Frage für die Kristallkugel. Zumal ja auch die Spinnen im Laufe des Jahres wieder richtig fett werden. Und dann muss ich eigentlich auch nicht mehr so recht durchs Kraut kriechen und Achtbeiner stören.

Aber noch, noch habe ich richtig Bock auf Garten. Und noch kann man das sehen…

Der schlechte Witz… (96)…

Herr MuellerDer Nerd-Witz zum Wochenende.

Präsentiert von Herrn Müller:

Einstein, Newton and Pascal are playing Hide and Seek.

Einstein begins to count to ten. Pascal runs and hides.

Newton draws a one by one meter square in front of Einstein and stands in the middle of it. Einstein reaches ten, then exclaims:

“Newton! I found you! You’re it!”

Newton replies: “You didn’t find me. You found a Newton over a square meter!

You found Pascal!”