Countdown: Jetzt…

Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht: Der Weihnachtscountdown läuft. Und das bereits länger, als Sie vielleicht glauben.

Bereits im September habe ich Adventsmarmelade gekocht. Wer nicht spätestens Ende des Sommers damit anfängt, läuft nämlich Gefahr, dass es keine Pflaumen mehr für die raffinierte Wintermarmelade gibt. Am Ende muss man dann schnöde Zimtapfel-Marmelade stümpern wie die anderen… weil: Äpfel gibt es immer. Das kann jeder.

Dann gilt es, die besten Plätzchen und Kekse für die Feiertage zu finden. Zu diesem Zweck wird seit Wochen immer mal wieder gebacken. Beim nachmittäglichen Kaffeekränzchen gilt es dann, die Gesichter der Lieben richtig zu interpretieren, damit am Ende der ultimative Weihnachtskeks übrig bleibt. Nun haben wir das Problem, dass beide Kinder – völlig kinderuntypisch – keine Süßnasen sind. Ihnen ist ein zünftiges Wurstbrot lieber als jeder Keks. Was es schwer macht, das ultimative Kleingebäck zu finden. Andererseits muss man es vielleicht pragmatisch sehen: Was die Familie als lecker erachtet, ist es dann auch tatsächlich.

Die Kindergartenmaiden übrigens haben mich heuer auf eine ganz neue Idee gebracht: Pralinen! So bekomme ich seit einigen Tagen immer mal wieder Ansichts… oder warten Sie… Geschmacksproben überreicht. Ob ich innerhalb der nächsten vier Wochen allerdings eine Chocolatöse werde, lasse ich mal dahingestellt. Bislang bleibt es beim ambitionierten Gerühre und mäßig begeisterten Gesichtern beim Probieren.

Ach und die Geschenke. Sicherlich, wir schreiben noch nicht einmal den 1. Advent. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, jetzt bereits nach Wunschzetteln zu fragen. Kinder sind da immer sehr dankbar: Die wünschen sich einmal durch die Auslage und erwarten dann, dass sie auch ja alles bekommen. Omas und Opas sind da schon schwierigere Kunden: Die wünschen sich nämlich generell nichts. Weil sie nämlich a) doch nichts brauchen, b) doch schon alles haben oder man sich wahlweise c) doch keine Mühe machen soll. Und dann steht man da und hat die Wahl, strickt man einen schönen Schal oder schöne Socken? Oder kauft man einen Schlafanzug? Nichtswünscher müssen nehmen, was sie kriegen. Und wehe, sie freuen sich am Ende nicht!

Und Sie so? Auch schon im Weihnachtsstress?

Schlecht: Immer…

Die schlechteste Mutter der Welt zu sein ist ganz einfach. Es ist sogar so einfach, dass ich den Titel quasi als Dauerpokal mit mir herumtrage.

Neuester Grund zur Verleihung: Weihnachtsfeier(n).

Einem lustigen Zufall haben wir es zu verdanken, dass am Tag vor Nikolaus alle relevanten Weihnachtsfeiern auf einen Tag fallen. Und wir sprechen immerhin von drei Stück. Einerseits begeht der Hort der Schule eine Weihnachtsfeier, die sagenhafte 3 Stunden dauern soll und neben Kinderpunsch und Lebkuchen auch ein Rahmenprogramm beinhaltet, das die Kinder selbst gestalten. Aber auch  der Kindergarten hat an diesem Tag eine Feier geplant. So wandern Kinder und Eltern durch den Wald zum Haus des Nikolaus (fragen Sie nicht) und holen dort ihre Geschenke ab. Zu guter Letzt nun ist auch im Sportverein der Tochter Nikolaustreiben angesagt. Zu allen Festivitäten sind wir eingeladen. Und haben die Qual der Wahl.

Ich als Mutter denke da in erster Linie rational: Welche Feier geht mir am meisten auf den Senkel? Eindeutig der dreistündige Singspiel-Marathon. Drei Stunden sitze ich nur dann freiwillig in einem Saal voller Menschen, wenn “Herr der Ringe” läuft. Ich unterschreibe also einen Zettel, auf dem wir versichern, dass wir leider nicht kommen können und gebe ihn der Tochter mit. Für Sportverein und Kindergarten losen derweil die Erziehungsberechtigten aus, wer welches Kind begleitet.

Gestern dann will ich Kind 1 im Hort abholen und werde zum Gespräch gebeten. Das Kind hat die Absage nämlich nicht abgegeben sondern mitgeteilt, dass man mit mir doch noch mal ein Gespräch führen muss. Dies tut nun die Hortbetreuerin. Das Kind hat sich nämlich justament für einen  Rolle im Singspiel gemeldet. Und will zur Weihnachtsfeier.

Ich weise auf die beiden anderen Festlichkeiten hin, auf die wir ebenfalls eingeladen sind. Da liegt Kind 1 aber schon am Boden und heult. Kind 2, das immer gern mitmacht, wenn Theater gespielt wird, fällt prompt ins Konzert ein. Um Schlimmeres zu verhindern, raffe ich meine Brut an mich und verlasse den Ort des Geschehens. Daheim angekommen kläre ich Kind 1 über die Alternativen auf. Interessiert nicht. Wir brechen das Gespräch ergebnislos ab.

Heute Nacht um 2 Uhr dann steht Kind 1 auf dem Flur und heult. Im kurzen Gespräch kann geklärt werden: Das Kind will jetzt nicht mehr auf die Schulfeier sondern lieber auf die im Sportverein. Zum Glück kann man das Kind wieder ins Bett bringen, bevor der Rest des Hauses aufwacht. Am Morgen beim Aufstehen ist sich das Kind dann nicht mehr ganz sicher über die eigenen Prioritäten. Bricht aber zur Sicherheit in Tränen aus.

Und hier stehen wir nun. Die Erwachsenen wollen am liebsten zuhause bleiben. Die Kinder am liebsten alle Weihnachtsfeiern gleichzeitig besuchen. Letzteres geht mit großen Emotionen einher. Besonders deshalb, weil es Kinderpunsch gibt. In zwei Tagen müssen wir uns entschieden haben. Und wir wissen bereits jetzt: Wir können nur verlieren…

Immer oll…

Kindern sagt man nach, dass sie unfassbar schnell krank werden. Besonders in den ersten Lebensjahren. Mit einer Rotznase kommt so ein Kind ja meist schon zur Welt. Nur dafür hat die Papierindustrie den 100er Pack Einmaltaschentücher erfunden. Da zupft man sich im Vorbeigehen ein Tüchlein raus, fängt sein Kind ein und putzt ihm den Schnodder vom Näschen. Das Kind rudert dabei mit Armen und Beinen und brüllt infernalisch. Aber das nur am Rande…

Eins unserer Kinder ist wieder einmal krank. Obwohl “wieder einmal” unfair ist. Denn eigentlich verfügt unsere Brut über ein bemerkenswertes Immunsystem. Was nur bedeuten kann, dass es tatsächlich Sinn macht, die Wohnung nicht jeden Tag porentiefrein zu putzen. Weil das abhärtet.

Leider nähert sich der Winter. Und der ist Garant für Unwohlsein. So war Kind 2 vor einer Woche bereits fiebrig und musste daheim bleiben. Nun hat es auch Kind 1 geschafft, sich ein Wehweh zuzuziehen. Der gestern kontaktierte Mediziner guckte am Kind rauf und runter und sagte dann etwas, das Mütter nur sehr ungern hören: “Scharlach!”

“Scheiße!” kommentierte ich alliterarisch korrekt, aber erziehungsrechnisch unkonform.

“Du hast einen Ausdruck gesagt!” merkte das Kind sofort auf. Der Doktor musste kurz lachen, hatte sich aber schnell wieder im Griff. Ausdrücke gehören sich nicht. Das stimmt. Kind 1 kriegte Gummibärchen fürs Petzen. Ich bekam einen gespielt strengen Blick und schämte mich aufrichtig. Ausgestattet mit einem Rezept für ein Antibiotikum gingen wir dann heim.

Und sitzen jetzt hier rum.

Kind 1 ist, das nur nebenbei, topfit. Zwar fiebert es vor sich hin und ist lustig gesprenkelt. Aber es langweilt sich auch. Unsereins legte man früher ja noch ins Bett, sagte “schlaf dich mal schön gesund” und machte die Tür zu. Die heutige Pädagogik vertritt die Auffassung, dass man auch ein krankes Kind nicht ins Bett legen sollte, wenn es da nicht hin will. Und so läuft unser krankes Kind nun durchs Haus und will bespaßt werden.

Ja, man kann so ein Kind natürlich vor den Fernseher setzen. Da kommt auch edukativ ungeheuer förderliches Zeug. Aber stundenlang hält das nicht einmal ein Kind aus. Also müssen wir uns etwas anderes ausdenken.

Malen zum Beispiel. Kind 1 malt gern. Viel, bunt und ausdauernd. Da trifft es sich gut, dass – und hier lenke ich Sie auf eine externe Seite – im Blog von Pixum gerade dazu aufgerufen wird, Schutzengel zu malen. Pixum möchte nämlich einen Kalender für 2015 erstellen, in dem es vor Schutzengeln nur so wimmelt. Wenn Sie also ein Kind haben, das genauso gern malt wie unsere Brut, machen Sie doch einfach mit. Bis 07.11. sollten sie allerdings mit Malen fertig sein. Dann ist Einsendeschluss. Wir machen jedenfalls mit. Kind 1 tuscht gerade hoch konzentriert Flügel aus.

Schönen Freitag zusammen! Und bleiben Sie gesund!

 

Ein Buchladen…

Bivald_Buchladen

Als Sara von ihrer Freundin Amy eingeladen wird, sie in ihrer Heimat zu besuchen, macht sie sich auf den Weg. Beide Frauen kennen sich bislang nur aus Briefen. Und beide trennt ein Ozean. Denn während Sara in Schweden Bücher verkauft, wohnt Amy in den USA. Am Tag ihrer Ankunft im kleinen Städtchen Broken Wheel, irgendwo in Iowa, muss Sara jedoch erkennen, dass Amy gestorben ist.

Hier beginnt Katarina Bivalds Roman “Ein Buchladen zum Verlieben”.

Skurril finden nicht nur die Einwohner von Broken Wheel ihren Gast. Skurril findet auch Sara ihre neuen Mitmenschen. Erschwerend kommt hinzu, dass Sara mit echten Menschen eigentlich gar nicht so viel anzufangen weiß. Viel lieber umgibt sie sich mit Büchern, lebt und leidet mit Helden aus Romanen und steht dem echten Leben eher misstrauisch gegenüber. Im handfesten, landwirtschaftlich geprägten Städtchen Broken Wheel stößt dass auf Verwirrung. Denn hier verschwendet man seine Zeit nicht mit Büchern…

Nichtsdestotrotz versuchen beide Seiten, sich einander anzunähern. Sara wird in Amys Haus einquartiert, bekommt regelmäßig Besuch von freundlichen, fürsorglichen und wohlmeinenden neuen Freunden und erfährt alle Gastfreundschaft, die Broken Wheel aufbieten kann. Selbst ein potentieller Mister Right wird präsentiert. Einander fremd bleibt man sich trotzdem.

Als Sara dann beschließt, für all die Gastfreundschaft etwas zurückzugeben und ausgerechnet einen Buchladen eröffnet, ist die allgemeine Verwirrung perfekt. Niemand liest! Wirklich nicht! Es braucht keinen Buchladen in Broken Wheel! Aber Sara bleibt hartnäckig. Und weil es sich für gute Gastgeber nun einmal so gehört, hilft halb Broken Wheel bei der Eröffnung. Obwohl alle wissen, dass dieser Baum keine Blüten tragen wird.

Wie es aber gelegentlich ist mit Dingen, an die keiner glaubt…

Katarina Bivalds Roman “Ein Buchladen zum Verlieben” ist eine liebenswerte Geschichte über schrullige Menschen in schrulligen Städtchen. Es ist eine schmunzelnde, kluge Beobachtung über Menschen, die so in ihrem Trott feststecken, dass sie sich an Neues nur schwer gewöhnen wollen. Es ist eine Geschichte von Menschen, die an Enttäuschungen gewöhnt sind und diese stoisch ertragen, ohne über Alternativen nachzudenken. Und es ist eine Geschichte von Neuanfängen, wo man keine vermuten würde. Und ganz nebenbei erzählt der Roman auch über die reiche Fülle an guten Büchern, lesenswerten Geschichten und Autoren aus dem Gestern und Heute.

Katarina Bivald “Ein Buchladen zum Verlieben”

Erschienen im btb-Verlag.

Eisgebechert… Die Blog-Parade 2014

Was lange währt, wird endlich gut. Nur selten verhält es sich so mit Eiscreme. Nichtsdestotrotz liegt eine Menge Eis hier herum… und das seit Wochen!

Vor geraumer Zeit hatte ich Sie darum gebeten, mich mit den Fotobeweisen Ihrer Eisdielenbesuche zu versorgen. Und siehe da: Es sind ein paar Bilder eingetrudelt. Vielen Dank dafür! Zeit also, die Ergebnisse der Sommer-Blog-Parade 2014 vorzustellen. Sie haben es sich verdient. Schließlich haben Sie lang genug darauf gewartet.

Voila!

Blog-Parade 2014

Meiner ist der Größte!

Blog-Parade2014

Im Einzelnen haben am Rieseneisbecher mitgewirkt:

Alex_smAlex, der keinen Blog hat, schickt das Bild eines kleinen Mannes mit Selbstmacheis nebst patentiertem Muffinförmchen-Tropfschutz. Irre Idee! Machen wir demnächst nach.

Bettie_smIch selbst habe mich diesen Sommer wiederholt After-Eight-Eisbechern hingegeben, von denen ich einen prompt herzeige.

FrauTonari_smFrau Tonari hat Eis aus Barcelona geschickt: 100% natural Obstmus. Gegessen hat sie allerdings nichts davon…

kalesco_smKalesco genießt ihr Eis am Liebsten in der Badewanne. Nachahmenswert, wie ich finde.

Marie_smMarie, auch bloglos, schickt ein Friedenseis. Peace!

michmithund_smmichmithund hatte sein Eis leider schon aufgegessen. Aber trotzdem ein Foto gemacht. War bestimmt lecker, das Eis.

minibar_smMinibares hat gleich zwei Eisbecher geschickt. Eisbecher mit Puddingeis, für das weite Wege in Kauf genommen wird.

Nordwind_smHerr Nordwind, der ohne Blog daher kommt, hat einen Capucchino-Eisbecher genossen, von dem er zu berichten weiß, dass einfach zu viele Schoko-Kaffeebohnen drin waren. Der Rest war aber in Ordnung.

oN_smDer Herr ohne Namen, auch mit ohne Blog, schickt ein Eis, das entfernt wie das Empire State Building aussieht. Angeblich habe es aber wesentlich besser geschmeckt. Nach Zitrone nämlich.

OpasBlog_sm Opa vom gleichnamigen Blog hat anstatt eines Mittagessens nach einer Rücken-OP am Krankenbett einen Twister verspeist, von dem ein Rest für ein Foto übrig geblieben ist.

quizzymuc_smQuizzys Eisbecher ist die Belohnung für eine Gipfelstürmung und trägt den Titel: Glace am Glacier.

Silberdistel_smSilberdistel hat einen Walnussbecher geschickt, der Abschluss einer Wanderung durch die fränkische Natur war. Und bekommt meinen Futterneid zurück.

sweetkoffee_smSweetkoffie zu guter Letzt freute sich über Tartufo, das bestimmt genauso lecker war, wie es ausgesehen hat.

Traubenmaus…

Mit Obst fängt man Mäuse. Nachdem die Schokolade gestern auf mysteriöse Weise aus der Lebendfalle verschwunden ist, haben wir beschlossen, ein bisschen Obst nachzulegen. Vitamine sind wichtig – auch für Mäuse. Denn der Winter naht und man will ja keine Grippe kriegen.

Und siehe da: Maus 0, Falle 1.

Wir stellen vor: Pupsi, die Hausmaus. Gestern kurz vor Mitternacht ging sie in die Falle, hat vor Schreck ein paarmal unter sich gemacht, dann aber doch noch schnell die Weintraube gegessen.

Hausmaus

Herr Müller setzte den Hausgast dann in den Garten, wo die Maus, mausuntypische Haken schlagend, im Gebüsch verschwand. Wir hoffen nun, dass sie nicht ums Haus gerannt ist, um sich wieder in den Lichtschacht zu stürzen – weil es da so leckeres Essen gab…