Proteinreiches…

Sollten Sie sich Sorgen darüber machen, dass aufgrund des milden Winters zu viel Ungeziefer überlebt hat, kann ich Sie beruhigen: Müllers Katzen sorgen zuverlässig dafür, dass das Krabbelvieh nicht Überhand nimmt. Besonders die Tigerin hat mit enormer Freude festgestellt, dass mit den wärmeren Temperaturen auch die Käfer wieder unter´m Stein hervorkriechen. Das Gemüsebeet steht derzeit hoch im Kurs. Da wächst seit Jahren Rosenkohl. Und zieht Scharen von Kohlweißlingen an. Weil Schmetterlinge keine Vögel sind, trifft es sich gut, dass die Tigerin nicht so gern rennt. An Schmetterlinge muss man sich außerdem nicht umständlich anschleichen. Man geht hin, schnappt sich einen dieser Flatterviecher, isst ihn auf und wartet in aller Ruhe auf den nächsten Schmetterling. Krabbelt in der Zwischenzeit ein Käfer vorbei, wird auch der nicht verschmäht. Die proteinreiche Insektennahrung sorgt gleichzeitig dafür, dass man die abendliche Katzenfutterration einschränken kann. Auf diese Art profitieren wir alle vom Frühling.

Ein paar Unannehmlichkeiten muss man allerdings in Kauf nehmen. So produziert die Katze in regelmäßigen Abständen Gewölle, die einem Uhu alle Ehre machen. Neben Grashalmen, undefinierbaren Körnchen und Stöckchen finden sich auch die grünen Flügelklappen von Rosenkäfern, halbe Wanzen und diverse Beine. Manchmal entdeckt man auch Flügelreste, obwohl die Katze selbige normalerweise vor dem Essen abzupft. Spinnen scheinen übrigens nicht zu schmecken, die werden in der Regel nur ans andere Ende des Beetes gekickt. Alles übrige, das kreucht und fleucht, muss allerdings sehr lecker zu sein.

Begebe ich mich nun zur Gartenarbeit nach draußen, habe ich stets einen Begleiter. Denn das Ausrupfen von Unkraut produziert immer auch ein unglaubliches Gerenne. Und während sich der Kater faul in der gerade um Wachstum bemühenden Katzenminze wälzt, nimmt sich die Tigerin der davoneilenden Käfer an. Wenn wir so weitermachen, ist der Garten in zwei Wochen ungezieferfrei. Wir kommen dann auch gern vorbei, wenn Sie Hilfe bei Ihren Gartenkäfern brauchen.

Die drei Kahs…

Kinder, Küche, Kirche. Ein Klassiker konservativer Wertvorstellungen. Aber Moment mal! Sind wir nicht moderne Frauenzimmer? Kind, Karriere, Kohle machen! Darum geht´s doch heutzutage… Oder doch nicht?

Weiblich, Kind und Job. Sind Sie das? Wie machen Sie das denn so? Sind Sie eins dieser Karriereweiber? Eine Akademikerspätgebärende? Stopfen Sie ihre Brut auch jeden Tag in die Kinderverwahranstalt, um Ihre Karriere voranzutreiben? Kochen Sie am Ende Abends nicht mehr für Ihre Lieben, weil Sie den ganzen Tag rücksichtslos gearbeitet haben?

Seit geraumer Zeit befinden wir uns nicht mehr in den Fünfziger Jahren. Die Tage der Hausfrau auf Lebenszeit sind vorbei. Nicht nur deshalb, weil frau sich in der heutigen Zeit unbedingt selbst verwirklichen muss. Nein, auch die schiere Notwendigkeit eines zweiten Gehalts zur Sicherung des Lebensunterhalts spielt eine entscheidende Rolle. Da geht es nicht zwangsläufig immer um Karriere, wenn frau trotz Kind arbeiten geht. Nichtsdestotrotz wird man auch heute noch oft genug schräg angeguckt, wenn das Kind noch klein ist und man trotzdem wieder Geld verdienen will (oder muss). Auch Altersgenossinnen, die es eigentlich besser wissen müssen, haben gelegentlich so ihre Probleme mit der Kombination aus Kindergarten und Arbeit.

Und warum erzähle ich Ihnen das alles? Mitbloggerin Elke Peetz nämlich ruft zur Blog-Parade auf und möchte wissen, wie Sie das so wuppen mit Kind und Job. Es muss nämlich keine Karriere sein, die sie mit Nachwuchs hinlegen. Berichten Sie einfach darüber, wie Sie den Alltag meistern, Klippen umschiffen, mit blöden Kommentaren umgehen und überhaupt. Zwei Wochen haben Sie noch Zeit. Das sollte reichen, meinen Sie nicht? Ich mache dann auch mit – aber nur, wenn Sie auch…

(Un-)Bekannt…

unbekanntKennen Sie das? Sie sehen auf der Straße eine Person und haben den vagen Verdacht: Sie kennen sich. Sie gucken also so vor sich hin, grübeln in sich hinein, kommen aber trotzdem nicht drauf. Die Person nähert sich, guckt genauso wie Sie, kommt aber auch zu keiner Erleuchtung. Man nickt sich unsicher zu und geht seiner Wege. Drei Tage später begegnen Sie sich wieder: In unmittelbarer Nachbarschaft. Und es fällt Ihnen wie Schuppen von den Augen: Das ist der Typ mit dem Riesenhund, der an der Ecke wohnt. Womit wohl bewiesen ist: Verlässt man sein natürliches Terrain, kann das Gehirn Bekanntes nicht mehr zuordnen.

Ich nenne das Phänomen Nachbarschaftsblindheit.

Das geht allerdings auch in die andere Richtung. Neulich beim Arzt sehe ich diese nette ältere Dame und freue mich. “Wir kennen uns!” plaudere ich los. Mein Gegenüber ist sich da nicht so sicher. Ich quassle trotzdem munter weiter. Wir kennen uns ja. Wir sind Nachbarn, sehen uns jeden Tag und winken uns immer zu. Meine Plauderlaune kommt erst einige Minuten später ins Stocken. Da wird meine Nachbarin aufgerufen. “Ich bin die von der Fleischtheke im REAL.” sagt sie noch, bevor sie geht. “Vielleicht kennen Sie mich daher…” Tja dann… kann ich natürlich nicht erwarten, dass man mich auch kennt. Obwohl ich und mein sonniges Gemüt doch unbedingten Wiedererkennungswert haben…

Zum Glück bin ich ja nicht die Einzige, die regelmäßig da steht und grübeln muss, mit wem sie es gerade zu tun hat. So analysierte unlängst gerade die Kassiererin beim DM das Gespräch mit der Dame vor mir mit den Worten: “Ich habe keinen Schimmer, wer das gerade war.” Für zusätzliche Unsicherheit sorgte offenbar der Fakt, dass die Angesprochene mit dem eigenen Namen angeredet worden war. Mein Rat, einfach mitzumachen und zu hoffen, dass die Erleuchtung im Laufe des Gesprächs kommen möge, wird nicht für voll genommen. Da könnte ja jeder kommen und Lebenslage-Tipps geben.

Und einen Schwank zum Thema Namen zum Schluss: Nebenan, bei den wirklich lieben Nachbarn, mit denen wir oft und gern über den Zaun hinweg Tratsch austauschen, hat sich die Meinung festgesetzt, ich würde Christine heißen. Zwar habe ich den Fehler schon einige Male berichtigt, aber mein richtiger Name ist wohl einfach nicht toll genug. Herr Müller sieht das Ganze eher pragmatisch. Es gibt schlimmere Namen, meint er. Und für den Fall, dass es mal Ärger gibt und jemand über den Zaun hinweg “Christiiiiineeeeeeeeeeee!” brüllt, kann ich immer noch weghören. Ich bin schließlich nicht gemeint…

Bauchgelandet…

Ich hatte ein ganz vernünftiges Gefühl bei der Sache. Aber auch beruhigende Umgebungen und versierte Gespräche können mit einer Bauchlandung enden. Es gibt einen netten Spruch, in dem es darum geht, Leute so schnell über den Tisch zu ziehen, dass sie die Reibungshitze als Nestwärme empfinden. Wahrscheinlich bin ich aber auch generell zu doof. So habe ich mich seinerzeit vom hübschen Vertreter dieser Gas-Wasser-Schiete-Firma anblinzeln lassen und war prompt der Meinung, der Mann habe etwas auf dem Kasten. Auch die ganzen hübschen Propekte, die so schön bunt waren, vermittelten einen kompetenten Eindruck. Die Firma bekam den Auftrag und das Elend nahm seinen Lauf. Damals hatte ich mir geschworen, auf hübsche Männer mit klugen Sätzen nichts mehr zu geben. Ich würde nur noch auf harte Fakten achten. Und nicht auf manikürte Fingernägel.

Und jetzt ist mir das nochmal passiert. In kleinerem Rahmen zwar, aber immerhin. So betrat ich unlängst das Ladengeschäft eines Meisters der Tätowierkunst. Der hat seinen Laden schon ein  ganzes Weilchen, was durchaus ein Zeichen dafür ist, dass das Geschäft läuft. Auch werkelte er beim der ersten Besichtigung fröhlich vor sich hin und führte beim zweiten Termin zudem ein fachlich hoch versiertes Gespräch mit mir, das mich davon überzeugte, dass ich in guten Händen bin. Ich machte also einen Termin für ein Bildchen aus, bezahlte die in Fachkreisen übliche Anzahlung und ging meiner Wege. Der Stichtag kam, ich packte mein Ränzlein und stand schließlich vor verschlossener Tür. Keiner da. Auch ans Telefon ging niemand.

Ich fuhr nach Hause und versuchte in den folgenden Tagen mehrfach, den Chef oder einen Mitarbeiter zu erreichen. Keine Chance. Nach einer Woche erhielt ich eine SMS, man werde mich am nächsten Tag anrufen. Der Anruf kam nicht. Auch nicht am Tag darauf. Der Laden ist nach wie vor zu, auf Anrufe reagiert seit 2 Wochen niemand und Nachrichten verhallen im Nichts. Sicher, es kann immer irgend etwas passieren, das dazu führt, dass man sein Geschäft nicht aufmachen kann. Es gibt bestimmt auch Gründe, wenn man nicht ans Telefon geht. Oder Nachrichten ignoriert. Andererseits bilde ich mir schon ein, dass ich mich, wenn ich schon ein Geschäft führe, auch um geplatzte Termine kümmern muss. Überhaupt, wenn schon Geld geflossen ist.

Aber vielleicht geschehen ja noch Zeichen und Wunder und der Meister taucht morgen wieder auf. Hat sich dann nur um seinen kranken Hund kümmern müssen… und ist nicht mit meinen paar Kröten abgehauen…

Nun Huhn…

EieiIch werde nochmal Mama.

Patenmama.

Hühnerpatenmama.

Wer ab und zu im Blog herumliest, der weiß, dass mein Herz für Hühner schlägt. Nun wohnen wir theoretisch ländlich genug, dass das eine oder andere Federvieh ganz gut in den Vorgarten passen würde. Leider mag Herr Müller keine Hühner. Es sei denn, sie liegen gegrillt auf dem Teller. Oder sind Teil eines Chop Suey-Rezeptes. Dabei gibt es so viele hübsche Hühnchen. Kleine, große, weiße, bunte, wildfarbene, laute und sogar ganz leise. Es gibt Hähne, die nicht krähen und Hennen, die nicht scharren. Auf dem Hühnermarkt gibt es alles, was das Herz begehrt. Interessiert Herrn Müller nicht…

So musste ich leider umplanen. Und schaffe mir jetzt keine eigenen Hühner an sondern werde stattdessen Hühnerpatenmutter. Und zwar von Seidenhühnern. Bei den Pflegeeltern angekommen ist bereits eine Kiste mit Bruteiern. Die sind bereit für den Brutkasten und wenn alles nach Plan verläuft, schlüpfen in ein paar Wochen ein Haufen Küken. Hannes, Birte, Babsi, Jockel, Hildchen, Puschel, Biene und Rosa. Werden es zu viele Jungs, gibt es bereits weitere Möchtegernhähnchenpatenmütter, die sich des Geflügels liebevoll annehmen werden. Für einen ordentlichen Hühnerhaufen reicht nämlich ein Hahn. Der kann dann herumstolzieren und wachsamen Auges auf seine Hühnerschar blicken. 

Die Wartezeit bis zum Schlupf vertreibe ich mir nun mit Fachliteratur. Damit ich immer fleißig dazwischenquatschen kann, wenn es Neuigkeiten von meiner Hühnerschar gibt.

In diesem Sinne: Gack!

 

Kein Mett…

Es gibt Dinge, die liest man und dann freut man sich. Warum? Weil man endlich einmal das Gefühl hat, dass man erhört wurde. Dass man Teil eines großen Ganzen ist und dass sich guter Geschmack endlich durchgesetzt hat.

Ritter Sport Mett zum Beispiel. Sieht man im Online-Shop. Freut sich ´nen Ast ab…

… und muss dann feststellen, dass es sich lediglich um einen Aprilscherz handelt. Es ist halt nicht schön, wenn man sich eingestehen muss, dass andere mit den eigenen Gefühlen und Sehnsüchten spielen.

Wie es sich mit den Aprilscherzen anderer verhalten hat, lesen Sie am Besten selbst bei HEISE nach.

Angegärtnert…

Merke für das nächste Mal: Neue Gartengeräte sind wie neue Schuhe. Wie Schuhe eingelaufen werden wollen, weil sonst Blasen drohen, sollte man auch mit Gartenschaufel & Co. vor der eigentlichen Arbeit ein wenig werkeln. Tut man das nicht, droht Ungemach… Natürlich könnten die lädierten Hände auch Ausdruck dafür sein, dass der Müllersche Garten quasi das ganze letzte Jahr über brach gelegen ist. Man glaubt gar nicht, wie schnell so eine Wiese rennen kann, wenn es darum geht, das benachbarte Blumenbeet zu annektieren. Am Wochenende habe ich nun also zunächst das Gemüsebeet entkrautet. Das Beet ist jetzt zwar sauber und kann des Grünzeugs harren, das demnächst kommen wird. Die Motivation hingegen, auch die anderen Beete zu entgrünen, ist dahin.

Überhaupt hat das warme Wetter viel zu früh begonnen. So bin ich doch eigentlich noch mit der winterlichen Strickware beschäftigt. Und man soll ja nicht mehrere Projekte gleichzeitig bearbeiten. Der Garten kann erst dann beackert werden, wenn das Winterprojekt “Stricken reloaded” abgeschlossen ist. Und das endet erst Mitte April. Oder wenn die Strickjacke fertig ist. Nichtsdestotrotz machen mir die Primeln im Baumarkt um die Ecke schon seit Tagen schöne Augen. Und wollen gekauft werden. Jeden Morgen aufs Neue. Zwar sagen Bauernregeln, dass man, bevor man dem gärtnerischen Drang zu buddeln und zu pflanzen nachgeben darf, mindestens Ostern passieren lassen muss. Weil es noch einmal schneien könnte. Ach und der Bodenfrost… Andererseits steht man da und liebäugelt bei 18°C Sonntagstemperatur mit einem Ausflug ins Freibad.

“Im April wird´s nochmal kalt!” schwant es dem Nachbarn beim Schwatz am Gartenzaun. “Überhaupt macht der April was er will.” Es geht nichts über Bauernregeln.

“Kräht der Hahn auf´m Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.” trumpfe ich mit meinem Wissen auf. Aber nichts da!

“Das ist kein Spaß! Jahrhundertealtes Wissen ist das!” werde ich belehrt. Den Scherz, dass der Nachbar doch noch gar nicht so alt aussieht, verkneife ich mir. Überhaupt sollte ich mich ruhig verhalten, so lange auf meiner Wiese noch Löwenzahn wächst. Je länger ich nicht auffalle, desto mehr Zeit habe ich zur Beseitigung der Mängel. Zumal man hinter der Hecke tatsächlich schon wieder den Rasensprenger hören kann. Was ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass die Gartensaison in diesem Jahr erheblich früher begonnen hat.

Ich für meinen Teil muss jetzt ohnehin warten, bis die unzähligen Blessuren an den Händen wieder geheilt sind. Und vielleicht schneit es dann ja doch noch mal. Wie letztes Jahr zu Ostern, als der Garten über Nacht plötzlich weiß war.