U, Phy… und Pfi…

Kind 1 funktioniert innerhalb normaler Parameter. Wenigstens ein Kind, das bei der U-Untersuchung beim Kinderarzt keine Kreuzchen bekommt sondern nur Häkchen. Die Mutter freut´s. Der Arzt nickt. Das Kind geht mit zwei Händen voller Gummibärchen nach Hause. Inklusive des Satzes “Du, Herr Doktor, da ist aber noch ein grünes Gummibärchen in der Schüssel, das ist jetzt ganz allein.” Also gab es das noch oben drauf.

Kind 2 übt sich derweil mit einem persönlichen Sportcoach an der altersgemäßen Fortbewegung. Zumindest Robben ist mittlerweile schon drin, inclusive starker Tendenz zum Krabbeln. Obwohl man nach drei Wochen sicher keine Prognose abgeben kann. Zumindest lustig sind die Termine bei der Physiotherapie. Wenn auch nur für mich. Denn kaum wird der Bengel seines Personal Trainers ansichtig, stimmt er ein infernalisches Gebrüll an, das die folgenden dreißig Minuten jeden im Umkreis von 4 Kilometern unterhalten wird. Nichtsdestotrotz wird das Sportprogramm wacker durchgezogen und ist augenscheinlich so anstrengend, dass das Kind, kaum sitzen wir im Auto gen Heimat, sofort in Tiefschlaf verfällt. Manchmal passiert das sogar noch in der Praxis beim Schuhe anziehen.

Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass ich dringend wieder zur Maniküre muss. Der Herr von der Physio hat zu schöne Hände für einen Mann. Ganz ehrlich. Da muss ich mich mit meinen Waschfrauenhänden schon schämen…

So, Sie gehen jetzt in Ihr verdientes Pfingstwochenende. Mit dem Wetter wird es zwar wieder nichts. Aber backen Sie doch einfach einen Kuchen. Kalorien entschädigen für Vieles…

Aus…

Ist schon komisch, wenn man plötzlich ohne irgend ein Kind an einem Tisch außerhalb des eigenen Hauses sitzt und Sachen isst, die man nicht selbst gekocht hat. Sachen, die einem nicht abgeschwatzt werden. Sachen, von denen nicht abgebissen wird. Sachen, die man nicht gegen angeschnullte Nudeln mit Bäh-Soße tauschen muss, um eine gute Mutter zu sein.

Herr Müller und ich, Sie ahnen es sicher schon, waren aus. So richtig. Mit Babysitter, dem wir die falsche Handynummer “für Notfälle” gegeben haben. Ohne Kinder.

Toll, sage ich Ihnen. Man weiß plötzlich gar nicht, was man mit der ganzen freien Zeit anfangen, geschweige denn, worüber man sich plötzlich unterhalten soll. Und jedes schreiende Blag bereitet prompt Unbehagen, weil man immer aufstehen will, um das Kind irgendwo hervorzuzerren, an den Tisch zu setzen und streng “Iss jetzt auf!” zu sagen. Dann aber fällt ein: Die Brut liegt zuhause im Bett und schläft. Man ist allein! Nur als Mann und Frau unterwegs! Also flott Vorspeise und Hauptgang bestellt. Man weiß ja nie, wie lange der Frieden hält.

Drei Stunden haben wir Zeit. Das mutet auf den ersten Blick nach gar nichts an. Ist aber, wenn man denn wirklich mal die Chance hat, nach einem Jahr Hausdienst wieder an die Luft zu kommen, verdammt viel Zeit. Und wie zwei Sechzehnjährige, die zum ersten Mal in die Disko für Große dürfen, reizen wir die Zeit richtig aus. Bis auf die letzte Minute. Nur heimlich rauchen tun wir nicht.

Was wir uns selbstverständlich nicht nehmen lassen: Über die furchtbaren Blagen anderer Leute zu schimpfen. Überhaupt, was haben so kleine, so laute und so schlecht erzogene Kinder so spät abends noch in einem Restaurant verloren? Und warum können die eigentlich nicht am Tisch sitzen wie normale Menschen? Warum müssen die unter die Tischdecke gucken? Oder auf dem Bauch unter den Bänken entlang robben? Schlimm! Unsere Kinder sind da viel besser. Nicht nur, weil sie besser erzogen sind. Nein! Sie sind gar nicht da!

Unser nächster freier Abend ist schon geplant. Vielleicht dann mal ins Kino. Gerüchten zufolge verkauft man da mittlerweile sogar Würstchen am Stock! Wir waren echt zu lange weg vom Fenster…

Schon wieder…

Manchmal hat Wahnsinn Methode. So bekam ich ja bereits vor geraumer Zeit eine ominöse Anfrage, ob ich mich nicht endlich um diverse Abrechnungen kümmern möchte. So gar nicht vertraut auf dem Gebiet des Rechnungswesens, schob ich die Bitte seinerzeit zurück zum Absender.

Heute bekomme ich eine Mail vom gleichen Absender. Nur geht es diesmal um vage Details einer Betriebsprüfung. Erneut verweise ich auf meine absolute Unkenntnis in diesen Dingen und schicke die Mail, versehen mit einem Grinsegesicht auf die Reise.

Dann aber werde ich nachdenklich. Manchmal, das wird mir kurz darauf bewusst, schickt einem das Universum Botschaften. “Mach was anderes!” lauten diese kosmischen Glückskekszettel. “Ändere Dein Leben!” etwa. Oder “Gehe auf Weltreise!” “Backe mal einen Kuchen mit Zucchini!”

Warum meine kosmische SMS allerdings: “Werde Buchprüfer!” heißt, ist mir ein Rätsel…

Früher Frühstück…

Am Wochenende hatten wir Besuch. Wie das so ist, wenn andere Leute zu Besuch sind, ergab sich das eine oder andere Gespräch über “früher”. Mit Früher ist das nämlich so eine Sache. Je älter man wird, desto toller wird ja alles, was früher war: Plumpsklos in Omas Garten, zum Beispiel. Acht Jahre alte eingekochte Birnen aus dem liebevoll “Konservenkeller” genannten Kabuff hinter der Küche. Pferdegespanne. Bollerwagen, Pfeil und Bogen. Und nicht zuletzt: Kein Internet. Besonders das Internet ist ja ein Hort großen Übels

Noch etwas ist im Früher-Gespräch aufgefallen: Früher haben sich die Väter am Frühstückstisch gern hinter der Morgenzeitung versteckt. Das ist heute nur noch selten der Fall. Nichtsdestotrotz kann es auch dieser Tage beim Frühstück nur aus Versehen zu Blickkontakt kommen:

Morgenzeitung

Manches bleibt eben auch gleich…

Muddis und so…

Allen Muddis heute einen schönen Mudditach! Ich für meinen Teil habe einen unglaublich feuchten Kuss bekommen. Von Kind 1. Kind 2 hatte eine volle Windel für mich. Und ein breites, noch immer zahnloses Grinsen. Herr Müller wollte wissen, was es zum Frühstück gibt. Auf meinen entrüsteten Einwand, es sei doch schließlich Muttertag, bekam ich die entrüstete Antwort: “Aber du bist nicht meine Mutter!” Bleibt die Ausrichtung des Events also an zwei noch nicht geschäftsfähigen Kindern hängen.

Einen Blog weiter, beim Opa, ist man übrigens schon einen Schritt weiter und denkt höchst initiativ über die Einführung eines Großelterntages nach. Lesen Sie doch mal…

Ansonsten heute einen schönen Sonntag für Sie. Gerüchten zufolge soll die Sonne scheinen.  Irgendwo in Deutschland bestimmt…