Aussehen wie…

Sagen Sie mal: Für den Erwerb von was genau muss man denn 26 werden? Oder zumindest wie 26 aussehen?

26Jahre

Übrigens, letztens wurde ich gefragt, ob ich schon 18 bin. Ganz stolz habe ich erzählt, dass ich sogar schon zwei mal achtzehn bin. Erst dann habe ich gemerkt, dass da nur jemand ein öliges Kompliment loswerden wollte…

 

Neulich nächtlich…

Oma Hilde ist die Heldin des Rentnerviertels. Aber sowas von. Sie hat den Penner gestellt, der seit Tagen abends und nachts in ihrem Garten herumirrt und dabei Geräusche macht, als leide er unter schlimmem Asthma. Ihren Apfelbaum plündert er übrigens auch, der Vandale. Und wenn sie es nicht besser wüsste, sie würde sogar behaupten…

Aber von vorn:

Oma Hilde, gesegnete 82 Jahre alt, verwitwet, 2 Kinder, 3 Enkel, noch kein Urenkel, kann nicht mehr so gut gucken. Dafür aber hört sie wie ein Luchs. Außerdem schläft sie nachts immer bei geöffnetem Fenster, weil das vor allerlei Unbill schützen soll – allem voran Krankheit. Und so begab es sich, dass sie eines Nachts plötzlich unheimliche Geräusche hörte. Da schlich jemand herum. Ganz eindeutig. Jemand mit einem schlimmen Lungenleiden. Der flink telefonisch kontaktierte Nachbar indes fand niemanden vor. “Mach Fenster zu, Hilde!” rief er noch, bevor er wieder seiner Wege ging.

Am nächsten Abend jedoch – wieder Lärm. Schnaufen. Rumpeln. Alles sehr unheimlich. Dieses Mal machte Oma Hilde das Fenster dann wirklich zu. Für den Fall, dass Einbrecher auch klettern können. Ruhiger schlief sie aber nicht.

Gerüchten zufolge soll sie eines Abends sogar Unflätiges aus ihrem Fenster gerufen haben – zur Abschreckung quasi. Genützt hat es aber nicht. Als der Abendgast dann auch noch anfing, das extra für die Nachbarskatze rausgestellte Trockenfutter zu klauen und das zum Mosten bestimmte Fallobst unterm Apfelbaum zu essen, wurde es ihr endgültig zu bunt.

Oma Hilde schnappte sich ihren Schrubber und eine Trillerpfeife (weil Gerüchte besagen, dass Gesindel sich am Besten mit wildem Getrillere vertreiben lässt. Das hatte damals auch schon bei den lästigen Werbeanrufern der Telekom bestens gewirkt) und wagte sich hinaus.

Und dort stellte sie ihn dann – die Nachbarn sind Zeuge – einen…

Igel.

Riesig sei er gewesen, hieß es später. Mopsgroß! Ungelogen! Und hätte Oma Hilde nicht todesmutig in ihre Pfeife gepustet, wer weiß, was passiert wäre… Der Stechling gab Fersengeld und Hilde musste erstmal einen Schnaps trinken. Auf Ex.

Seitdem ist sie die Heldin der Nachbarschaft. Denn ihre Geschichte schlägt sogar die von den kopulierenden Füchsen, die letztes Frühjahr beim Aldi für einen Polizeieinsatz gesorgt haben. So ein poppender Fuchs macht zuweilen nämlich Geräusche, die an ein Gewaltverbrechen denken lassen.

Aber so ein schnaufender, Äpfel essender und Trockenfutter klauender Monsterigel toppt natürlich alles…

Spätsommer, Spekulatius, Solar und Softeis…

Es spätsommert. Frauen ziehen Übergangsjacken an, der Handel räumt die Weihnachtsdeko raus und Spinnen werden sehr plötzlich sehr dick. Die Katzen gehen nicht mehr so gern raus und wenn doch, kommen sie mit Kletten im Fell wieder heim. Am Morgen, wenn unsereins mit tranigem Blick aus dem Fenster schaut, nebelt es nun meist. Und die Sonne sitzt gerade mal so am Horizont, als wüsste sie auch noch nicht so recht, ob es sich lohnt, heute noch aufzustehen.

Spätsommer kann sehr schön sein. Meist aber eher so gegen Nachmittag, wenn der Nebel sich verzogen hat, die Wiese wieder begehbar, weil trocken, ist und die Sonne noch einmal scheint, als gäbe es kein Morgen. Jetzt, in der Früh, ist Spätsommer eher so etwas wie Herbst-Light. Man weiß nicht, ob es heute noch regnen wird. Und noch weniger weiß man, was man anziehen soll. Denn natürlich ist es arschkalt, stellenweise sind wir schon bei einstelligen Temperaturen. Aber immer hat man im Hinterkopf, dass es später ja ziemlich sicher wieder warm werden wird. Und dann steht man da in seiner Jacke mit dem Fellkragen und muss sich von Passanten mitleidig belächeln lassen…

Der Supermarkt um die Ecke hat pünktlich zum ersten September auf Advent geschaltet. Auch das ist ein untrügliches Zeichen des Spätsommers. Herr Müller, immer für saisonale Scherze mit Bart zu begeistern, stellt denn auch gern mal die Frage, wo denn die Christbäume seien. Die Verkäuferinnen lächeln dann meist gequält. Ich packe derweil heimlich Baumkuchen in den Wagen. Ganz nach unten, unter die Eier und den Reibekäse.

Übrigens: Unsere Solaranlage ist im Eimer. Genau genommen der Temperaturfühler des Kollektors. Der zeigt nun entweder gar nichts an oder schlägt nachts um zwei Alarm, weil er 200°C im Kollektor vermutet. Was schon allein wegen der tageszeitbedingten Abwesenheit der Sonne unmöglich ist. Der flink kontaktierte Solaranlagenfachmann mutmaßt einen Marderschaden und rät dazu, den zweimal am Tag Alarm schlagenden Alarm auszustellen. Darüber hinaus werde schon nichts passieren und er käme dann “die Tage mal” vorbei. Derweil rattert und bollert es im Keller, als hätte man dort gerade die Dampflok erfunden. Frau Müller, die immer gleich denkt, das Haus explodiere jeden Moment, lässt sich vom Ehegatten beruhigen. Das sei Wasserdampf in den Rohren. Na wehe, wenn nicht…

Das mit der Blog-Parade steht darüber hinaus auch noch an. Ich prokrastiniere etwas vor mich hin, was die Auswertung Ihrer Eisbecher anbelangt. Die Beteiligung war ja eher so mittel. Das könnte natürlich am diesjährigen Nichtsommer liegen. Aber ich will mir nichts vormachen. Wer hier nichts schreibt, darf auch nicht erwarten, dass jemand mitliest. Oder gar mitmacht. Die Auswertung also demnächst.

Und jetzt Kaffee…

 

Eingeschult…

Wenn eine Horde zwergiger Gestalten in Warnwesten durch den Morgennebel wandert: Jawohl, dann ist Einschulungstag. Hier in Bayern beginnt die Schule aus mir völlig schleierhaften Gründen mitten in der Woche. Wo anderorten schon mal an einem Samstag eingeschult wird und die ganze Familie an diesem Happening teilhaben kann, muss man hier im Weiß-Blauen extra Urlaub nehmen, damit man sein Jetzt-Schulkind zum ersten Schultag begleiten kann. Dementsprechend wenige Verwandten nehmen teil.

Alle sind unfassbar aufgeregt, das schon mal vorweg. Kind 1 kriegt am Frühstückstisch kaum das extra mit viel Liebe und noch mehr Nutella gemachte Brot runter. Die Schultasche wurde gestern bereits gepackt, wird aber noch einmal gecheckt. Nur zur Sicherheit. Man weiß ja nie… Die Eltern stellen derweil das mehrere Kilogramm schwere Paket mit den benötigten Schulutensilien bereit. Das muss nämlich gleich mit zur Schule getragen und in den Spind und Schreibtisch des Kindes einsortiert werden. Sogar zwei Paar brandneue Hausschuhe haben wir besorgt – eines für die Schule, das andere für den Hort.

Dann geht es los: Gottesdienst. Punkt 8 Uhr. Leider für alle Beteiligten ziemlich doof, weil arschlangweilig. Begräbnisstimmung macht sich breit. Das kommt davon, wenn man Laien einen Gottesdienst leiten lässt. Das Kind guckt so mittel und fragt zum achten Mal in Folge, ob man nun endlich den längst fälligen Blick in die Schultüte werfen kann. Wir schütteln den Kopf. Frühestens in der Schule. Das Kind ist die nächste halbe Stunde eingeschnappt, aber auf diese Weise geht wenigstens der immer fieser werdende Gottesdienst rum.

Dann stehen wir auch schon auf der Straße und gucken dumm in der Gegend herum. Eigentlich geht es jetzt geschlossen zur Schule, aber die versprochene Musikkapelle, die den Zwergenmarsch anführen soll, fehlt. Die Eltern von Timothy-Carven wandern kurzentschlossen ohne musikalische Begleitung los. Einige Ratlose schließen sich an. Wir beschließen mitzulaufen. Auf diese Weise erreichen schließlich sechzig ABC-Schützen samt Anhang die Schule. Die Musikkapelle bleibt verschollen.

Am Schulgebäude angekommen, stopft man uns erst einmal in die Mensa. Kinder singen, ein Mann hält eine Rede, die Kinder werden in drei Gruppen aufgeteilt und verlassen den Saal. Zurück bleiben geschätzte 456 Angehörige. Und das zwei Stunden lang. Man reicht Kuchen und Käffchen. Die Sonne scheint. Opas machen Fotos von stolzen Müttern. Omas begucken den Schulgarten. Tanten stellen sich nochmal an der Kuchentheke an und Väter schauen auf die Uhr. Um elf Uhr dann dürfen wir unsere Kinder aus ihren Klassenzimmern abholen. Die gucken ziemlich erschrocken, antworten auf die Frage “wie es denn war” aber tapfer mit “Gut!”

Dann ist der erste Schultag vorbei. Wir springen noch schnell beim Hort vorbei und lassen uns den Hausaufgabenraum zeigen. Kind 1 bekommt einen hübschen Platz am Fenster. Andere Kinder müssen auf Wände gucken. Dann dürfen wir nach Hause. Kind 1, das sich heute das Mittagessen aussuchen darf, brüllt hysterisch “Pommeeeeeeeeeeeeeeeees!” Wir beugen uns und hoffen, dass wir nicht die einzigen Penner sind, die am ersten Schultag mit dem Kind zum Burgerbrater gehen.

Zuhause angekommen darf dann endlich die den ganzen Tag herumgeschleppte Schultüte geöffnet werden. Kindliches Jubelgeheul. Wir hocken uns im Kreis hin und dürfen jeder einen Bonbon nehmen, bevor Kind 1 alles wieder einsammelt und den Einschulungstag für beendet erklärt. Überhaupt braucht die Brut jetzt ihre Ruhe.

Ab Morgen dann Ernst des Lebens…

Heimflug…

Wir sind zurück in heimatlichen Gefilden. Nachdem das Auto in dieser kleinen mecklenburger Werkstatt rubbeldiekatz repariert werden konnte (Diagnose: Kühlmittelpumpe in ano), konnten wir mit einer Verspätung von nur 24 Stunden wieder heimreisen. Unsereins fährt ja sowieso gern nachts. Da sind die Straßen leer, die Kinder schlafen und eine sechsstündige Autofahrt lässt sich mit minimaler Rastplatzfrequentierung absolvieren. Das alles natürlich rein theoretisch. Denn selbstverständlich schläft kein einziges Kind. Im Gegenteil: Alle Kinder wollen entweder in fünfzehnminütigen Abständen pinkeln oder rufen laut “Kacka-Popo!”, was beides einen sofortigen Boxenstopp bedeutet. An der Raststätte angekommen, geht Kind 1 brav zum Klo. Kind 2 legt den Kopf schief und fragt unschuldig: “Jetzt Pommes essen?”

Nur 4 Stopps später haben wir die Nase dann auch schon voll und verweigern das nochmalige Aufsuchen von Raststätten. Die Kinder entwickeln daraufhin Hunger und fressen die Vorräte leer. Dann ist ihnen schlecht und sie müssen anhalten. Ein letztes Mal stoppen wir den Wagen. Dann streichen wir Essen und Trinken vom Speiseplan. Zumal es mittlerweile dunkel ist. Und das heißt: Schlafenszeit.

Selbstverständlich schläft kein Kind. Stattdessen werden Lieder gesungen, Autos gezählt und in den Sitzritzen nach TicTacs gekramt. Das Ganze unterhält uns fast zwei Stunden lang. Dann wird es hinten merkwürdig still. “Dass eins klar ist, ich schlafe nicht!” lässt Kind 1 verlauten. Kind 2 kann ich zu diesem Zeitpunkt schon zudecken. Zwei weitere Wachheitsbeteuerungen später ist auch Kind 1 eingeschlafen…

Kurz nach Mitternacht sind wir daheim. Beim Umbettprozedere vom Auto ins Haus werden beide Kinder wach und verlangen unisono Abendbrot, eine Geschichte, ein Lied und überhaupt. Aufs Zähneputzen dürfen wir aber verzichten. Da sind die Kinder nicht so. Gegen 2 Uhr, gleich wird die Sonne wieder aufgehen, liegen dann alle im Bett. Aber sowas von…

Kaputt…

Unglück und die Batzen, in denen es kommt.

Erst falle ich die Treppe des Tauschhauses herunter, was eine Tradition zu werden scheint, denn letztes Jahr habe ich den gleichen Quatsch schon einmal an der gleichen Stelle gemacht. Die Folge ist ein blaugeschlagener Ellbogen, eine schmerzende Schulter und ein undefinierbares Aua im Oberschenkel. Zum Glück im Unglück bin ich aber wohl doch noch geschmeidig genug, um mir nichts wirklich Schlimmes getan zu haben.

Dann geht das Auto kaputt. Frisch auf dem Heimweg von einem Ausflug leuchten die Warnanzeigen des Wagens wie ein Tannenbaum auf. Untermalt von hektischem Gepiepe deutet uns unser Gefährt an, dass es lieber gern jetzt am Straßenrand abgestellt werden möchte. Wir gucken irritiert und erschrocken vor uns hin und fragen uns beide, ob der Sprung durch das Wurmloch vor Kurzem nicht neben dem Navi auch gleich das Auto zerstört hat. Nichtsdestotrotz finden wir einige Zeit später unseren Weg ins Tauschhaus. Die Rückfahrt nach Bayern können wir uns aber erstmal schenken. Denn morgen ist Sonntag und somit keine Werkstatt offen. Am Montag sind wir nun mit zwei Werkstätten ( sicher ist sicher) verabredet und hoffen, dass sich die Heimreise nur um einen Tag verschiebt. Den Silberdistels sei Dank verschieben auch sie ihre Heimreise nun um einen Tag, so dass wir uns erst einmal keine Sorgen um unsere Katzen zu machen brauchen… Alles Weitere ergibt die Motorschau am Montag. Glück im Unglück aber auch hier: Der ganze Schietkram hätte uns auch auf der Heimreise mitten auf der Autobahn passieren können.

Nun denn… man muss in dem ganzen Schlamassel auch nach dem Guten kramen.

Gute Nacht zusammen!

Fast Ende…

Jetzt ist unsere Urlaubswoche schon fast wieder vorbei. Und eigentlich haben wir auch alles geschafft, was so auf dem Plan stand.

Wir haben die Patenhühner beguckt. Ganz in der Nähe dieses ominösen Wurmloches. Die sind mittlerweile ausgewachsen und machen ordentlich Spektakel. Weshalb auch schon ein paar Hähne Frikassee geworden sind.

Hühner

Aber das Leben ist nun mal kein Ponyschlecken. Die Müllerschen Kindlein indes streichelten fröhlich Hühnchen und machten Abends noch  aufgeregt “Gack, Gack!”

Dann waren wir im Zoo. Kind 1 suchte sich als Abschluss-Souvenir eine ziemlich große und hässliche Gummispinne aus. So kennen und lieben wir unsere Brut. Kind 2 wollte dringend diese “Katze”:

Stinkkatze

Die Verwechslung aufzuklären erschien uns nicht relevant – sind ihr in der Vergangenheit doch schon ganz andere Persönlichkeiten anheim gefallen…

Schließlich haben wir noch kurz bei Mitblogger michmithund vorbeigeschaut, um zu überprüfen, ob Kind 1 mittlerweile dazu in der Lage ist, den Hund angemessen Gassi zu führen. Am Ende haben wir beschlossen, die Versuchsreihe vielleicht nächstes Jahr noch einmal durchzuführen.

Baden waren wir Dank eines lieben Gutscheingeschenks unserer Hühnerpflegerin auch und haben festgestellt, dass Freizeitbäder spätestens ab 13Uhr vor Überfüllung knirschen. Nichtsdestotrotz  hatten wir einen schönen Tag. Und jetzt vielleicht auch Fußpilz. Zumindest aber Wasser im Ohr.

Und last but not least fand sich dann noch die Zeit für ein Mount Everest-artiges Eisbecherfoto. Und Sie? Denken Sie auch dran?